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| 02:41 Uhr

Auf den Spuren von Paul Gerhardt

140 Kilometer durch die Natur, Kultur inklusive: Im Sommer 2017 soll der Wanderweg von Berlin in den Spreewald eröffnet werden.
140 Kilometer durch die Natur, Kultur inklusive: Im Sommer 2017 soll der Wanderweg von Berlin in den Spreewald eröffnet werden. FOTO: Fotolia
Lübben. "Geh aus, mein Herz, und suche Freud'" hat Paul Gerhardt bereits 1653 in seinem geistlichen Sommerlied empfohlen. Die Schönheiten der Natur aktiv zu bewundern, liegt im Trend und ist die intensivste Form des Kennenlernens einer Region. 69 Prozent aller Deutschen und die Hälfte aller Brandenburger sind regelmäßig auf Schusters Rappen unterwegs. Wandern hält gesund und ist für Alt und Jung gleichermaßen geeignet und unkompliziert zu jeder Jahreszeit. red/roe

Eine Projektgruppe im Landkreis Dahme-Spreewald hat vor einigen Jahren die Idee entwickelt, die drei Hauptlebens- und Wirkungsstätten des weltbekannten Kirchenlieddichters Paul Gerhardt (1607 bis 1676) mit einer Wanderroute zu verbinden. So sollen die Nikolaikirche in Berlin, die St. Moritz-Kirche in Mittenwalde und die Paul-Gerhardt-Kirche in Lübben als drei von insgesamt zehn Etappenzielen auf dem Wanderweg das Leben und Wirken des bedeutenden evangelisch-lutherischen Theologen erlebbar machen, wie der Landkreis Dahme-Spreewald mitteilt.

Touristiker, Gästeführer, Wanderwegewarte, Pfarrer, der Paul-Gerhardt-Verein Lübben, Vertreter der Anrainerkommunen und der Landkreis Dahme-Spreewald sind an der Projektentwicklung beteiligt. "Der Paul-Gerhardt-Wanderweg wird mit 140 Kilometern Länge ein sehr attraktiver Fernwanderweg zwischen Berlin und dem Spreewald sein. Nach Fertigstellung und Eröffnung im Frühjahr 2017 erwarten wir nationale und internationale Wanderer, die sich für den bisher einzigartigen Themenwanderweg interessieren und sich auf die Spuren von Paul Gerhardt begeben werden", ist Stephan Loge (SPD), Landrat des Kreises Dahme-Spreewald, vom Erfolg der Route überzeugt.

Ausstellung Am kleinen Hain

Das Reformationsjubiläum im nächsten Jahr wirft schon jetzt seine Schatten voraus. Reiseprogramme werden zusammengestellt und Gäste nach Brandenburg eingeladen, um die Reformation an geschichtsträchtigen Orten zu erleben und zu begreifen. So bietet beispielsweise die TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH ab sofort ein Gruppenreiseprogramm an, bei dem an einem Tag die beiden Kirchen in Mittenwalde und Lübben besichtigt werden und ein Rahmenprogramm mit Mittagessen und Kahnfahrt die Tagestour ergänzt.

Bereits in diesem Jahr soll passend zum Thema in Lübben eine neue Dauerausstellung über Paul Gerhardt eröffnet werden. Anlässlich der Paul-Gerhardt-Woche im Mai 2016 wird das durch den Paul-Gerhardt-Verein Lübben betriebene kleine Museum in der Straße Am kleinen Hain unweit der Kirche seine Pforten öffnen. "Mit der neuen Dauerausstellung bieten wir allen interessierten Gästen ganz neue und umfassende Einblicke in das Leben und das Werk unseres berühmten Einwohners, der am 27. Mai 1676 nach einem sehr ereignisreichen, schweren, aber immer auch optimistischen und schaffensreichen Leben hier bei uns in Lübben verstarb", so Werner Kuhtz, Vorstandsmitglied im Lübbener Paul-Gerhardt-Verein.

Um den Wanderweg attraktiv zu gestalten und an die deutschlandweiten Qualitätsanforderungen von Fernwegen anzupassen, sind noch viele Handgriffe nötig. Die Stadt Lübben hat federführend für alle acht Anrainerkommunen einen Antrag auf Leader-Förderung eingereicht. Mithilfe der Fördergelder sollen Infotafeln an allen zehn Etappenstandorten über das Leben und Wirken Paul Gerhardts informieren und Wegweiser, aber auch Rastplätze für Wanderer errichtet werden. Alle Akteure sind sich einig, dass der Themenweg überregionale, sogar internationale Ausstrahlungskraft haben wird.

"Ich bin sehr froh, dass die Kommunen gemeinsam diesen thematischen Wanderweg gestalten wollen und hoffe sehr, dass wir dafür die entsprechenden Fördermittel erhalten", erklärt Lars Kolan, Bürgermeister von Lübben. "Solche überregionalen Projekte sind wichtig, denn sie spiegeln die Besonderheiten unserer Region, aber auch jedes einzelnen Reisegebietes auf eine für Besucher erlebbare und interessante Weise wider."

Begeistert von der Natur

"Die vielen Werbemaßnahmen und Aktionen zum Reformationsjubiläum in 2017 und auch der Evangelische Kirchentag in Berlin werden auf das Thema Reformation aufmerksam machen und auch dem geplanten Wanderweg zum Erfolg verhelfen", ist sich Dana Klaus, Leiterin der Projektgruppe zum Paul-Gerhardt-Wanderweg, sicher. "Bereits im vergangenen Sommer waren Wandergruppen des Berliner Wandervereins mit Wegewart und Buchautor Manfred Reschke auf der geplanten Route unterwegs und begeistert von der Vielfalt der Sehenswürdigkeiten und der Schönheit der Natur", berichtet Dana Klaus. Auch sie hofft, dass die Herzen der Wanderer im Sommer 2017 dann ähnlich hoch schlagen wie damals im Lied von Paul Gerhardt.

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