Die Midissage feierte Premiere. Ebenso das aktive Einbeziehen regionaler Akteure. "Wir hatten von Beginn an auf Workshops, auf die Beteiligung der Leute vor Ort gesetzt", erklärt Christian Gracza. Der Kurator hält das Ergebnis für "sehr gut gelungen. Es war anfangs ein Wagnis, doch es hat sich gelohnt."

Jugendliche und junge Erwachsene aus der Stadt Lübben haben das Kunstwerk gemeinsam mit der ungarischen Künstlerin Angela Thiesz und der Diplom Sozialarbeiterin Dana Tschöpel von der Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung "Die Insel" entworfen und gefertigt. Die überdimensionale Libelle aus Weide hängt jetzt über dem Wasser zwischen dem Kahnhafen "Flottes Rudel" und der Liebesinsel.

Bis weit in die Freitagnacht hin ein hatten die Akteure das Kunstwerk an seinem Standort befestigt. "Das war schon eine Herausforderung", erzählt Christian Gracza. "Es ist nicht so einfach, ein etwa 70 Kilogramm schweres Exponat mit einer Spannweite von über drei Meter an einem Ast über dem Wasser zu befestigen. Ohne Hilfe des Kahnfährmanns Steffen Lehmann hätten wir wohl große Schwierigkeiten bekommen."

Die Libelle hänge übrigens nicht unmittelbar am Ast - auch wenn es so aussehe - sondern an einem Drahtseil. Rund 20 Leute hatten sich teilweise am einwöchigen Workshop beteiligt. "Andere Künstler der Aquamediale waren anfangs skeptisch, ob wohl etwas Gutes dabei herauskommt", erzählt der Kurator. "Das Wagnis hat sich aber absolut gelohnt. Die Jugendlichen haben sich während der Ideenfindung nicht nur intensiv mit ihrer Heimatstadt auseinandergesetzt, sondern auch erkannt, dass es ihr Projekt ist, das sie umsetzen."

Harald Lehmann dankte Christian Gracza für seine Idee, Kinder Jugendliche und junge Erwachsene aktiv einzubeziehen. Der Sozialamtsleiter vertrat während der Midissage den Landkreis Dahme-Spreewald, der das internationale Kunstfest veranstaltet. "Die Aquamediale ist inzwischen überregional anerkannt", sagte er. "Wir ruhen uns aber nicht darauf aus." Das zehnte Kunstwerk wertet die Kunstausstellung weiter auf.

"Ich bin stolz auf unsere jungen Leute", sagt Dana Tschöpel. "Sie haben sich engagiert beteiligt und das Projekt durchgezogen." Dankbar ist die Sozialarbeiterin auch dafür, "dass uns die beiden Lübbener Andreas Traube und Karsten Apel mit Material und Fachwissen unterstützt haben". Auch Angela Thiesz ist zufrieden. "Die Liebenswürdigkeit der Beteiligten am Projekt hat mir sehr viel Freude gemacht", sagt die ungarische Künstlerin.