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Aus Krugau in die ganze Welt

Stabsapotheker Marcus Werner zeigt den Inhalt eines Koffers zur Notfallhilfe. Diese stehen für unvorhergesehene Katastrophenfälle immer zum schnellen Abtransport bereit.
Stabsapotheker Marcus Werner zeigt den Inhalt eines Koffers zur Notfallhilfe. Diese stehen für unvorhergesehene Katastrophenfälle immer zum schnellen Abtransport bereit. FOTO: Anne Guckland
Lübben. Für Katastrophenfälle sind die Mitarbeiter gerüstet. In der Märkischen Heide in Krugau befindet sich eins von drei Sanitätsmateriallagern der Bundeswehr. Unter den 60 Mitarbeitern am Standort sind Soldaten und Bundeswehr-Apotheker, aber auch Zivilisten. Von Anne Guckland

Auf dem 33 Hektar großen Gelände fällt etwas auf: ein rotes Kreuz in einem weißen Kreis. Auf großen Containern, grünen Metallkisten, aber auch auf Erste-Hilfe-Kästen sind sie zu sehen.

Der Bundeswehr-Standort in Krugau ist einer von drei Sanitätsmateriallagern in ganz Deutschland. Auf über 32000 Quadratmetern wird in Lagerhallen und auf dem Freigelände Material aus dem Sanitätsbereich gelagert. "Von Kopfschmerztabletten über Pflaster oder Insektenschutz bis zu Krankentragen, Beatmungsgeräten oder medizinischen Containern ist hier alles vorhanden", erklärt Stabsapotheker Marcus Werner, stellvertretender Leiter des Standortes.

Täglich werden Materialien an die Bundeswehr in das In- und Ausland geliefert. Innerhalb von 24 Stunden sind dringend benötigte Güter in allen Einsatzgebieten der Welt, von Afghanistan bis nach Afrika. In regelmäßigen Abständen wird das Lager mit frischer Ware aus der Industrie bestückt. In Krugau erfolgt die Übernahme und Qualitätskontrolle. Auch werden dort modulare Sanitätseinrichtungen (MSE-Container) überprüft, bestückt und ausgeliefert. "Diese Container sind quasi bewegliche Behandlungsräume", so Werner.

Aber nicht nur auf Auslandseinsätze der Bundeswehr ist man vorbereitet. Auch bei Katastrophenfällen kann Unterstützung geleistet werden. "Wichtig ist: Ein Truppeneinsatz der Bundeswehr darf nur mit einem konkreten Befehl in Deutschland erfolgen", erklärt Oberstleutnant Uwe Rommel, Standortältester und verantwortlich für Pressearbeit. Vor allem medizinisches Material könnte von der Krugauer Kaserne etwa bei Brandkatastrophen zur Verfügung gestellt werden. Dafür sind die knapp 60 Mitarbeiter, darunter eine Handvoll Soldaten, rund um die Uhr in Bereitschaft. In einer der Hallen stehen in einem extra temperierten Raum ständig fertig gepackte Notfallpakte für Katastrophenfälle bereit. In mehreren Koffern sind verschiedenste medizinische Güter zusammengestellt. "Die könnten von hier auch direkt mit dem Hubschrauber zum Unglücksort gebracht werden," informiert Marcus Werner.

Zum Thema:
Der Sanitätsdienst der Bundeswehr ist zentral organisiert. Über die "Streitkräfte Basis", zu dem auch der Standort Krugau gehört, werden die Streitkräfte zu Land, Luft und See bedient. Im Zuge der Bundeswehreform stand auch der Standort Märkische Heide auf dem Prüfstand. Im Oktober vergangenen Jahres wurde die Erhaltung beschlossen. Krugau hat den Status einer Bundeswehr-Apotheke und wird in Zukunft das zentrale Lager für die MSE-Container.