"Kalimera" heißt "Guten Tag" auf Griechisch. Mit einem freundlichen "Jassas" verabschieden sich die Menschen in diesem Land. Das erläutert Lehrerin Undine Richter der Gruppe aus Kindern der Flex-Klassen an ihrer Station. Sie sprechen die griechischen Worte nach. Auch auf Spanisch, Englisch, Italienisch und in weiteren Sprachen üben sie die Begrüßung und Verabschiedung. Auf einem Arbeitsblatt ordnen sie die Sprechblasen mit den Begrüßungsformeln den Fahnen der einzelnen Länder zu. Wie die Nationalflaggen aussehen, lernen die Sechs- bis Achtjährigen beim "Fahnen-Memory" an der Station von Linda Koenigs. Sie unterstützt das Lehrerinnen-Team gern. "Bei Projekttagen bin ich fast immer dabei und es macht auch Spaß", erklärt die Mutter von Lea-Marie. Dass die Ein-Euro-Münzen der Länder auf ihrer Rückseite jeweils andere Motive tragen, lernen die Mädchen und Jungen bei Silke Bauer. Anhand der nationalen Symbole ordnen sie die Münzen auf einer Europa-Karte den Ländern zu. Der Adler gehört nach Deutschland, das finden die Kinder schnell heraus. "Ich war schon einmal in Österreich, da ist der Mozart drauf", weiß Charlotte Hoffmann. Doch wo ist die Harfe ein nationales Instrument? "In Irland", hilft die Lehrerin weiter. Ein Land nach dem anderen wird auf der Landkarte mit den richtigen Münzen bestückt. Danach fertigen sie mit dem Bleistift einen Abdruck auf Papier, schneiden die Abbildungen aus und ordnen sie auf einem Poster den Ländern zu. "In Italien ist ein Mensch mit vier Armen und vier Beinen drauf", diese Erkenntnis hat Pascal Schmidt heute gewonnen. Außerdem gehörten der Schiefe Turm in Pisa sowie die Gondeln von Venedig zu nationalen Besonderheiten des Landes. "Und zu Paris der Eiffelturm", ergänzt der Schüler. Ein Modell davon hat er zum Europa-Projekttag mitgebracht. Den berühmten Londoner Glockenturm Big Ben im Miniformat steckt der Sechstklässler Kai Albertz zusammen. Dann holt er eine britische Zehn-Pfund-Sterlingnote und verschiedene Pennys aus einem Kästchen. Gemeinsam mit Benito Mikalo erarbeitet er ein Länderporträt über Großbritannien. Andere Schüler tragen Wissenswertes über Spanien, Italien, Dänemark und andere Länder zusammen. Frieda Wesner und Jonline Schmidt haben sich die Slowakei ausgewählt. "Das Land ist schön und interessant. Das Wetter ist dort ganz anders", stellen die Mädchen fest. Vieles wollen sie noch herausfinden, über die Kleidung, das Essen, die Hauptstadt und die Sprache.

Die Europawoche ist an der Walddrehnaer Grundschule ein fächerübergreifendes Projekt, das in den Unterricht eingebettet ist. "Die Schüler beschäftigen sich in Vorbereitung darauf schon mit dem Thema", erläutert Schulleiterin Gudrun Glowacki. Wissen über die Länder vermittle der Erdkunde-Unterricht. In Musik lernen die Kinder das Lied "Good old Europe" kennen. Im Fach Kunst beschäftigen sie sich mit Friedensreich Hundertwasser und den Spuren, die der Künstler auf dem Kontinent hinterlassen hat. An der Europawoche beteilige sich die Schule bereits seit Jahren. "So erweitern die Schüler ihre Kenntnisse über die Länder von Jahr zu Jahr", erläutert sie. Beim Wechsel auf die weiterführende Schule verfügten sie über ein gefestigtes Grundlagenwissen.

Zum Thema:
Um Europa erlebbar zu machen, wird in Deutschland seit 1995 rund um den Europatag der Europäischen Union – den 9. Mai – jährlich die Europawoche begangen. Laut Brandenburgischem Bildungsministerium beteiligen sich in diesem Jahr insgesamt 55 Schulen im Land mit 120 Projekten und Veranstaltungen an der Europawoche vom 4. bis 12. Mai.