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| 01:04 Uhr

Aus der Quasspree strömt noch zu wenig Wasser

Schlepzig.. „Das ist mir noch zu wenig“ , sagt Ralph Ronneberger. Der Chef des Wasser- und Bodenverbandes „Nördlicher Spreewald“ steht in der Nähe der Schlepziger Buschmühle an einem Schlitzpass und beobachtet, wie durch dieses Bauwerk Wasser aus der Quasspree in ein Fließ strömt. Pass und Fließ hat der Verband neu angelegt. Sie sind Teil eines Projekts, das darauf zielt, alte Wasserläufe zu reaktivieren und die Fließgeschwindigkeit in den Gräben und Altarmen der Spree bei Schlepzig zu steigern. Voriges Jahr war es in Angriff genommen und in diesem beendet worden. Von Dörte Hellwig

„Es funktioniert, wie wir es uns vorgestellt haben“ , schätzt Ronneberger ein. Aber noch fließt ihm zu wenig Wasser. Deshalb hofft er auf den Winter. Dieser Tage sind die Staubeiratssitzungen, bei denen es um den Winterstau gehen soll. Er geht davon aus, dass dann der Pegel der Quasspree erhöht wird und mehr Wasser bei der Buschmühle durch den Pass fließen wird.
Von dort rauscht es in Richtung eines Nadelwehrs, das der Verband nahe der Straße von Schlepzig nach Krausnick gebaut hat. „Hier wird das Wasser verteilt“ , sagt Ronneberger. Ein Teil fließt in einen renaturierten Altarm zum Smallanstrom, ein anderer zum Zerniasfließ. Noch davor strömt das Wasser durch einen weiteren neuen Schlitzpass. Der hat drei Stufen, ist aus Holz und wie alle anderen Bauwerke, die der Verband innerhalb des Projekts errichtet hat, für Fische und andere Lebewesen durchgängig.
Der Altarm, der von dem Nadelwehr aus zum Smallanstrom führt, sei ebenfalls instandgesetzt worden, berichtet der Verbandschef weiter. „Und den Smallanstrom haben wir komplett entschlammt.“ Dieser ist mit einem Meliorationsgraben verbunden worden, der schnurgerade neben einem Feldweg über die Wiesen auf Löwas Brück verläuft. L 171 heißt er. So nichts sagend wie sein Name sah er aus, bis sich der Wasser- und Bodenverband ans Werk machte. „Das Wasser stand hier nur rum“ , erinnert sich Ronneberger.

Aus einem Graben wird ein Bach
Nun ist der Graben über einige Fließe mit dem Schlitzpass an der Quasspree verbunden. Außerdem sind Buhnen in ihn eingebaut worden. „Dadurch soll der Graben mal Dynamik bekommen“ , sagt Ronneberger. „Das Wasser wird sich eine Rinne vorbei an den Buhnen und allmählich verlandenden Stellen suchen und anfangen zu schlängeln. Der Graben wird zu einem Bach, aber das braucht Zeit.“
Dass das Wasser bislang nicht die von ihm gewünschte Dynamik entwickelt hat, liege nicht nur an der geringen Abflussmenge aus der Quasspree, erklärt Ronneberger. „Wir haben hier zurzeit nämlich Rückstau aus dem Staugürtel Neu Lübbenau wegen der geplanten Renaturierung des Leh mannstroms.“ Die ist Teil des Gewässerrandstreifenprojekts Spreewald.
Das vom Wasser- und Bodenverband „Nördlicher Spreewald“ bei Schlepzig realisierte Projekt wurde dagegen aus dem Förderprogramm „Maßnahmen zur Verbesserung des Landschaftswasserhaushalts“ von der EU und dem Land finanziert. „Zu hundert Prozent, also nicht aus unseren Mitgliedsbeiträgen“ , betont Ronneberger. Seit 2002 gibt es dieses Programm. Es ermöglicht dem Verband, innerhalb von sechs Jahren rund fünf Millionen Euro zu investieren. „Ende 2007 ist Schluss“ , sagt Ronneberger. Er hoffe, dass es wenigstens noch für fünf weitere Jahre fortgeführt werde. Denn einerseits verpflichte das Programm, ehemalige Waldarbeiter zu beschäftigen, „die sich gerade eingefuchst haben“ . Andererseits gebe es noch genügend zu tun, sagt Ronneberger und nennt als Beispiel das Ressener Mühlenfließ. Mit dessen Instandsetzung könne etwas für die Qualität des Schwielochsees erreicht werden.

Auch Angelgewässer entschlammt
Das ist Zukunftsmusik. Realisiert ist dagegen das Projekt bei Schlepzig. Wird der Schlitzpass an der Quasspree als sein Anfang betrachtet, so endet es am ehemaligen Mahlbusen, einem Teich, der sich an den L 171 anschließt. Der ist ein Angelgewässer. „Wir haben ihn mit einem Schwammbagger entschlammt“ , erzählt Ronneberger. Ein altes Schöpfwerk, das hier stand, sei abgerissen worden.

Zum Thema Weiteres Projekt
  Ein weiteres Projekt, das der Wasser- und Bodenverband „Nördlicher Spreewald“ mit Hilfe des Förderprogramms realisiert, ist die Renaturierung der Pretschener Spree. Voraussichtlich werde sie 2007 abgeschlossen, so der Chef des Verbandes. „Der spektakulärste Teil davon ist sicherlich der Bau eines neues Wehres“ , sagt Ralph Ronneberger. Der hat kürzlich begonnen.
Mit dem Förderprogramm hat der Verband außerdem im Gebiet von Kockrowsberg etwa 60 kleine Wehre in Ordnung gebracht, so Ralph Ronneberger.