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| 17:05 Uhr

Landesregierung beantwortet Kleine Anfrage
Radweg B115: noch mehr als fünf Jahre durch Pfützen und Sand?

   Ganz außen vorbei fahren findige Radfahrer an dieser größeren Pfütze auf Höhe der Kita Guten Laune, die diese Woche auch noch gut vereist war. Es ist der Abschnitt der B115, dessen Geh- und Radweg unbefestigt ist.
Ganz außen vorbei fahren findige Radfahrer an dieser größeren Pfütze auf Höhe der Kita Guten Laune, die diese Woche auch noch gut vereist war. Es ist der Abschnitt der B115, dessen Geh- und Radweg unbefestigt ist. FOTO: LR / Ingvil Schirling
Lübben. Sanierung startet nicht vor 2023, weil zuerst die B 87 ausgebaut wird. Für eine städtische Lösung für den strittigen Geh- und Radweg gibt es im Grundsatz grünes Licht. Von Ingvil Schirling

Dass so viele Straßen und Wege gebaut sind, der Geh- und Radweg an der B 115 in Lübben aber immer noch teils schlecht, teils nicht vorhanden ist, hat schon vergangenes Jahr in der Spreewald­stadt für Diskussionen gesorgt. Dass sich drei Jahrzehnte nach der politischen Wende an dieser Stelle so gar nichts tat, sorgte für Frust. Gefordert wird seit vielen Jahren, die Strecke wenigstens provisorisch besser begeh- und befahrbar zu machen. Aktueller Stand ist, dass der Großteil des mehrere Kilometer langen Abschnitts zwischen Berstebrücke und Ortsausgang entweder aus alten Betonplatten besteht oder unbefestigt ist. Die Betonplatten liegen zum Teil nicht mehr plan, und im unbefestigten Abschnitt bilden sich immer wieder große Pfützen.

Hintergrund ist allerdings eine Pattsituation: Die B115 ist eine Bundesstraße. Ausgebaut und finanziert würde – und wird – sie demnach vom Bund – und eigentlich nicht von der Stadt. In der Arbeitsverteilung übernimmt dies letztlich der Landesbetrieb Straßenwesen. Der hat die B 115 zwar schon lange auf dem Schirm, aber sichtbare Ergebnisse ließen bisher auf sich warten.

Aus dem Ärger der Stadtverordneten heraus stellte die Landtagsabgeordnete Iris Schülzke (fraktionslos) eine Kleine Anfrage an die Landesregierung, die Ministerin Kathrin Schneider (SPD) in dieser Woche beantwortete. Demnach soll das Planfeststellungsverfahren Mitte 2019 eingeleitet werden.

Mit dem Bau wird allerdings nicht vor 2023 begonnen. Zuvor war auf 2022 gehofft worden. Doch „derzeit werden in Lübben Ausbaumaßnahmen innerhalb der B 87 umgesetzt“, heißt es in der Begründung. „Eine weitere Straßenbaumaßnahme – wie es im geplanten Umfang der B 115 erforderlich ist – würde den Verkehrsfluss im Stadtgebiet vollständig zum Erliegen bringen.“

Das bedeutet: Erst wird die B 87 fertig gebaut. Der nächste Abschnitt bis zur Bogenbrücke soll direkt an die jetzige Baustelle mit den beiden Verkehrsinseln anschließen. Erst dann, voraussichtlich 2023, wird mit der B 115 begonnen.

Geht es also noch mehr als fünf Jahre durch Pfützen und Sand? Die Antwort der Landesregierung lässt aufhorchen. Es heißt: „Die Möglichkeit von Unterhaltungs- oder Sanierungsmaßnahmen an den vorhandenen Gehwegen für den zuständigen Träger der Baulast im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht ist durch die Planung nicht ausgeschlossen. Ansprechpartner dafür ist die Stadt Lübben.“

„Also könnten wir doch bauen?“, fragt sich jetzt nicht nur Stadtverordneter Frank Selbitz (Pro Lübben). Er ist aktuell auf der Südhalbkugel unterwegs, verfolgt aber dennoch das Geschehen in der Region.

Die Frage wird womöglich kommenden Mittwoch eine erhellende Antwort finden. Beim Bauausschuss der Stadt soll der Landesbetrieb Straßenwesen die Planung vorstellen. Sie ist umfangreich, denn die B 115 wird nach gegenwärtiger Kenntnis vom Ortsschild bis zur Ampel am Brückenplatz ausgebaut werden, inklusive Entwässerung, Brücke, Parkflächen und eben der gemeinsamen Geh- und Radwege.

Eine Antwort würde Verwaltung und Stadtverordnete der Lösung der eigentlichen Kernfrage wieder näher bringen. Warten, bis der Landesbetrieb grundhaft ausbaut, oder auf eigene Kosten vorher anfangen – das war bisher der Knackpunkt. Was wie gemacht werden könnte, hatte sich die Stadtverwaltung namens des Bauamts auch schon überlegt (die LR berichtete). Die Kernfrage konnte jedoch mangels Detailwissen über Art und Weise des Ausbaus bisher nicht beantwortet werden.

Dass der Landesbetrieb die Ausbaupläne für die B 115 vorstellt, war schon für November geplant gewesen. Doch der Termin wurde aus Krankheitsgründen abgesagt. Drei Monate später soll er nun kommende Woche stattfinden. Vielleicht bringt das die Debatte eine Speichenumdrehung weiter.