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Baruth hat wieder einen Weinberg

Luckau.. Baruth hat seine Weinbautradition wieder belebt. Die Reben sind in der Erde, in drei Jahren soll es die erste Lese auf dem Weinberg „Baruther Mühlenberg“ geben. Andreas Staindl


Wo zu DDR-Zeiten Motocross-Maschinen knatterten, stecken jetzt 500 Weinreben ihre Köpfe aus der Erde, weitere 700 sind geplant. Das ortsansässige Institut zur Entwicklung des ländlichen Kulturraumes (I-KU) trägt das Projekt. Mitinitiator Horst Heinisch sagt, dass in Baruth Qualitätswein erzeugt werde.
Das Brandenburger Umweltministerium habe die Genehmigung für die Neuanpflanzung zur Erzeugung von Qualitätswein erteilt. Der Baruther Weinberg sei landesweit einer von vier Standorten, auf denen edle Tropfen erzeugt werde. Im Teltow-Fläming-Kreis ist es laut Heinisch das erste Projekt dieser Art. Der Baruther Weinberg soll nach biologischen Weinbaumethoden bewirtschaftet und von einem Winzer fachlich betreut werden.

Ökologischer Anbau
"Wir haben pilzresistente Neuzüchtungen angebaut, um weitgehend auf die chemische Keule zu verzichten", erklärt Horst Heinisch. Die Weißweinsorten Johanniter, Helios und Solaris würden später gemischt. Der Baruther Qualitätswein solle geschmacklich an einen leichten und frischen Riesling erinnern. Heinisch sagt, dass der Verein für Arbeitsförderung und berufliche Bildung Luckenwalde das Weinbergprojekt mit 10 000 Euro gefördert habe. Die Stadt Baruth habe sich mit 2000 Euro beteiligt. "Der Weinberg bereichert unser kulturelles Angebot", begründet Bürgermeister Peter Ilk. "Die Idee fasziniert mich, ich bin den Initiatoren sehr dankbar."
Ragna Haseloff vom I-KU sagt, dass der Weinberg ein Ort des Austauschs und der Gemeinschaft werden soll: "Weinvermarktung auf hohem Niveau." Im Herbst dieses Jahres soll das erste Weinfest gefeiert werden. Parallel dazu ist das zweite "Baruther Gespräch" zur Kultur der Sinne und des Geschmacks geplant.
Die Initiatoren sind jetzt dabei, den Weinberg auf ökonomisch gesunde Füße zu stellen. Geplant sind Patenschaften und Rebscheine. Zudem soll über das Projekt zumindest eine halbe Arbeitsstelle entstehen.

Motiv im alten Stadtwappen
Wein sei auch im alten Baruther Stadtwappen das zentrale Motiv. Horst Heinisch erklärt, dass die Stadt Baruth bis in das 19. Jahrhundert hinein einer von vielen Brandenburger Weinorten gewesen sei. Im kleinen Stil sei der Weinanbau noch bis vor 40 Jahren gepflegt worden. Das I-KU setzt jetzt diese Tradition fort.