Von Andreas Staindl

Drei Jahre lang haben sie gebüffelt. Jetzt gab es die Zeugnisse. Die Absolventen der Heinz-Sielmann-Gesundheits- und Krankenpflegeschule der Klinikum Dahme-Spreewald GmbH in Lübben hatten kürzlich ihren großen Tag. Yvonne Viehrig würdigte die Schülerinnen und Schüler, die ihre Examen bestanden haben. „Das ist eine Leistung, auf die sie stolz sein können“, sagt die stellvertretende Schulleiterin. „Sie haben sich für einen ganz besonderen Beruf entschieden, der allerdings viel zu wenig Beachtung findet.“ Die Schulleiterin Claudia Heim wünscht sich deshalb, „dass die Absolventen über ihren Beruf reden: „Wir brauchen die Wertschätzung für Pflegeberufe.“

25 Frauen und Männer haben jetzt als Absolventen der Gesundheits- und Krankenpflege ihre Zeugnisse erhalten, vier von ihnen als Pflegehilfe. „Wer die Ausbildung bei uns absolviert hat, der hat es wirklich geschafft“, sagt Claudia Heim. „Denn die Ausbildung bei uns ist umfangreicher als in anderen Berufen.“ Seit zehn Jahren gibt es die Ausbildungsstätte in ihrer derzeitigen Form in Nachbarschaft der Spreewaldklinik.

„Wir sind stolz auf unsere Schule“, sagt Michael Kabiersch, Geschäftsführer des Klinikum Dahme-Spreewald. „Sie hilft, den Pflegenotstand zu bekämpfen, denn Pflegekräfte werden händeringend gesucht. Die Absolventen von heute werden nie in die Situation kommen, dass ihre Arbeitskraft nicht mehr benötigt wird.“ Deshalb ist es für den Geschäftsführer „sehr erfreulich, dass wir Anfang Oktober dieses Jahres 34 neue Schülerinnen und Schüler bei uns begrüßen konnten“.

Die jetzigen Absolventen haben ihre Lehrzeit gerade hinter sich. 30 sind vor drei Jahren gestartet, 26 wurde ein Vertrag angeboten. 19 konnten ihn annehmen, denn nicht alle haben den Abschluss geschafft; sie holen ihn nach. Doch auch so ist die Nachwuchsgewinnung eine Erfolgsgeschichte „19 neue Mitarbeiter – das kann sich sehen lassen“, sagt Ragnhild Münch, Pressesprecherin des Klinikums. „Sie haben schon vor einem Jahr Verträge angeboten bekommen und verstärken jetzt unsere Teams“, ergänzt Michael Kabiersch. Dass so viele Absolventen dem Unternehmen erhalten bleiben, liegt dem Geschäftsführer zufolge auch „an den hohen Gehältern, die wir zahlen. Sie sind landesweit fast die höchsten.“

Die neuen Mitarbeiter haben sich mit Leistung für ihre Aufgabe in der Spreewaldklinik empfohlen. Zwei Absolventen konnten als Beste ihre Ausbildung mit 2,0 beendet, darunter eine Schülerin aus der Mongolei – sie hatte die beste mündliche Prüfung abgelegt. Auch eine Russin und eine Vietnamesin haben ihre Zeugnisse jetzt erhalten. Unter den Absolventen der Gesundheits- und Krankenpflege sind vier junge Männer sowie fünf Leute, die bereits eine Ausbildung abgeschlossen hatten. Zwei hatten zuvor ein freiwilliges soziales Jahr (FSJ) und ein Absolvent den Bundesfreiwilligendienst absolviert.

Die Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflegeschule in Lübben ist offenbar von hoher Qualität. Das zeigt das gute Abschneiden während des vergangenen Bundeswettbewerbs „Bester Schüler in der Alten- und Krankenpflege“. Marie Quendt hat dort einen vierten Platz belegt, zudem die beste Pflegeplanung erstellt. „Ein hervorragendes Ergebnis“, sagt Michael Kabiersch. Susanne Rieckhof (SPD) freut sich mit ihr und den anderen Absolventen. „Sie haben sich mit ihrer Ausbildung das Rückgrat ihres Lebens geschaffen“, sagt die Bildungsdezernentin des Landkreises Dahme-Spreewald. „Schön, dass sich junge Leute für einen sozialen Beruf entschieden haben.“ Sie dankte aber auch denen, die die jungen Leute während deren Ausbildung begleitet hatten – den Praxisanleitern, Mentoren und Lehrern. Susanne Rieckhof warb zudem um den Fachkräftenachwuchs: „Bleiben Sie uns bitte erhalten, denn wir brauchen sie alle hier in unserem Landkreis.“

Infos über die Gesundheits-und Krankenpflegeschule Lübben unter www.krankenpflegeschule-kds.de