ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:45 Uhr

B 87
Komplexes Bauen in Lübben

So siehst die Planung für die Fußgängerinsel vom Schloss zum Landratsamt und zur Gerichtsstraße aus.
So siehst die Planung für die Fußgängerinsel vom Schloss zum Landratsamt und zur Gerichtsstraße aus. FOTO: LR / Jakwert
Lübben. Der Ausbau des Ernst-von-Houwald-Dammes erfordert ein abgestimmtes Vorgehen.

Der Siemens-Lufthaken ist noch nicht erfunden, an dem eine Umleitung während des Ausbaus des Ernst-von-Houwald-Dammes, der B 87, mit zwei Mittelinseln aufgehängt werden könnte. So kommt auf die Lübbener eine Baustelle zu, die für alle eine Herausforderung wird. Nach dem Spreewaldfest wird mit der Baustelleneinrichtung und dem Straßenausbau einschließlich der Neuverlegung sämtlicher Medien begonnen. Und dann ist für rund anderthalb Jahre das Bauen unter schwierigen Platzbedingungen angesagt.

Thomas Kung vom Planungsbüro Degat hat die Ausführungsplanung im Bauausschuss vorgestellt. Die beiden Querungsinseln, eine an der Schlossinsel und die andere am Schloss, sind die markanten Punkte. „Mit dieser Maßnahme soll das Schlossumfeld besser an die Stadt herangeführt werden“, erklärt der Planer. Nach den Vor- und Entwurfsplanungen, die in der Vergangenheit umfänglich in den Fachausschüssen und in der Stadtverordnetenversammlung diskutiert worden sind, ist die jetzt vorgelegte Planung die Grundlage zur Ausschreibung der Baumaßnahme.

Rund 350 Meter lang ist der Abschnitt, in dem gebaut wird. Er beginnt hinter dem Kreisverkehr, hinter der Brücke über die Neue Spree, und endet an der Lohmühlengasse. Der Planer hat detailliert das Vorhaben erläutert, zu dem neben dem Anlegen der Fußgängerinseln der grundhafte Ausbau der Fahrbahn sowie der Bau eines  beidseitigen Geh- und Radweges neben der Fahrbahn gehört. Neben den beiden Baulastträgern, dem Landesbetrieb Straßenwesen und der Stadt Lübben, sind die Unternehmen SEL und SÜW beteiligt, ebenso wie weitere Unternehmen mit ihren Medien. Der gesamte Abschnitt ist in Verantwortung der Stadt Lübben geplant worden. „Es ist ein Novum, dass der Landesbetrieb, der das Vorhaben mit finanziert, die Verantwortung in die Hände der Kommune gibt“, sagt Petra Gutsche vom Bauamt.

Die Fahrbahn wird auf sieben Meter Breite ausgebaut, wobei die südliche Fahrspur der Bundesstraßen den Anforderungen der militärischen Nutzung entsprechen muss, so der Planer. Und weil es sich um eine Bundesstraße handelt, sei auch keine Sperrung während der Bauzeit zulässig. „Es werden zwei Baustraßen angelegt und der Schwerlastverkehr herausgenommen“, sagt Thomas Kung. Dazu soll es eine weiträumige Umleitung über die Autobahn geben. Die Umleitungsstrecken über die L 71 und die B 179 müssen noch vor dem Baubeginn dafür hergerichtet werden.

Das Einrichten einer Baustraße bedeutet, dass die sieben Zierkirschen am Schloss gefährdet sind. Der Planer verwies darauf, dass ein Einkürzen der Kronen sowie eine extreme Verdichtung des Bodens unter den Bäumen erfolgen würden. Ob sich die Zierkirschen danach wieder erholen können, sei zweifelhaft. Vorgeschlagen wird das Fällen der Bäume und das Nachpflanzen von größeren Bäumen, die bereits drei- bis viermal verschult sind.

Ziel der Technologie der Baustraßen sei es, die Belastungen für die Innenstadt so gering wie möglich zu halten. Hotelier Markus Karl, Vertreter des Tourismusvereins, appellierte an die Abgeordneten: „Eine schnelle Fertigstellung muss Priorität haben!“