| 02:46 Uhr

Bahnhof ist nicht nur ein Haltepunkt

Das Bahnhofsgebäude Schönwalde auf einer historischen Postkarte.
Das Bahnhofsgebäude Schönwalde auf einer historischen Postkarte. FOTO: Sammlung Stefan Schmolke
Schönwalde. Wenn Reisende auf dem Schönwalder Bahnhof zum Bahnsteig gehen, dann führt sie der Weg zwar nicht durch die gute Stube der Familie, aber immerhin über das historische Kopfsteinpflaster auf ihrem Grundstück. So ist es per Wegerecht mit der Bahn geregelt. Ingrid Hoberg

Die sechsköpfige Familie hat vor mehr als einem Jahr den Zuschlag für das Gebäude bekommen, als es bei der Berliner Auktion angeboten wurde.

Das Haus ist denkmalgeschützt und die Außenhülle ist im Laufe der Zeit kaum verändert worden, wie der Vergleich mit der Postkarte zeigt. Das ehemalige Bahnhofsgebäude mit Güterschuppen wurde um 1906 erbaut. Im Erdgeschoss befanden sich unter anderem ein Fahrgastraum, im Obergeschoss eine 120 Quadratmeter große Wohnung. Sogar die Kachelöfen stehen noch. "Es ist zwar viel zu tun, aber die Bausubstanz ist in Ordnung", stellt Familienvater Dirk Strese fest. Gemeinsam mit seiner Frau und den vier Kindern will er das Gebäude nutzen. "Wir haben ein Haus in der Nähe von Berlin gesucht", erklärt er. Und in Schönwalde komme vieles zueinander. "Wir haben hier den Spreewald gleich in der Nähe und sind nicht aufs Auto angewiesen - wenn wir aus der Bahn steigen, sind wir gleich zu Hause", sagt der Familienvater. Die Schule und andere Einrichtungen seien gleich in der Nähe. Die Infrastruktur einschließlich Internet sei gut.

Dirk Strese möchte das Bahnhofsgebäude in alter Schönheit wieder erscheinen lassen. "Es ist mit das höchste Gebäude im Ort", sagt er. Zwar gebe es den Balkon nicht mehr, der auf der Postkarte zu sehen ist, aber die Kupferspitzen auf dem Dach lassen sich wieder aufsetzen. "Vielleicht gibt es historisch Interessierte, die dieses Vorhaben unterstützen wollen", sagt er.

Auch das kleine Nebengebäude, in dem sich das Plumpsklo für die Reisenden befand, gibt es noch. "Daraus lässt sich auch noch etwas machen", sagt der Familienvater.