Es war nur eine Voranfrage auf Baugenehmigung. Doch schon die sorgte für Zündstoff. Knackpunkt sind die Routen für die Gülleabfuhr. Die sollen über landwirtschaftliche Wege, aber auch durch die Ortslage Krugau führen.

Der Ortsbeirat befürchtet, dass die Landesstraße 443 und die Gemeindestraßen der zu erwartenden Belastung nicht gewachsen sind. Die Straßen würden das nicht aushalten, sagen der Ortsvorsteher Björn Zwerg und das Beiratsmitglied Uwe Pirsch.

Bernd Lehmann (SPD), der auch in der Gemeindevertretung sitzt, pflichtet ihnen bei: "Wir haben Angst, dass unsere Straßen und Wege in Krugau kaputt gefahren werden. Auch die Kirche ist in Gefahr, sie hat schon Risse. Deshalb haben wir den Antragsteller gebeten, alternative Routen zu prüfen." Das sei eine Forderung der Bürgerversammlung vor Ort gewesen.

Die Bürgermeisterin Annett Lehmann (Pro Märkische Heide) unterstützt diese Forderung. "Die Tragfähigkeit der Straße sowie alternative Fahrtrouten müssen geprüft werden." Ein Grund, die Voranfrage abzulehnen ist das aber nicht, wie Marita Nowigk (Pro Märkische Heide) sagt: "Wenn wir ablehnen, würde das Bauordnungsamt des Landkreises Dahme-Spreewald das Projekt hundertprozentig genehmigen."

Peter Ostwald (CDU) sieht das ähnlich. "Wir kommen an einer Zustimmung der Voranfrage nicht vorbei", sagt er. "Konkrete Punkte müssen später geklärt werden." Er gibt zudem zu bedenken: "Landwirtschaft ist bei uns grundsätzlich möglich."

Sylvia Lehmann (SPD) schlägt in die gleiche Kerbe: "Wir sollten unsere Unternehmen unterstützen, dürfen allerdings auch das Interesse der Bürger nicht aus den Augen verlieren." Sie plädierte für eine Zustimmung mit Hinweisen auf die Bedenken wegen der geplanten Wegenutzung. "Wir haben als Kommune ohnehin wenig Spielraum, das Projekt abzulehnen, dürfen auch keine Auflagen erteilen", sagt Annett Lehmann.

Für Hardy Kutzscher (Pro Märkische Heide) ist die ganze Diskussion "sinnlos, denn schließlich sind die betroffenen Straßen öffentlich gewidmet und für jedermann nutzbar".

Die Gemeindevertreter stimmten der Voranfrage schließlich mehrheitlich zu. Auch das Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz hat sich positioniert und sieht laut Gemeindeverwaltung keine Bedenken.