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Auf den Spuren des Liederdichters

Das Cover des Buches über den Paul-Gerhardt-Weg. Foto:
Das Cover des Buches über den Paul-Gerhardt-Weg. Foto: FOTO: Trescher Verlag
Lübben/Berlin. Wanderführer Manfred Reschke gibt ein Buch über Paul-Gerhard-Weg heraus. Die 140 Kilometer Tour ist in neun Etappen eingeteilt. Ingvil Schirling

Nicht zu heiß, ein frischer Wind - der Spätsommer ist wie gemacht fürs Wandern. Wer sich in dieser Hinsicht einen kleinen Urlaubs-Nachschlag genehmigen möchte, könnte sich von einem neu erschienenen Büchlein inspirieren lassen, dass auch Einheimischen neue Einblicke in die Region zwischen Berlin und Lübben bietet. Der Berliner Wanderexperte Manfred Reschke hat in seinem Buch "Paul-Gerhardt-Weg - Natur und Kultur zwischen Berlin und Spreewald" eine 140 Kilometer lange Tour, eingeteilt in neun Etappen, zusammengestellt und sich dabei an den Haupt-Wirkungsstätten des Dichterpfarrers Paul Gerhardt orientiert. Los geht es mitten in der Stadt Berlin, am Alexanderplatz. Die Strecke führt über Köpenick, Zeuthen, Königs Wusterhausen, Mittenwalde, Groß Köris, Märkische Buchholz, Krausnick oder - alternativ - Schlepzig nach Lübben.

Das gut 160 Seiten starke Büchlein beinhaltet neben detailreichen Karten und Wegbeschreibungen sehr viel Service und zahlreiche Geschichten, die entlang der Route spielen. Natürlich darf ein extra Kapitel über das Leben und Wirken Paul Gerhardts nicht fehlen.

Beim Thema Service ist an Vieles gedacht worden - auch an den deutlichen Hinweis, dass die Wandertouren "zumeist ungeeignet" für Fahrradfahrer sind. Dennoch werden Hinweise gegeben und Alternativen für Radler aufgezeigt. Diese benötigen allerdings anderes Kartenmaterial.

Jede Etappe - auch das gehört zu den Hinweisen - ist mit Bus oder Bahn ansteuerbar. Ein Pkw ist demnach nicht Voraussetzung, wohl aber der Blick auf den Fahrplan. Hinweise zu Übernachtungsmöglichkeiten, ein Adressen-Teil mit den Touristinformationen und vieles mehr sind Teil des Buches. Die Streckenabschnitte können von erfahrenen Wanderern von guter Kondition zusammengefasst werden. Reschke zufolge wäre die gesamte Tour auch mit nur drei Übernachtungen zu bewältigen. Die vorgeschlagenen Abschnitte bewegen sich längenmäßig aber zwischen zwölf und 24 Kilometern.

Besonders erwähnenswert ist die Fülle an zusätzlichen Informationen und Geschichten, die das Buch bietet. Berliner Sehenswürdigkeiten wie der Nikolaikirche ist ein langes Kapitel gewidmet. Heinrich Zille, Theodor Fontane, die Wäscherin Henriette Lustig, der von den Nazis ermordete Pfarrer Werner Sylten, die Legende von St. Georg, das Haus Hohenzollern, die wendische Geschichte des Spreewalds sowie ein kurzer Einblick ins Wassermanagement der Fließlandschaft bereichern die Lektüre.

Ziel des Buches ist, Stadt und Land aus Sicht des Wanderers zu verbinden. "Berührung mit der Natur, kulturell geprägte Wanderwege auch mit Stadtwanderungen, Pilgerrouten: Das sind oft formulierte Wünsche von Wanderern, die nach Erlebnissen streben, nach Wissenserweiterung, nach Besinnung, körperlicher Gesunderhaltung und schlichtweg sportlicher Betätigung", so fasst Reschke das Spektrum selbst zusammen. Auch wenn es bisher keine offizielle Markierung als "Paul-Gerhardt-Weg" gibt, führt die Route die wichtigsten Wirkungsstätten zusammen. Initiiert wurde die Idee vom Landkreis Dahme-Spreewald. "Geplant für die Zukunft sind - wo nötig - Verbesserungen der Wanderstrecke und auch spezielle Bezugshinweise auf Lieder von Paul Gerhardt", heißt es weiter.

Zum Thema:
"Paul-Gerhardt-Weg - Natur und Kultur zwischen Berlin und Spreewald" von Manfred Reschke ist zunächst mit 5000 Exemplaren vom Trescher Verlag in Berlin aufgelegt worden. Erhältlich ist das Buch im Paul-Gerhardt-Zentrum Lübben, Stadt- und Regionalmuseum am Houwald-Damm sowie bei Hugendubel. Es kostet 12,95 Euro.