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| 13:33 Uhr

Wirtschaftsentwicklung
Ausbau des öffentlichern Nahverkehrs ist eine zentrale Aufgabe

Innovative Ansätze zur Verbesserung der Mobilität  im Wirtschaftsraum Spreewald erarbeitet.
Innovative Ansätze zur Verbesserung der Mobilität im Wirtschaftsraum Spreewald erarbeitet. FOTO: Wirtschaftsregion Lausitz GmbH
Lübben. Innovative Ansätze zur Verbesserung der Mobilität  im Wirtschaftsraum Spreewald erarbeitet.

Die Wirtschaftsregion Lausitz GmbH hat heute hat jetzt eine erste positive  Bilanz des Modellvorhabens „Lebendige Regionen – Aktive Regionalentwicklung als Zukunftsaufgabe: Mobilitätsmanagement Wirtschaftsraum Spreewald“ gezogen.  Hauptziel des Projektes sei es, unter Berücksichtigung des besonderen Schutzes der Naturlandschaft Spreewald, innovative Ansätze auszuarbeiten, die nachhaltig die Verkehrssituation verbessern, sagte Norman Müller, Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Lausitz GmbH. Regionale Akteure haben sich im Projekt zu mehreren Arbeitskreisen zusammengeschlossen. Im Lenkungskreis arbeiten unter der Leitung der Wirtschaftsregion Lausitz GmbH Vertreter aus den Landkreisen Dahme-Spreewald, Oberspreewald-Lausitz, Spree-Neiße und  die Stadt Cottbus, der Tourismusverband Spreewald, der Spreewaldverein, das Biosphärenreservates Spreewald sowie die Regionale Planungsgemeinschaft Lausitz-Spreewald. Neben der Analyse und Bewertung vorhandener regionaler Konzepte sowie der derzeitigen Versorgungs- und Mobilitätsangebote gab es einen breiten Dialog mit den Kommunen, Bürgern und Experten.

 „Die Notwendigkeit der Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs im Wirtschaftsraum Spreewald ist die zentrale Erkenntnis der ersten Projektphase“, sagt Norman Müller. „Mit der Einführung einer Gästecard zahlt jeder Übernachtungsgast der Region zukünftig einen Umlagebeitrag und kann damit den ÖPNV kostenfrei nutzen. Die damit generierten zusätzlichen Einnahmen sind ein wichtiger Beitrag, um Qualitätsverbesserungen im Nahverkehr  zu finanzieren.“ 

 Christoph Gipp leitet als Geschäftsführer den Bereich Mobilität am IGES Institut, welches das Projekt  fachlich betreut. Er stellte   die Gästekarte und weitere Verkehrsverbesserungspotenziale vor. Einen intensiven Erfahrungsaustausch zur Gästekarte gab es im Mai 2017 im Schwarzwald bei den Betreibern der   Konus-Card. Um eine solche Karte auch im Spreewald einführen zu können, müsste das brandenburgischen Kommunalabgabengesetz geändert werden. Eine entsprechende Initiative ist   auf den Weg gebracht und befindet sich derzeit in der zweiten Abstimmungsphase auf Landesebene.

Auch punktuelle Maßnahmen im ÖPNV und die Vermarktung von Verkehrsangeboten können entscheidend für den Erfolg im öffentlichen Nahverkehr beitragen. Im nördlichen Bereich der Modellregion sind derzeit schon konkrete Vorhaben in der Diskussion.

Als weitere Maßnahme hat die Brandenburgische Technische Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg Vorschläge zur Gestaltung von Mobilitätsstationen in den Gemeinden Burg, Calau und Vetschau erarbeitet. Jason-Caron Schejno, wissenschaftlicher Mitarbeiter der BTU zeigt auf, wie die Themen Carsharing und Elektromobilität mit verschiedenen Verkehrsmitteln an den Standorten eingebunden werden können. Die Ausgestaltung der Mobilität sollen den landkreisübergreifenden ÖPNV mit bedarfsgerechten und alternativen Angeboten verbessern. Für vergleichbare ländliche Regionen sind diese ebenfalls umsetzbar. Da in den studentischen Entwürfen charakteristische Elemente für die Räume erarbeitet wurden, können diese auf eine Vielzahl an Standorten übertragen werden.

Das Projekt wird von Beginn an   finanzwissenschaftlich  unterstützt. Bei der Ansprache der Kämmerer wurde der regionale finanzielle Handlungsspielraum aufgezeigt und in Form von Planspielen ausgetestet. Tim Starke von der Universität Leipzig legte die Forschungsergebnisse unter besonderer Beachtung der Entwicklung in der Modellregion dar.

 Vera Moosmayer vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat zeigt   auf, wie die Ergebnisse der Modellregion Wirtschaftsraum Spreewald aus Sicht des BMI einzuschätzen sind.

 Die Erwartungen an eine zweite Projektphase sind groß. „Wir möchten die Erkenntnisse aus der 1. Phase des Moro-Projektes nun praktisch umsetzen. Die Einführung einer Gästecard/Spreewaldcard und Maßnahmen zur Verbesserung der Fachkräfte- und Auszubildendenmobilität gilt es  nun weiter voranzubringen“, sagt Norman Müller.