30 Plätze weist die Kapazität der Pretschener Kita auf , so Brigitte Bätge. Davon sind 23 ,klassische' Kita-Kinder, drei von fünf Plätzen für die Tagespflege sind belegt, außerdem betreuen wir zwei Hortkinder , erläutert sie. In den nächsten Jahren werden wir sicherlich mehr als 30 Kinder bei uns haben , sagt Mitarbeiterin Kathrin Schulz. Dafür würden mündliche Zusagen für weitere Anmeldungen sprechen
Die meisten Kinder, die zu uns kommen, stammen aus Pretschen und Alt Schadow , so Kathrin Schulze. Für die Grundschulpädagogin liegt in der im vergangenen Jahr eingeführten Tagesbetreuung das besondere Potenzial der Kita. Brigitte Bätge kennt die Gründe dafür. Wenn eine junge Mutter Arbeit hat, will sie ihr Kind vor Dienstbeginn abgeben, also unter Umständen ziemlich früh am Morgen , sagt die 56-Jährige. Eine Tagesmutter sei zeitlich besonders flexibel, was die Betreuung der unter einjährigen Jungen und Mädchen betrifft, denn sie könne die Kinder außerhalb der Kita-Öffnungszeiten versorgen.
Am 10. April 1956 hatte die Kinderbetreuung im früheren Erntekindergarten begonnen. Zunächst war die Kita in der alten Gärtnerei untergebracht und zog 1970 in das Gebäude des damaligen Abschnittsbevollmächtigten um. Die Kinderkrippe wurde mit dem Ende der DDR aufgelöst. In den 90er-Jahren wurde das Gebäude mehrfach erweitert. Vor kurzem wurde ein neuer Raum für die Tagespflege eingerichtet.

Vorteile freier Trägerschaft
Am 28. Februar 1994 hatte sich der Pretschener Kinderland- und Freizeittreff-Verein gegründet und übernahm im Mai des gleichen Jahres die Trägerschaft für die Einrichtung. Heute hat der Verein 20 Mitglieder, berichtet Brigitte Bätge. Die Erzieherin betont vor allem die positiven Seiten an der freien Trägerschaft. Im Gegensatz zu einer kommunalen Kita entscheiden wir selbst, wer bei uns arbeitet , erklärt sie. Außerdem sei die Aufgabenerweiterung um die Hortbetreuung vergleichsweise unbürokratisch zu bewältigen gewesen. Auch die freie Hand beim Beantragen von Fördermitteln sei von Vorteil. Ebenso wirke sich die freie Trägerschaft auf die unmittelbaren Arbeitsbedingungen positiv aus. So verweist Brigitte Bätge auf die Renovierungs- und Umbauarbeiten, die Vereinsmitglieder im Lauf der Jahre selbst in vielen Arbeitsstunden vorgenommen hätten.

Beständigkeit trotz Neuerungen
Was die erzieherische Arbeit mit den Kleinen betrifft, so betonen Brigitte Bätge und ihr Team eine weitgehende Beständigkeit - politischer Umbrüche und wechselnder pädagogischer Trends zum Trotz. Unser Bildungsauftrag ist im Prinzip der gleiche wie in der DDR , erklärt Kathrin Schulze im Hinblick auf die Wissensvermittlung durch Malen, Zeichnen und Singen.
Für uns geht es immer noch darum, die Kleinen möglichst gut auf die Schule vorzubereiten , sagt die 36-Jährige. Die für Deutschland verheerenden Ergebnisse der PISA-Studie machten eine ganzheitliche Frühförderung besonders wichtig. Kathrin Schulze: Dazu zählen die Entwicklung der mathematischen und sprachlichen Kompetenz, die Förderung musischer Anlagen sowie viel Bewegung. Im Gegensatz zu sozialistischen Zeiten stehe bei der Erziehung die individuelle Förderung der Kinder im Vordergrund. Mit der Gleichmacherei ist Schluss , betont die Pädagogin.