Vor gut sechs Wochen hat der gelernte Rettungsdienstassistent und Rettungsdienstmanager im Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) die Aufgabe übernommen, behinderte Menschen zu beraten. Im Gebäude des ehemaligen „Plauderstübchens“ an der Lübbener Logenstraße hat ihm der ASB das Büro eingerichtet, zu dem noch eine kleine Begegnungsstätte - insbesondere für Selbsthilfegruppen - gehört.
Zweimal wöchentlich ist Stobernack dort zu festen Zeiten für Behinderte und deren Angehörige ebenso zu erreichen wie für andere, die Fragen zu sozialen Themen haben. „Niemand wird weggeschickt, ohne dass wir was für ihn tun konnten“ , beschreibt ASB-Geschäftsführerin Helga Meier den Anspruch an die Beratung. „Wir lösen das Problem entweder selbst, oder wir machen das mit der Hilfe anderer.“ Beispielsweise mit dem Sozialamt, dem Behindertenverband des Kreises oder der Arbeiterwohlfahrt, mit der der ASB gute Kontakte pflege. Doch, so Helga Meier, „haben wir in den vergangenen 15 Jahren ein großes Know how entwickelt. Viele Dinge lassen sich deshalb sofort lösen.“
Als der Landkreis die Beratung für behinderte Menschen ausgeschrieben hatte, nachdem die Behindertenarbeitsgemeinschaft „Lausitz“ (bal) die Aufgabe zurück gegeben hatte, „haben wir uns mit einem Konzept beworben“ , so Helga Meier. „Denn wir sind überzeugt, dass eine solche Stelle in der Kreisstadt gebraucht wird und wir sie mit Fachlichkeit und Herz besetzen können.“ Ziel sei es, ein Netzwerk aufzubauen. Schon jetzt zeichne sich ab, dass die derzeit vom Kreis zugebilligten und geförderten 20 Arbeitsstunden für Stobernack nicht ausreichen. „Wir sind überrascht, dass die Beratungsstelle gleich so gut angenommen worden ist“ , sagt Helga Meier. „Wir gehen auch zu den Menschen nach Hause“ , ergänzt Stobernack. „Wir haben deshalb beim Kreis einen Antrag auf zusätzliche Beratungsstunden gestellt. Denn schon jetzt leisten wir Arbeit über die Förderung hinaus“ , ergänzt die ASB-Geschäftsführerin.
Das vor allem deshalb, so Olaf Stobernack, „weil für viele Menschen der direkte Weg zum Amt die Befürchtung mit sich bringt, dort durch Fragen etwas auszulösen, was nicht gewollt ist“ . Über seine Beratung könnten „Hilfesuchender und Hilfegebender zusammengebracht“ und befürchtete Nachteile ausgeschaltet werden.
Die Themen der Beratung, sagt Olaf Stobernack „sind querbeet“ . Zum einen gehe es um ganz normale soziale Alltagsprobleme, oder aber auch um solche mit weit reichenden Konsequenzen, „wenn es um die Pflegestufen geht“ . Hier versteht sich Stobernack als einer, der sich auskennt, „weil ich mich reinfinden kann“ , und der weiß, worauf es bei einem Widerspruch ankommt. Doch auch die Vermittlung von Heim- oder Pflegeplätzen habe im Aufgabenspektrum der Beratungsstelle, die für den gesamten Südkreis Anlaufstelle ist, einen festen Platz.
„Alles fängt mit einem Telefongespräch an“ , beschreibt Stobernack einen Beratungsablauf. Beim persönlichen Gespräch werde das Problem angerissen und dann nach einer Lösung gesucht. So könnte ein Widerspruch vorbereitet, könnten zumindest Schritte zum Lösen des Problems eingeleitet werden. Manchmal reiche schon der Hinweis auf eine der Selbsthilfegruppen aus. „Viele wissen nämlich nicht, dass es gerade für ihr Problem schon eine Selbsthilfegruppe gibt“ , sagt Stobernack.

Hintergrund Behindertenberatung
 Die Behindertenberatung findet derzeit dienstags von 8 bis 16 und freitags von 8 bis 13 Uhr im ehemaligen „Plauderstübchen“ , Logenstraße 17, statt. Termine können über Olaf Stobernack telefonisch unter 03546/27 84 40 oder über die zentrale ASB-Servicerufnummer 03546/4057 vereinbart werden.
Angestrebt wird, das Beratungsangebot auszuweiten und dem Bedarf anzupassen.
Ebenfalls untergebracht sind im „Plauderstübchen“ mehrere Selbsthilfegruppen (Demenz und Hörbehinderung). Deren Zeiten sind in der RUNDSCHAU nachzulesen oder in der Beratungsstelle abzufragen.