| 02:33 Uhr

Ausgezeichnete Gasthöfe geehrt

Gemeinsamer Jubel auf der Brücke: alle 32 Vertreter der Brandenburger Gastlichkeit im Raum Luckau, Lübben, Lübbenau, Vetschau, Burg und Cottbus auf einen Blick.
Gemeinsamer Jubel auf der Brücke: alle 32 Vertreter der Brandenburger Gastlichkeit im Raum Luckau, Lübben, Lübbenau, Vetschau, Burg und Cottbus auf einen Blick. FOTO: Ingvil Schirling
Lübben/Luckau. Gehoga verleiht Siegel für "Brandenburger Gastlichkeit" unter anderem an zwei Luckauer Betriebe. Das Landhaus Duben erhält das beste Ergebnis. Ingvil Schirling

Gastlichkeit, Service und Qualität im Tourismus werden im Spreewald und in Cottbus schon lange groß geschrieben. Damit das so bleibt und immer besser wird, verleiht die Gehoga jedes zweite Jahr das Siegel Brandenburger Gastlichkeit. Diesmal war der Lübbener Stephanshof Gastgeber für 32 Preisträger aus Luckau, Lübben, Burg, Lübbenau, Vetschau und Cottbus bis nach Roggosen.

Aus Luckau waren das Landhaus Duben und das Freesdorfer Landgasthaus zum Auerochsen dabei, deren Betreiber erfreut Plakette, die Urkunde und den dicken Bewertungskatalog entgegen nahmen.

Besonders begeistert waren Anita Zingelmann und Servicekraft Mandy Laaß vom Landhaus Duben. Nicht nur erhält der Familienbetrieb bereits zum fünften Mal in Folge die begehrte Auszeichnung. Er erreichte dabei auch brandenburgweit die zweithöchste, für den Raum Spreewald/Cottbus die höchste Bewertung mit 97,9 Prozent. "Wir sind wahnsinnig stolz", sagt Anita Zingelmann. Am besten schnitt ein Betrieb aus Nordbrandenburg mit 98 Prozent ab.

Der 38 Seiten starke Katalog enthält die Hinweise der Gäste, die die Betriebe getestet hatten und auf deren Einschätzung die ehrenvolle Aufnahme in die zweijährlich neu bestimmte Reihe der Hotels, Cafés, Pensionen und Landgasthöfe basiert. Einen Einblick mit Schmunzelqualität erhielten die Gäste, als reihum die Einschätzungen der Gäste vorgelesen wurden. Gleichzeitig skizzierten diese Zitate auch die Vielfalt der herausragenden Qualitäten und warfen ein Licht auf das, was sich Gäste wirklich wünschen. Die "Vielzahl an Windbeuteln" beispielsweise begeisterte die Gäste-Tester am "Grünen Strand der Spree" in Lübbenau. Mit "vielen Kleinigkeiten, die zeigen, wie viele Gedanken sich da jemand macht", punktete der Spreewaldhof Leipe. Die "stimmige Anlage, die sich wie ein roter Faden durchs Haus zieht", wurde besonders an der Pension Schlangenkönig in Burg gelobt.

Bei aller Freude über die Auszeichnung, über die boomende Tourismusbranche und das seltene Wiedersehen so vieler Gastwirte auf einmal kamen die kritischen Punkte aber auch nicht zu kurz. Besonders Dahme-Spreewald-Landrat Stephan Loge (SPD) legte wiederholt den Finger in die Wunden Nachfolgeregelungen, Fachkräftemangel, Personal. Die Situation ist prekär, vor allem im Spreewald, das wurde trotz des festlichen Anlasses nicht unter den Teppich gekehrt. Immer häufiger stoßen Gastgeber an Grenzen, können Leistungen nicht mehr anbieten, müssen die Karte verkleinern, früh Schluss machen, sich die Ausrichtung großer Veranstaltungen wie Hochzeiten gründlich überlegen. "Das nehme ich mit", sagte Dehoga-Präsident Olaf Schöpe aus Cottbus. Geschäftsführer Olaf Lücke räumte ein, dass einige Betriebe genau aus dem Grund, derzeit nicht genügend Fachkräfte zu haben, an dem Test durch Gäste nicht teilnehmen wollten. "Aber jeder Gast ist doch ein Tester", warb er dennoch fürs Mitmachen. Unterm Strich sei die Zahl der teilnehmenden Betriebe dennoch leicht gestiegen.

Hinweise gab es außerdem in die Richtung, regionale Produkte mehr und besser als bisher zu vermarkten. Olaf Schöpe machte das am Beispiel Peitzer Karpfen deutlich: "Das ist etwas, das wir mehr nach vorne bringen müssen. Wir haben hier nachhaltige Fischzucht und brauchen nicht alles aus dem Meer holen." Olaf Lücke wies zudem darauf hin, dass die Allergenkennzeichnung inzwischen Pflicht ist und regte an, dafür eine eigene Speisekarte zu erstellen, die auf Anfrage vorgelegt werden kann.

Dass es Hotels, Pensionen und Gasthöfe trotz aller Probleme aber gut funktionieren können, zeigt das Beispiel des Lübbener Stephanshofs als Gastgeber der Veranstaltung und Auszeichnungsträger. Mit Robert Stephan als Sohn von Peter und Bergit Stephan ist die nächste Generation am Ruder, die letzten Winter eine umfangreiche Renovierung und Modernisierung veranlasste. Auch das wird mit der Plakette gewürdigt.

Zum Thema:
Seit 14 Jahren organisiert die Gehoga als Wirtschafts-Tochter der Dehoga die "Brandenburger Gastlichkeit". Mehr als 300 Betriebe nahmen diesmal teil, gestestet von Gästen mit mehr als 120 Fragen, die am Ende Prozentzahlen ergeben. Für "Service" werden inzwischen durchaus hier und da 100 Prozent erreicht. Mehr auf www.brandenburger-gastlichkeit.de . Dort finden Gäste Orientierung, wer das Siegel hat. Die Prüfung soll außerdem Ansporn und Motivation für weitere Qualitätsverbesserungen sein.