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Sanierung
Bauarbeiten am Wehr im Plan

Der Bau der neuen Wehranlage bei Hartmannsdorf liegt im Zeitplan. In diesem Frühjahr soll die neue Schleuse eingeweiht werden. 2019 soll das Gesamtvorhaben fertig sein. Es kostet rund elf Millionen Euro.
Der Bau der neuen Wehranlage bei Hartmannsdorf liegt im Zeitplan. In diesem Frühjahr soll die neue Schleuse eingeweiht werden. 2019 soll das Gesamtvorhaben fertig sein. Es kostet rund elf Millionen Euro. FOTO: Andreas Staindl
Lübben. Die Pfeiler des Hartmannsdorfer Wehres werden gerade errichtet. Flügelwände sollen verhindern, dass das Wasser um das Wehr herumläuft.

Noch kann der Winter dem Wehrersatzbau bei Hartmannsdorf (Stadt Lübben) nichts anhaben. „Wir liegen im Zeitplan“, sagt Sven Gerhardt. „Nach jetzigem Stand kann die neue Schleuse ab Frühjahr dieses Jahrs genutzt werden.“

Der Abteilungsleiter Wasserbau des Wasser- und Bodenverbands „Nördlicher Spreewald“ hat die Oberbauleitung des Projekts. Er ist regelmäßig vor Ort, um sich mit den Bauleuten abzusprechen. Aktuell werden die Pfeiler auf der Hartmannsdorfer Seite errichtet. Reichlich Eisen wird als Bewährung verbaut, Beton geschüttet. Zudem werden so genannte Flügelwände gefertigt. Sie sollen später verhindern, dass das Wasser um das Wehr herumläuft.

Seit November 2016 wird an der Wehranlage in Nähe des Lübbener Ortsteils gebaut. Der Wasser-und Bodenverband „Nördlicher Spreewald“ führt die Arbeiten im Auftrag des Lands Brandenburg durch. 2019 soll der Wehrersatzbau realisiert sein. Derzeit spricht nichts dagegen. „Die Bauarbeiten gehen wie geplant voran“, sagt Sven Gerhardt. „Erst ab Temperaturen unter minus fünf Grad wird es problematisch. Dann kann der Beton nicht mehr verarbeitet werden.“

Derzeit aber zeigt der Winter noch nicht seine kalte Schulter. Das hat dazu geführt, dass auch die Bodenplatte für das Bedienhaus schon fertig ist. Das Gebäude werde in den nächsten Wochen aufgesetzt. Anders als ursprünglich geplant wird es keine Treppe für den Ausstieg an der Schleuse im Unterwasser aus Richtung Schlepzig (Unterspreewald), sondern einen Schwimmsteg dort geben. „Der Steg passt sich den unterschiedlichen Wasserhöhen an“, erklärt Sven Gerhardt. „Das bringt erheblich mehr Sicherheit etwa für Kahnfahrer, denn bei einem höheren Wasserstand würden Stufen der Treppe unter Wasser stehen, was für den Wassertourismus nicht ungefährlich ist.“

Wenn im Frühjahr dieses Jahrs die ersten beiden Wehrfelder realisiert sind und die Schleuse in Betrieb ist, können Kahnfahrer, Paddler und andere Wassernutzer die Wehranlage dort passieren. Die temporäre Schleuse auf der Seite der Fischteiche wird dann zurückgebaut, wie Sven Gerhardt sagt. Sie ermöglicht zurzeit Kahnfahrern und Wassertouristen das Überwinden der unterschiedlichen Wasserhöhen während der Bauzeit. Ein Teil der für die temporäre Schleuse verwendeten Spundwände verbleibt im Wasser und bildet die Begrenzung für den künftigen Fischpass. Der Fischaufstieg wird gemeinsam mit den Wehrfeldern drei und vier realisiert. Mit diesem Bauabschnitt wird nach der Eröffnung der neuen Schleuse begonnen.

Elf Millionen Euro kostet der gesamte Wehrersatzbau. Das Projekt ist das größte Bauvorhaben einer Wehranlage, das derzeit im Land Brandenburg realisiert wird. 4,4 Millionen Euro investiert das Land, 6,6 Millionen der Bund. Die Stadt Lübben nutzt das Vorhaben, um eine Querung für Fußgänger und Radfahrer parallel zur Wehranlage errichten zu lassen.

Mit dieser Maßnahme wird ein touristischer Wanderweg wieder verbunden – so wie schon Jahrzehnte zuvor. Fußgänger und Radler müssen bis dahin noch auf alternative Routen ausweichen. Die alte Wehranlage inklusive Bediensteg musste abgerissen werden, weil ihr der „Betonkrebs“ zugesetzt hatte, sie marode war. Das alte Wehr stammt aus dem Jahre 1936. Die Anlagen wurden zu DDR-Zeiten rekonstruiert.

Teile der alten Anlage sollen künftig an das Ufer umgesetzt werden und als technisches Denkmal erhalten bleiben. Das war eine Forderung der Denkmalschutzbehörde. Schautafeln sollen Interessierte über die Wehranlage bei Hartmannsdorf informieren.