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| 10:16 Uhr

Besuch beim Wachdienstführer

Calau. Polizeihauptkommissar Siegfried Richter sitzt an seinem Schreibtisch und hat als Wachdienstführer nur wenig Zeit für den Besuch im Hause. Er bedient Telefon, Sprechfunk und überwacht nebenbei am Computer den Haupteingang der Calauer Wache. hk

Während im ersten Obergeschoss die offizielle Feierstunde stattfindet, führen Polizeimeisterin Ilona Rösler und Polizeimeister Wilfried Rühlicke die ersten Besucher durch das Haus. Schon ab 8 Uhr ist für sie das Wachengebäude geöffnet. Denn nach 18 Monaten Bauzeit ist jetzt das neue Wachengebäude der Polizei in der Calauer Karl-Marx-Straße offiziell übergeben worden. Was in diesem 1925 errichteten Backsteinbau für über 3,7 Millionen Euro geschaffen worden ist, haben sich interessierte Calauer beim Tag der offenen Tür angesehen. Nur die Gewahrsamszellen blieben verschlossen. Denn auch zwei mutmaßliche Diebe durften sich – wenn auch unfreiwillig – das Haus von innen anschauen. In der Wache übernachtet haben jene zwei Männer, die am Vortag in einem Calauer Supermarkt auf frischer Tat gestellt worden waren, als sie 23 Flaschen Bier in eine Reisetasche verstaut hatten und damit unerkannt entkommen wollten. Ermittlungen der Polizei hätten nach Angaben von Pressesprecher Dietmar Badack zudem ergeben, dass es auch jener Cottbuser und sein Komplize ohne festen Wohnsitz gewesen sein sollen, die in einem Lübbenauer Fahrradladen Räder stehlen wollten. Dieter Kanter und seine Frau Karin aus Calau interessieren sich weniger für diese beiden Gannoven. Vielmehr wollen sie sich ansehen, was in der Wache für über 3,7 Millionen Euro geschaffen wurde. Dieter Kanter hatte, wie er sagt, früher hier die Heizung eingebaut, aber das ist schon mehr als 30 Jahre her, erzählt er und winkt ab. Die Heizung mag in dieser Zeit schon zweimal erneuert worden sein, schätzt der Calauer. Völlig neu ist auch die gesamte Elektroanlage. Denn mit der alten, so erzählt Schutzbereichsleiter Jürgen Piesker, sei es problematisch geworden. Mehrere Male hätten die defekten Anlagen bereits zu Bränden geführt. Entstanden ist eine sehr schöne Wache, die ihren historischen Kern behalten hat, sagt er. Von den 80 Jahren, in denen dieses Haus bereits existiert, sei es fast 50 Jahre in polizeilicher Hand, erklärt der Schutzbereichsleiter und übergibt Gerd Seemann, dem stellvertretenden Wachenleiter, den symbolischen Schlüssel für die Wache. Dieser Schlüssel klebt an einem alten Dachziegel dieses Polizeigebäudes. 47 Firmen aus der Region haben die Calauer Wache seit dem 3. Mai vorigen Jahres saniert. Endlich begonnen werden soll im Frühjahr 2006 mit dem Bau des Gebäudes für die Autobahnpolizei an der Raststätte Berstetal. Nach Angaben von Manfred Müller vom Zentraldienst der Polizei ist im August 2007 mit der Fertigstellung dieses Gebäudes zu rechnen. Ihren Dienst beginnen die rund 75 Autobahnpolizisten jedoch in der Wache in Calau, von der sich auch Polizeipräsident Klaus Kandt beeindruckt gezeigt hat.