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Bernhard Gowinkowski bringt "Licht" in Flurgalerie

"Licht" ist der schlichte Titel der neuen Ausstellung in der Horizontale-Galerie des Landkreises in Lübben. Der Maler Bernhard Gowinkowski (r.), hier mit Kulturamtsleiter Stefan Görnert bei der Eröffnung am Dienstag, stellt seine Arbeiten aus.
"Licht" ist der schlichte Titel der neuen Ausstellung in der Horizontale-Galerie des Landkreises in Lübben. Der Maler Bernhard Gowinkowski (r.), hier mit Kulturamtsleiter Stefan Görnert bei der Eröffnung am Dienstag, stellt seine Arbeiten aus. FOTO: Ingvil Schirling
Lübben. Ein Mensch steht auf einem flachen Kahn, taucht das Rudel ins Wasser. Um ihn flirren Farben wie die Reflexionen der Sonne im Wasser und auf den Blättern. I. Schirling

Der Spreewald in seiner expressionistischen Form hat am Mittwoch in die Horizontale-Flurgalerie des Landkreises Dahme-Spreewald Einzug gehalten. Bernhard Gowinkowski hat ihn künstlerisch verfremdet und ein starkes, mit dem Spreewald verbundenes Gefühl auf den Punkt gebracht.

"Ich will damit Lebensfreude zeigen, nichts weiter, nichts Großes, Philosophisches", sagte er beim Rundgang, nachdem Kulturamtsleiter Stefan Görnert die Ausstellung am Mittwochabend eröffnet hatte.

Lebensfreude, Wohlgefühl, sich treiben lassen im Moment, zu sich finden - das macht einem der Spreewald leicht. Deshalb ist er beliebt bei Gästen und Einheimischen. Genauso geht es dem Künstler, der den größten Teil seines Lebens im Theater verbracht hat. Als Bühnenbildner des Berliner Friedrichstadtpalastes. Groß, plakativ, flächig zu malen, so, dass man auf den ersten Blick erkennt, was gemeint ist, das dürfte er von dort mitgebracht haben. Am Ende zwang ihn allerdings eine übermächtige Arbeitsbelastung, in die Ruhe. Die Zeit der Erholung ließ ihn die freudvolle Seite entdecken, die die meisten Bilder der Ausstellung dominiert. Wie stark das Pendel jedoch zur anderen, düsteren Seite ausschwingen kann, machen Arbeiten aus einer früheren Schaffensphase deutlich. Große, gegeneinander ausgespielte Flächen, starke, aber eintönige Farben, einsame Menschen und ein Sehnsuchtslicht am Horizont bestimmen mehrere Bilder von ganz anderem Charakter. Düsternis, Traurigkeit und ein Gefühl von Ausweglosigkeit spiegelt sich in ihnen.

Doch das ist vorbei. Die meisten Arbeiten schimmern im Licht, in Vielfalt. Im Spreewald lässt sich der Künstler häufig inspirieren. Er reduziert, übermalt Details, arbeitet so das Wesentliche heraus. Am Ende strahlt das Bild ein intensives Gefühl aus. Dieses Gefühls wegen sollten Spreewälder und ihre Gäste, Kahnfährleute und Tourismusfachleute auf jeden Fall in diese Ausstellung gehen. Auch, wenn der Spreewald ganz anders als in Wirklichkeit aussieht.

Zum Thema:
Geboren 1952 in Löbau, absolvierte Bernhard Gowinkowski zunächst eine Lehre als Schriftenmaler. Als Mentorin für seine Malerei gewann er die Professorin Lea Grundig, bei der er Privatunterricht nahm. In den 1970er Jahren absolvierte er ein Abendstudium an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. Er war Bühnenbildner in Cottbus, Hoyerswerda, am Friedrichstadtpalast in Berlin und lebt jetzt bei Teupitz/Groß Köris.