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Arbeitslosigkeit
Luckau knackt dieVier-Prozent-Marke

Lübben/Luckau. Arbeitslosigkeit in Dahme-Spreewald auf Rekordtief Von Ingvil Schirling

Trotz eines leichten Anstiegs, bedingt durch die Wintersaison, bleibt die Arbeitslosigkeit im Landkreis Dahme-Spreewald auf einem Rekord-Tief. „Wir hatten einen Bomben-Jahresabschluss“, blickt Boris Müller, Bereichsleiter im Geschäftsstellenverbund Dahme-Spreewald der Arbeitsagentur, auf 2017 zurück. Luckau erreichte dabei mit vier Prozent einen „Spitzenwert in Brandenburg“, den sich die Berstestadt allerdings mit Zossen teilen muss. Im Vergleich der Dezemberwerte seit 2011 ist die Zahl der Arbeitslosen kontinuierlich gesunken. Saisonbedingt gab es zwar immer wieder auch steile Anstiege, doch die absolute Zahl hat sich um fast die Hälfte reduziert. Waren es im Dezember noch um die 7000 Arbeitslose, so näherte sich die Zahl 2014/15 der 5000er-Marke, um bei exakt 4052 Männern und Frauen im Dezember 2017 zu landen. Im Vergleich zum Vormonat, also November 2017, sind das 0,2, im Jahresvergleich zu Dezember 2016 beachtliche 9,1 Prozent weniger.

Deutlich mehr Menschen sind bei der Agentur als Arbeit suchend gemeldet, nämlich exakt 7698 im Dezember 2017. Darunter fallen auch diejenigen, die aktuell einen Job haben, aber beruflich etwas Neues oder Anderes suchen. Eine klare Sprache über die wirtschaftliche Lage im boomenden Landkreis spricht die Statistik der Stellenzahl. 1641 „Gesuche“ von Firmen standen im Dezember zu Buche, das ganze Jahr 2017 über kamen fast 5000 neue Angebote bei der Arbeitsagentur herein. Die Unterbeschäftigungsquote liegt aktuell bei 5,9 Prozent und ist über das vergangene Jahr um ein Prozent gesunken.

Neu ist seit 2017, dass „ein Teil der Kunden des Jobcenters nun von der Arbeitsagentur betreut werden“, informiert Boris Müller weiter. Das betrifft diejenigen, die so wenig Arbeitslosengeld erhalten, dass sie unter den Regelsatz von Hartz IV fallen, die „Aufstocker“. Die Zahl der Beschäftigen hat 2017 zugenommen, geht aus den Statistiken weiter hervor. Diese Zahlen werden jeweils zum Halbjahr angegeben. Ende Juni 2017 waren im Landkreis knapp 61 000 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt und damit 4,3 Prozent mehr als im Vergleich zum Vorjahr. Zu den stark wachsenden Branchen gehört die Logistik sowie der gesamte Dienstleistungssektor.

Als besonderen Erfolg wertet Boris Müller mit Blick auf die Bilanzen, dass es unter den Geflüchteten inzwischen 170 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Männer und Frauen gibt und mehr als 130 eine Ausbildung begonnen haben. Das klingt wenig im Vergleich zur Zahl der 2015 Angekommenen, die bei 1800 bis 2000 Menschen lag. Doch angesichts der Tatsache, dass vor dem festen Arbeitsplatz in den meisten Fällen gute Deutschkenntnisse stehen und beides in hohem Maße zur Integration beiträgt, sagt Müller: „Das ist viel, überdurchschnittlich viel.“ Ihm zufolge sind die 170 einstmals Geflüchteten und heutigen Arbeitnehmer im Landkreis Dahme-Spreewald „mehr als das Doppelte aller anderen Landkreise zusammen. Das liegt an der herausragenden Lage in Südbrandenburg“, begründet der Bereichsleiter, aber auch am hohen Eigeninteresse aufgrund des spürbaren Fachkräftemangels und an der engen Vernetzung zwischen Landkreis, Arbeitsamt und Jobcenter. „Geschafft“ in feste Ausbildungsplätze haben es beispielsweise die beiden Afghanen Abdul Vajid Sediqi und Shaheen Noori, die im Spreewald-ParkHotel Niewitz Ausbildungen zum Restaurantfachmann machen.