(red/kr) Der Betriebsrat der Klinikum Dahme-Spreewald GmbH hat mit einem Brief vom 10. April  den Landrat des Landkreises Dahme-Spreewald und die Mitglieder des Kreistages aufgefordert, die von der Geschäftsführung der Klinikum Dahme-Spreewald GmbH beabsichtigte Ausgliederung von 19 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Physiotherapie zu verhindern, teilt der zuständige Verdi-Gewerkschaftssekretär Ralf Franke jetzt mit.

Der Geschäftsführer der Klinikum  GmbH hatte dem Betriebsrat demnach am 3. April mitgeteilt, dass schon zum 1. Juli die 19 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Physiotherapie zur Kosteneinsparung in die Tochtergesellschaft KDSD – Klinikum Dahme-Spreewald Dienstleistungsgesellschaft mbH – überführt werden sollen.

Der Betriebsrat spricht sich gegen die Ausgliederung aus, weil die Physiotherapie eine medizinische Leistung am Patienten ist und nicht in eine nicht medizinische Tochtergesellschaft ausgegliedert werden sollte. Die Ärzte der Klinik teilen die medizinischen Anforderungen zur Physiotherapie direkt den Physiotherapeuten mit. Der Betriebsrat befürchtet einen Qualitätsverlust und die Verschlechterung der Arbeitsbedingungen für die Physiotherapeuten.

Die Gewerkschaft Verdi unterstützt die Position des Betriebsrates und fordert ebenfalls, dass die beabsichtigte Ausgliederung der Physiotherapeuten verhindert werden muss. „Die Physiotherapeuten sind in die betrieblichen Arbeitsabläufe der Klinik eingebunden und den vorhandenen Weisungsstrukturen der Klinik unterworfen. Eine Ausgründung ist daher nicht möglich“, begründet der Gewerkschaftssekretär.

In Berlin hat der Berliner Senat vor Kurzem die Rückführung der Physiotherapeuten aus den Tochtergesellschaften in die Charité und in die Vivantes-Klinik beschlossen, verweist Verdi in die Hauptstadt.

Die Arbeitsbedingungen sind seit dem Jahr 2012 durch einen Haustarifvertrag geregelt. Der letzte Tarifvertrag, der auch die Arbeitsbedingungen für die Physiotherapeuten regelt, stammt vom 13. September 2017. Die letzte Tariferhöhung erfolgte am 1. April 2018. Die Gewerkschaft Verdi hat die Entgelttabellen des Haustarifvertrages fristgemäß zum 28. Februar 2019 gekündigt. Die laufenden Tarifverhandlungen werden am 30. April  in Lübben fortgesetzt. Die Gewerkschaft Verdi fordert die Übernahme der Entgelttabellen des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst, die auch in Berlin bei der Charité und bei der Vivantes-Klinik Anwendung finden.