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| 18:03 Uhr

Arbeitseinsatz im Schlosspark Straupitz
Ein Herz für den Straupitzer Schlosspark

Arbeitseinsatz im Schlosspark in Straupitz. Seit 2016 wird das Areal aus dem Dornröschenschlaf geholt. Am Samstag fand der siebte Einsatz statt. Christoph Haase (Mitte) hatte erneut den fachlichen Hut auf.
Arbeitseinsatz im Schlosspark in Straupitz. Seit 2016 wird das Areal aus dem Dornröschenschlaf geholt. Am Samstag fand der siebte Einsatz statt. Christoph Haase (Mitte) hatte erneut den fachlichen Hut auf. FOTO: Andreas Staindl
Straupitz. Freiwillige Helfer, Vertreter von Vereinen des Ortes und Experten packen beim Arbeitseinsatz mit an. Von Andreas Staindl

Der Schlosspark in Straupitz lag viele Jahre im Dornröschenschlaf. Er war verwildert und ist es zu großen Teilen noch immer. Doch so langsam kommt Struktur hinein. Seit 2016 wird der Park quasi wachgeküsst. Zwei Mal pro Jahr, jeweils zwischen Oktober und Februar, finden Arbeitseinsätze statt. Den inzwischen siebten Einsatz gab es am vergangenen Samstag.

Freiwillige Helfer, Vertreter von Vereinen des Ortes und Experten haben mitgemacht. „Die Resonanz ist super“, sagt Bürgermeister André Urspruch. „Es ist schön, dass so viele Leute helfen, den Park wieder herzurichten. Er ist schließlich ein wichtiges Kleinod in unserem Dorf, für Einheimische und Gäste gleichermaßen interessant. Und dass Fachfirmen kostenlos mit Technik helfen, das ist einfach toll. Das zeigt, dass der Park vielen Menschen am Herzen liegt.“ Eine Baumschule etwa, die mit dem Branitzer Park in Kontakt steht, hat diesmal mit Spezialtechnik geholfen.

Christoph-Heinrich Ernst Graf von Houwald ließ den Schlosspark vor etwa 110 Jahren in der Moor- und Wiesenlandschaft in Nachbarschaft des Schlosses anlegen. Das ist lange her. Auch die bisher letzten umfangreichen Pflegemaßnahmen liegen schon Jahrzehnte zurück. Straupitz will sich das Kleinod zurückerobern. „Die Initiative ging von der Gemeinde aus“, erzählt der Bürgermeister. „Idee ist es, nicht immer nur von Anderen zu fordern, sondern auch selbst aktiv zu werden. Und von einem attraktiven Park profitieren schließlich alle Bürger in Straupitz – auch, weil er Touristen anlockt.“

Benedikt Chevallerie ist über den Schlosspark auf Straupitz aufmerksam geworden. „Der Park ist super, etwas ganz Besonderes“, sagt der Berliner. „Ich möchte etwas für seinen Erhalt tun.“ Er hat am Samstag nicht zum ersten Mal mitgeholfen und sich ganz nebenbei auch noch den Ort näher angeschaut. Christoph Haase koordinierte den Arbeitseinsatz. Der Gartendenkmalpfleger stammt aus Schlepzig, ist jetzt stellvertretender Parkleiter im Branitzer Park. Er hatte einst seine Abschlussarbeit über den Park im Oberspreewald geschrieben und hat das Areal seitdem in sein Herz geschlossen. Für ihn ist der Schlosspark ein Landschaftskunstwerk, für das es sich lohnt, aktiv zu werden. Erste Sichtachsen und Wege sind schon wieder hergestellt, auch Brücken wurden erneuert, Rundwege angelegt.

Diesmal wurden vor allem Baumpflegearbeiten durchgeführt, Flächen von Sträuchern und Gehölzen so befreit, dass sie wieder atmen, ihren ursprünglichen Zweck erfüllen können. Ohne Fachleute geht das nicht, „denn wir haben hier viele historische Straucharten, denen wir die Chance geben wollen sich zu entwickeln“, erzählt Christoph Haase. Karina Müller ist eine dieser Experten. Für die Gärtnermeisterin und Pyramidengärtnerin im Branitzer Park war es der erste Einsatz im Schlosspark in Straupitz. „Der Park braucht Hilfe“, begründet sie ihr Engagement. „Zudem ist es spannend, aus einem unaufgeräumten Park einen aufgeräumten zu machen. Da bin ich gern dabei. Mit dem Schlosspark hat Straupitz ein richtiges Schätzchen“, von dem alle Bürger profitieren sollen. „Wir wollen eine lebendige Natur, einen Ort mit hoher Aufenthaltsqualität“, sagt André Urspruch.

Erste Ideen gibt es, Trimm- und Lehrpfad sollen eingerichtet werden. Der Bürgermeister will die Einwohner mitnehmen, mit ihnen gemeinsam den Schlosspark mit Leben erfüllen. Die Arbeitseinsätze selbst wird es wohl noch über Jahre geben. Und in der Tat. Erst wenige der insgesamt 14 Hektar großen Fläche wurden seit 2016 wieder hergerichtet. Und auf den Flächen, auf denen schon Arbeitseinsätze stattfanden, sind regelmäßig Erhaltungsmaßnahmen nötig. „Der Park ist ein dauerhaftes Projekt“, sagt das Gemeindeoberhaupt.