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| 11:54 Uhr

Ausstellung
Gabriele Klose blickt in die Gesichter

Gabriele Klose aus Glashütte zeigt in der Kleinen Galerie Goyatz auch ein Selbstporträt, das den Titel „Else und ich“ trägt.
Gabriele Klose aus Glashütte zeigt in der Kleinen Galerie Goyatz auch ein Selbstporträt, das den Titel „Else und ich“ trägt. FOTO: Ingrid Hoberg
Goyatz. Die Kleine Galerie Goyatz zeigt bis Ende November Arbeiten der Künstlerin aus Glashütte, die dort die Galerie Packschuppen führt. Von Ingrid Hoberg

„Der Mensch, das sonderbare Wesen: Mit den Füßen im Schlamm, mit dem Kopf in den Sternen.“ Dieses Zitat der Dichterin und Zeichnerin Else Lasker-Schüler (1869 bis 1945) ist der aktuellen Ausstellung in der Kleinen Galerie Goyatz vorangestellt. Gabriele Klose aus Glashütte zeigt 20 Porträts, die überwiegend in den vergangenen zwei Jahren entstanden sind. Dazu gehört auch das Selbstporträt „Else und ich“, das auf die Weltsicht verweist, die beide Künstlerinnen über Zeitgrenzen hinaus verbindet.

„Es ist die Widersprüchlichkeit der Menschen, Positives und Negatives liegen beieinander“, sagt Gabriele Klose, die gern an das Gute glauben will. Sie stellt in ihren Arbeiten Menschen dar, die sie kennt, oft über eine lange Zeit – manchmal schon das ganze Leben wie ihre Söhne Max und Konstantin. Porträtiert hat sie auch Kinder von Glashütte oder die „Wunderschöne Claudia vor mehr als 1000 Tagen“. Als Grundlage dienen Fotos, die sie selbst macht. „Aber ich bin keine Fotografin“, sagt sie und betont, dass sie diese Bilder auch nie ausstellen würde. Sie sind ein Hilfsmittel und dienen als Grundlage für das Zeichnen der Proportionen – darauf aufbauend entsteht das Porträt manchmal erst nach Jahren. „So war es bei Claudia, sie sieht längst nicht mehr so aus“, sagt Gabriele Klose.

Mit dem Titel „Das Lächeln von Karina“ drückt sie das Besondere dieses Menschen aus. Darum geht es ihr, und es sind die Gesichter, die die Künstlerin interessieren. So bleibt sie beim Porträtformat, das in der gegenwärtigen Kunst nicht mehr oft zu finden ist, wie Kurator Peter Löwe feststellt. Für ihn war es gerade deshalb ein Grund, diese Arbeiten von Gabriele Klose, die in Mischtechnik auf Papier entstanden sind, zu zeigen. Die ausgebildete Pädagogin für Kunsterziehung arbeitet beispielsweise auch gern mit Papiercollagen.

„Wir sind im 30. Jahr und bei der 147. Ausstellung“, bemerkt Peter Löwe und versichert, dass es weitergeht und auch eine 150. Ausstellung noch folgen wird. Darauf hofft ebenso Dr. Klaus Ulrich, denn in seiner Arztpraxis (die inzwischen vom Sohn geführt wird) hat das Ausstellungsprojekt sein Zuhause. Noch zum Jahresende soll ein weiterer Künstler unter Nr. 148 präsentiert werden.