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| 17:07 Uhr

Gefährlicher Übergang
Es ist zu eng für drei auf der Treppendorfer Berstebrücke

 Die Berstebrücke in Treppendorf  soll mittels rot-weißen, wasserbefüllten Plastikelementen so eingeengt werden, dass sich zwei Fahrzeuge nicht mehr begegnen können. Damit soll mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer geschaffen werden.
Die Berstebrücke in Treppendorf  soll mittels rot-weißen, wasserbefüllten Plastikelementen so eingeengt werden, dass sich zwei Fahrzeuge nicht mehr begegnen können. Damit soll mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer geschaffen werden. FOTO: LR / Ingvil Schirling
Lübben-Treppendorf. Begegnen sich zwei Autos, wird es für Fußgänger oder Radfahrer gefährlich. Nach eindeutigem Beschluss wird jetzt der Antrag beim Straßenverkehrsamt auf eine bauliche Einengung der Brücke vorbereitet. Von Ingvil Schirling

Im dritten Anlauf hat es geklappt. Eine schwierige Situation an zentraler Stelle in Treppendorf soll künftig entschärft werden, und zwar mit rot-weißen, wassergefüllten Plastikelementen. Sie sollen die Fahrbahn auf der Berstebrücke auf eine Spur einengen. Begegnungsverkehr wird dann nicht mehr möglich sein. Ende vergangenen Jahres stimmten die Stadtverordneten mit großer Mehrheit bei nur drei Enthaltungen zu – nachdem das Ansinnen zuvor zweimal im Bauausschuss gescheitert war.

Stadtverordneter Marco Sell (CDU/Grüne) berichtete bei der Gelegenheit aus eigener Erfahrung von gefährlichen Situationen oder Unfällen an dieser Stelle. „Es wird höchste Zeit, dass wir da etwas machen – eigentlich ist es schon zu spät.“

Tatsächlich ist die Lage unübersichtlich: Eine breite Kreuzung liegt vor der Brücke, hinter der es bergauf geht. Aus der Gegenrichtung geht es bergab und direkt anschließend auf die Kopfsteinpflasterkreuzung. Das eigentliche Problem ist jedoch die Enge der Brücke. Zwei Fahrzeuge würden um Haaresbreite aneinander vorbeipassen. Sollte in dem Moment noch ein Fußgänger oder Fahrradfahrer die Brücke queren, müsste dieser fast ins derzeit ziemlich frische Berstewasser springen, um sich in Sicherheit zu bringen. Platz ist definitiv keiner mehr.

Deshalb steht vor der Brücke ein Schild für Vorrang des Gegenverkehrs. Wird es übersehen, kann es zu der gefährlichen Situation kommen.

Weil das nicht ausgeschlossen ist, macht sich Ortsvorsteher Torsten Schade dafür stark, die Brücke baulich einzuengen. Doch im Bauausschuss fiel dieses Ansinnen zunächst durch, zuletzt im Herbst 2018. Dort wurde „das Vorhaben total zerredet“, klagte Fachausschussvorsitzender Paul Bruse (Die Stadtfraktion). Seine Fraktion setzte sich bei der Stadtverordnetenversammlung daher erneut für das Ansinnen ein, die Brücke mittels Einengung sicherer zu machen. „Dort sind auch Kinder unterwegs und Gäste der Stadt“, leitete Stadtfraktions-Vorsitzender Peter Schneider ein. „Wenn sich dann noch zwei Fahrzeuge begegnen, halten wir das für eine gefährliche Situation.“ Fußgänger seien „völlig ungeschützt“, heißt es in der Begründung des Antrags.

Um die Brücke geht es seit gut drei Jahren. Eine Vor-Ort-Begehung hat es vor längerer Zeit gegeben. Laut Protokoll der Bauausschusssitzung vom 12. September sah die Verwaltung „aktuell keine Notwendigkeit einer Veränderung des Bestandes, da dort keine Konfliktsituation wahrnehmbar ist“. Dass davor das Vorrang-Gegenverkehr-Schild steht, war ein Argument. Stadtsprecherin Dörthe Ziemer zufolge spielte ebenso Folgendes eine Rolle: „Eine bauliche Befestigung, zum Beispiel das Festschrauben einer Leitplanke, würde im Falle, dass sie zum Beispiel von einem Lkw umgefahren wird, das ganze Pflaster aufreißen. Diese Einschätzung hatte eine Vor-Ort-Begehung des Sachgebietes Tiefbau mit einer Verkehrssicherungsfirma ergeben.“

Die Stadtverordneten schätzten die Gefährlichkeit nun anders ein. Sven Richter (Die Linke) begrüßte die Einengung grundsätzlich, Marco Sell fand den Vorschlag „sehr gut“.

Aktuell bereitet die Verwaltung den Antrag beim Straßenverkehrsamt vor. Er soll in Kürze eingereicht werden. Die anvisierten rot-weißen, wassergefüllten Plastikelemente teilen die Straße in eine 3,50 Meter breite Fahrbahn und einen 1,10 Meter breiten Bereich für Fußgänger.

Wann das Vorhaben umgesetzt wird, steht noch nicht fest. Das ist unter anderem von der Bearbeitung beim Straßenverkehrsamt in der Kreisverwaltung abhängig.