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Bauausschuss ist gegen Windräder

Der Bauausschuss der Stadtverordnetenversammlung Lübben hat sich dagegen ausgesprochen, dass in Radensdorf Windräder errichtet werden. Er lehnte den Antrag der Windpark Radensdorf GmbH, den Flächennutzungsplan der Stadt in ihrem Sinne zu ändern, ab. Damit ging er einen Schritt weiter als die Stadtverwaltung. Sie hatte vorgeschlagen, diese Entscheidung auszusetzen, bis der Entwurf des Teilregionalplans für Windkraftnutzung der Planungsgemeinschaft Lausitz-Spreewald vorliegt. Von Dörte Hellwig

Mit diesem Vorschlag der Verwaltung "wird versucht, das zwischen Baum und Borke abzuhandeln", sagte Ulrich Krumpe (Die Linke). Er habe in Radensdorf seitens der Bevölkerung "einen starken Gegenwind" gegen das Vorhaben erlebt. Deshalb beantragte er "ein klares Votum abzugeben und den Antrag abzulehnen", anstatt mit der Entscheidung zu warten.

Nicht um jeden PreisRolf Quasdorf (CDU) stimmte ihm zu. "Wir sind nicht gegen Windkraftnutzung. Aber wir wollen sie nicht um jeden Preis, sondern dort, wo sie verträglich ist", sagte der Abgeordnete. "Die Leute wollen die Räder nicht vor ihrer Haustür haben. Wenn die Mehrheit der Radensdorfer dagegen ist, können wir als Vertreter der Bürger nicht anders entscheiden."

Gegenwärtig kann sich Lübben mit dem Bauantrag für Windräder in Radensdorf nicht einverstanden erklären, so Stadtplanerin Brunhilde Hamann. Das würde dem rechtsgültigen Flächennutzungsplan widersprechen. "Damit könnte auch das Landesumweltamt den Antrag nicht genehmigen." Nun habe der Investor beantragt, den Flächennutzungsplan zu ändern. Der Vorschlag der Verwaltung, mit dieser Entscheidung zu warten, bis der Regionalplan für Windkraftnutzung vorliegt, sei im Laufe der vergangenen Wochen gewachsen. Das geschah laut Brunhilde Hamann "vor dem Hintergrund, dass wir die Unterlagen und die Einstellung der Radensdorfer noch nicht kannten". Von dort war bis vor kurzem nur die positive Stellungnahme des Ortsbeirates bekannt.

Klar Position beziehen Aus heutiger Sicht gebe sie Ulrich Krumpe recht, so Brunhilde Hamann. Mittlerweile "haben wir zu den Unterlagen recherchiert und in Radensdorf hat sich ein starker Widerstand formiert". Als weiteren Grund für ein klares Votum verwies sie auf den Regionalplan Windkraftnutzung, der erarbeitet werde. "Wenn wir eine Chance haben wollen, mit unseren Anliegen berücksichtigt zu werden, ist es besser, sich als Stadt klar zu positionieren."