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Dahme-Spreewald
Biber und Wolf beschäftigen Kreistag

Sollte der Landkreis Dahme-Spreewald für die Biber-Problematik zuständig sein oder nicht? Darüber wird beim Kreistag am 6. Dezember 2017 diskutiert.
Sollte der Landkreis Dahme-Spreewald für die Biber-Problematik zuständig sein oder nicht? Darüber wird beim Kreistag am 6. Dezember 2017 diskutiert. FOTO: Patrick Pleul / dpa
Lübben/Luckau. Dahme-Spreewald-Abgeordnete diskutieren kontrovers über Zuständigkeit des Landkreises. Von Ingvil Schirling

Der Landrat des Dahme-Spreewald-Kreises möge sich zur der Problematik von Wolf und Biber auf Landesbene stark machen, fordert die AfD-Fraktion im Kreistag. Konkret soll er sich dafür einsetzen, dass beide ins Jagdrecht aufgenommen werden und dass die Schäden des Bibers dokumentiert und rekultiviert werden. Damit haben sich Kreistagsabgeordnete schon in den Fachausschüssen beschäftigt (die LR berichtete). Nun befasste sich der Kreisausschuss mit dem Thema und leitete es ohne klares Votum ob Ja oder Nein an den Kreistag weiter. Dabei zeigte sich: Pro und Contra zum Thema Wolf und Biber gehen quer durch die Fraktionen.

So bekräftigte Lothar Treder-Schmidt (SPD/Grüne) seine Sicht, dass dies „eigentlich kein Thema sei, dass in unserer Kompetenz liegt, sondern in den Kompetenzen vom Landtag aufwärts“. Das sahen sowohl Dr. Adolf Deutschländer (Die Linke) als auch Henry Strasen (AfD) anders – aber wiederum auch nicht gleich. Deutschländer war wie schon im Landwirtschaftsausschuss dafür, auf Kreisebene einen Ansprechpartner für Schäden durch die Tiere in der Verwaltung zu haben. Henry Strasen argumentierte: „Wenn wir dem Bürger signalisieren, dass wir nicht zuständig seien, wäre das die schlechteste Lösung. Man muss es doch wenigstens versuchen. Das Problem ist da. Wir müssen uns in Dahme-Spreewald doch damit beschäftigen.“

Heiko Terno (CDU/Bauern) wiederum sprach sich dafür aus, „auf Kreisebene einen Biberbeauftragten zu berufen, der vom Land bezahlt wird“, und widersprach im Nachhinein einer Aussage, die im Landwirtschaftsausschuss gefallen war: „Wenn der Wolf ins Jagdrecht aufgenommen wird, wird der Jäger nicht schadensersatzpflichtig. Das gilt nur bei Schalenwild.“

Wolf und Biber, argumentierte Landrat Stephan Loge (SPD), „machen nicht an Kreisgrenzen halt - deshalb ist es auf Landesebene organisatorisch geregelt“. Er verwies auf zwei weitere Punkte: Der Biber könne auch ohne die Aufnahme ins Jagdrecht bekämpft werden, „wenn ganze Uferbefestigungen beschädigt werden und das wirksam dokumentiert wird“. Auch eine Bejagung sei dann möglich. Die andere Frage sei: „Wer macht es?“ Lothar Treder-Schmidt verwies in dem Zusammenhang auf die „komplexen Interessenlagen – da ist es doch besser, wenn auf Landesebene von Fachleuten abgewogen wird“.

Die Aufgabe der Renaturierung bei Biberschäden übernehme bereits der Wasser- und Bodenverband, sagte Heiko Jahn (SPD) als Leiter des Geschäftsbereichs Landrat. Heiko Terno (CDU/Bauern) ergänzte dazu, dass 2016 im Landeshaushalt dafür 400 000 Euro eingestellt worden seien, die in gleicher Höhe für 2017 und 2018 vorgehalten werden sollen. Die Kosten der Wasser- und Bodenverbände sollen damit ausgeglichen werden. Ob das ausreichend ist, blieb offen. Auch die neue Wolfsverordnung spielte keine Rolle – wird aber möglicherweise zur Sprache kommen, wenn das Thema am 6. Dezember ab 16 Uhr im Kreistag behandelt wird. Sitzungsort ist an der Lübbener Reutergasse.