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| 15:15 Uhr

Blick in die Kirchengeschichte
Ausstellung über wendische Kirchen in Lieberose

Lieberose/Friedland. Mit der Reformation bekam die Minderheit in der Lausitz eigene Kirchen zugesprochen.

„Wendische Kirchen zwischen Löbau und Lieberose“ ist der Titel einer Wanderausstellung des Sorbischen Museums aus Bautzen, die vom 1. bis 30. April in der Landkirche in Lieberose und danach bis 2. Juni in der Stadtkirche in Friedland gezeigt wird.

Mit der Reformation setzte sich Luthers Prinzip der Nutzung der Muttersprache im Gottesdienst durch. In den Lausitzer Städten wurden den Sorben/Wenden eigene Kirchen zugewiesen, die in der Regel Filialkirchen der deutschen Stadtkirchen waren. Oft nutzte man ausgediente Klosterkirchen. Die Landbevölkerung und auch ein Teil der Stadtbevölkerung der Lausitz sprachen damals noch sorbisch/wendisch. So entstand mit der Reformation auch ein Schrifttum der Sorben/Wenden.

Heute sind vielen Menschen die sorbischen/wendischen Wurzeln ihrer Region nicht mehr bewusst. Nur die Namen der Kirchen erinnern an sie.

Der Fotografiker Jürgen Matschie machte sich auf die Suche nach den einstigen Standorten der wendischen Kirchen in der Lausitz. Kurze Informationen zur jeweiligen Geschichte der 21 wendischen Kirchen und historische Zitate ergänzen die zwölf Roll-ups.

Die Exposition bietet vor allem ein Podium zur Auseinandersetzung mit der Lokal- und Regionalgeschichte. Sie verweist auf die vielerorts fast vergessene sorbische/wendische Geschichte der Orte Bautzen, Calau, Cottbus, Forst, Friedland, Guben, Hoyerswerda, Kamenz, Lieberose, Löbau, Lübben, Luckau, Muskau, Senftenberg, Sommerfeld, Sorau, Spremberg, Triebel und Vetschau und auf das Schicksal der assimilierten und oft durch die weltliche und kirchliche Obrigkeit ganz gezielt eingedeutschten sorbischen/wendischen Bevölkerung.

Die Wanderausstellung ist Teil eines Förderprojekts des Kulturraumes Oberlausitz-Niederschlesien im Rahmen der 2017 in Bautzen gezeigten Ausstellung „Fünf Jahrhunderte. Die Sorben und die Reformation“ unter Nutzung von Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags und gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk und den Landkreis Bautzen.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter: www.sorbisches-museum.de.

Die Ausstellungseröffnung in Lieberose findet am 1. April 2019 um 18 Uhr in der Landkirche zur Lieberose statt.
Geöffnet ist sie dann vom 2. bis 30. April, Dienstag und Donnerstag 9 bis 12 Uhr. Ort: Evangelische Kirchengemeinde Lieberose, Markt 19
Tel. 033671-2140 · Mail: kirchengemeinde.lieberose@ekkos.de