Es gibt auch heutzutage noch Kinder, deren Weihnachtsfestmahl aus Bratkartoffeln mit Ei bestehen würde. Und solche, die mit ihren Familien nach Unfällen, Bränden und schweren Schicksalsschlägen auf Unterstützung angewiesen sind. Zwar gibt es für viele individuelle Situationen Angebote, Hilfe und Anlaufstellen, doch nicht alles ist abgedeckt. Für die Lücken, die dann entstehen, ist in Lübben und Umgebung der Lausitzer Spendenverein Wir helfen da.

Sein Ziel ist es, unkompliziert und direkt unverschuldet in Not geratene Menschen zu unterstützen. Dazu gehören individuelle Fälle nach Unfällen oder Bränden. Dazu gehört aber auch die jährliche Weihnachts-Gutschein-Aktion.

Lübbener Kitas machen Vorschläge zur Unterstützung

Für kleine Wunder unterm Weihnachtsbaum sorgt Helga Meier aus dem Spendenbeirat. Sie hat schon vor Wochen Anfragen an Kitas und andere Einrichtungen herausgeschickt und das Angebot des Vereins vorgestellt. Das Ergebnis dürfen sich die Familien diese Woche im Lübbener ASB-Mehrgenerationenhaus an der Gartengasse abholen. 2400 Euro investiert der Verein in Gutscheine, damit es zu den Bratkartoffeln zu Weihnachten vielleicht auch ein Stück Fleisch oder Fisch und etwas Gemüse geben kann – und unterm Weihnachtsbaum eine Winterjacke liegt. 47 Kinder aus Lübben und Umgebung kommen dieses Jahr über den Wir-helfen-Verein zu einem Weihnachtsgeschenk oder Festmahl.

Die Einnahmen vom Weihnachtsdekorationsverkauf sind diese Woche von Marit Dietrich (TKS) und Bürgermeister Lars Kolan (SPD) an den  Wir-helfen-Verein übergeben worden.
Die Einnahmen vom Weihnachtsdekorationsverkauf sind diese Woche von Marit Dietrich (TKS) und Bürgermeister Lars Kolan (SPD) an den Wir-helfen-Verein übergeben worden.
© Foto: Ingvil Schirling

Dazu beigetragen haben unter anderem die Lübbener, als sie beim Adventsmarkt ins Rathaus spazierten und dort auf einen Stand mit Weihnachtsdekoration trafen. Im zweiten Jahr in Folge hatten sich Sandra Pengel von der Lausitzer Rundschau („Wir helfen“ ist ein Engagement der Lausitzer Rundschau), Peggy Nitsche von der TKS und weitere kreative Köpfe zusammengetan, um eine besondere Idee umzusetzen: Wer seine Weihnachtsdeko nicht mehr sehen kann, spendet sie an der Verein, der sie wiederum in Hände gibt, die sich darüber freuen. So entsteht kein Müll, und es werden Menschen in Not unterstützt.

Viele schöne Dekorationen auf dem Verkaufstisch

Das kam erneut sehr gut an: „Es hat so viel Spaß gemacht“, sagte Peggy Nitsche. „Um 8 Uhr morgens stand schon die erste Kiste vor der Tür. Für uns war es fast wie Weihnachten, so viele Kisten durften wir auspacken und Schätze entdecken!“ Es sei überhaupt kein Ramsch oder unbenutzbarer Schrott dabei gewesen, sondern viele sehr schöne Dekorationen.

Das Logo des Lausitzer Spendenvereins "Wir helfen!"
Das Logo des Lausitzer Spendenvereins „Wir helfen!“
© Foto: LR

Wir helfen habe sich, so ihr Eindruck von der Veranstaltung, als Spendenverein in der Stadt etabliert, und so seien viele bereit gewesen, den ein oder anderen Euro mehr zu geben. „Jeder Käufer konnte den Preis ja selbst festlegen“, erinnert sie. „Viele gaben mehr als das Dekorationsstück in ihren Augen wert war, weil sie wussten, dass das Geld unverschuldet in Not geratenen Lübbenern zugute kommt. Manche steckten auch einfach so etwas in die Spendendose, wenn für sie bei der Dekoration nichts dabei war oder einfach, um die Arbeit des Vereins zu unterstützen.“

„Wir helfen“-Basar Büchersturm in Cottbus

Cottbus

Die TKS-Mitarbeiterin ist entschlossen: „Nächstes Jahr wollen wir die Aktion auf jeden Fall wieder machen.“ Da sie erst das zweite Mal stattfand, war sie noch nicht ganz so bekannt, doch es hätten einige bereits Interesse für kommendes Jahr bekundet. Was nicht verkauft wurde, brachte sie zur Kleider- und Spendenkammer der Diakonie, wo die Deko-Stücke ebenfalls erfreuten.

Spenden von Lübbenern und Organisationen

555 Euro kamen somit aus Lübbener Portemonnaies zusammen, aufgerundet durch Bürgermeister Lars Kolan um exakt 45 Euro auf 600 Euro. Zu den verlässlichen Unterstützern gehören seit Jahren die Kunden der Sertürner-, Brücken- und Schinkel-Apotheken, über die dem Verein regelmäßig einige Hundert Euro zugute kommen. Diesmal sind es 688, informiert Wolfgang Büttner als Leiter der Apotheken, die er auf 750 Euro aufstockte. Einen großen Beitrag für unverschuldet in Not geratene Menschen leistete der ASB Kreisverband Lübben mit einer Spende in Höhe von 1000 Euro allein in diesem Jahr und seit langem sehr verlässlicher Unterstützung im Hintergrund.

Geplant ist nun auch, Runa Rohrschneider und ihrer Familie zu helfen. Das Kleinkind aus Caminchen leidet unter den Folgen einer schweren Verbrennung und braucht Pflegemittel, die auf Dauer ins Kontor schlagen. Genau für solche Fälle ist der Verein da – auch, aber längst nicht nur zu Weihnachten.

Caminchen