Im Spätherbst soll das elek tronische Stellwerk in Betrieb gehen - und damit ein neues Verkehrszeitalter in Lübbenau starten. Denn die Stilllegung des Bahnüberganges ist der Auftakt für die Arbeiten an der großen Lösung für den Verkehr, um die seit Jahren gerungen wird, und die noch vor wenigen Monaten kaum jemand für möglich gehalten hat. Ziel ist die Schließung der vier Bahnübergänge an Nord- und Südkopf. Dabei will das Rathaus die Verbindungen zwischen Alt- und Neustadt erhalten.Die Idee zur bahnbrechenden Lösung lieferte der Lübbenauer Diplomingenieur Erwin Lieke. Sein Vorschlag, die Unterführung im Karree Berliner Straße/Straße des Friedens/Bahnhofstraße durch zwei Kreisverkehre zu verbinden sowie Geh- und Radweg in der gleichen Unterführung anzulegen, überzeugte letztlich nach langen Debatten die Beteiligten beim Landesamt für Straßenwesen, bei der Bahn, beim Landkreis sowie in der Stadtverwaltung. Liekes Idee ist als Variante 4 nunmehr das von allen Partnern favorisierte Vorhaben. Sie ist die Basis für die detaillierten Planungen, die jetzt folgen. Ehe das alles bis etwa 2014 nach und nach Wirklichkeit wird, müssen sich die Lübbenauer und ihre Gäste auf einige Unannehmlichkeiten einstellen. Die Stilllegung des Bahnüberganges geht einher mit Umleitungen sowie dem Umbau des Überganges Berliner Straße. Fußgänger und Radfahrer - immerhin 200 pro Stunde in der Straße des Friedens - müssen einen Umweg am Sportplatz entlang über die Berliner Straße in Kauf nehmen. Autofahrer müssen über die Friedrich-Engels-Straße ausweichen. Diese wird nach den Worten von Bürgermeister Helmut Wenzel bis spätestens November für gut eine Million Euro ausgebaut. Das gesamte Projekt wird bis zu 20 Millionen Euro kosten - einschließlich eines Rondells am Südkopf sowie des Ausbaus der Güterbahnhofstraße als neuer Landesstraße 49. Nunmehr werde die Finanzierungszusage durch den Bund erwartet, so Wenzel. Sollte diese nicht kommen, dann werde die Stadt die Öffnung des Bahnüberganges in der Straße des Friedens "gegebenenfalls einklagen".