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| 16:20 Uhr

Tag der Architektur
Aufmerksamkeit für das Schlossumfeld erzielen

Christoph Dieck (2.v.l.) erläutert die Gestaltung des Schlossumfelds in Lübben. Der Tag der Architektur machte neugierig.
Christoph Dieck (2.v.l.) erläutert die Gestaltung des Schlossumfelds in Lübben. Der Tag der Architektur machte neugierig. FOTO: Andreas Staindl
Lübben. Lübbener Ernst-von-Houwald-Damm wird ausgebaut. Von Andreas Staindl

Das Schlossumfeld in Lübben wurde saniert und neu gestaltet, vor etwa einem Jahr eingeweiht. Seitdem wird der neu geschaffene Raum gut angenommen, es wird aber auch diskutiert. Nicht jeder ist von der Gestaltung begeistert, ist uneingeschränkt etwa in die großen roten Blumenkübel verliebt oder hat das große Holzsofa ins Herz geschlossen. Am Wochenende gab es Gelegenheit, hinter die Kulissen des Vorhabens zu schauen. Christoph Dieck vom Architekturbüro Nagler & Dieck brachte anlässlich des Tags der Architektur Interessierten Details und Hintergründe der Gestaltung näher.

Wichtig war ihm zufolge, dass das Schlossumfeld in direkter Beziehung zur Altstadt steht, beide Bereiche optisch verbunden sind. Das wurde durch die Pflasterung erreicht. Die Bundesstraße allerdings zerschneidet die Gesamtfläche. Das wird sich ändern. Ab Ende September diesen Jahres wird der Ernst-von-Houwald-Damm ausgebaut. Zwischen Schloss und Altstadt entsteht eine Mittelinsel, die den Fußgängern die Querung erleichtern soll. „Das wird die fußläufige Erschließung des Schlosses inklusive der Anlagen erheblich erleichtern“, sagt Christoph Dieck.

Er machte zudem auf den ehemaligen Ostflügel des Schlosses aufmerksam, der in den 1930 Jahren abgerissen wurden. Exakt auf dieser Fläche stehen riesige rote Blumenkübel. Es ist eine temporäre Lösung. Die Kübel können umgesetzt werden, wenn es eine Nutzung für das Areal des früheren Ostflügels gibt. Zwei Bewerber gab es laut Dieck schon, doch beide seien wieder abgesprungen. Die roten Kübel werden aber gern von Hochzeitsgästen als Bartische genutzt. „Eine charmante Idee“, sagt der Experte des Architekturbüros. Mit dem benachbarten Holzsofa wurde Wohnatmosphäre des Schlosses symbolisch nach draußen geholt, um die Aufmerksamkeit für das Objekt zu erhöhen. Als überdimensionales Sitzmöbelstück werde es gern von Hochzeitsgesellschaften genutzt.

Das Schlossumfeld insgesamt wurde schlicht und ohne Schnörkel gestaltet. Es ist eines von 31 Objekten im Land Brandenburg die vorgestellt wurden. Die Neugestaltung wurde mit Städtebaufördermittel in Höhe von rund 830 000 Euro realisiert.