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Aquamediale: Das Kunstfestival im Spreewald

Der Kurator der Aqaumediale, Harald Larisch, versucht das Kunstwerk "Cross circles" der niederländischen Künstlerin Yvonne Rooding, das von einem Sturm beschädigt wurde, wieder in seine Ursprüngliche Form zu bringen.
Der Kurator der Aqaumediale, Harald Larisch, versucht das Kunstwerk "Cross circles" der niederländischen Künstlerin Yvonne Rooding, das von einem Sturm beschädigt wurde, wieder in seine Ursprüngliche Form zu bringen. FOTO: dpa
Lübben. Einer der Künstler zog sich Zeckenbisse beim Aufbau seines Kunstwerks zu, und einige Kahnfährleute grummelten schon über ein Kunst-Spinnennetz direkt über dem Wasser, das ihnen die Durchfahrt erschwerte: Das Kunstfestival Aquamediale in der Spreewaldstadt Lübben steht in seinen Startlöchern, letzte Skulpturen werden aufgestellt. Anna Ringle

Zu sehen gibt es ab Samstag (3. Juni) Freilandinstallationen von 16 Künstlern aus vier Ländern - alle sind fußläufig rund um das Schloss an den Spreewaldfließen erreichbar. Die zwölfte Ausgabe des Kunstfestivals präsentiert sich kompakt und nahbar.

Zwischen Bäumen am Ufer eines ruhigen Spreefließes glitzert es - es ist ein überdimensionierter Löffel, der zum Teil im Wasser steckt. Der deutsche Künstler Gregor Krampitz hat das Werk "von der natur lernen" geschaffen. Kurator Harald Larisch stellt einen Bezug her: "Wir schaufeln unverhältnismäßig." Die Werke spiegeln ein Stück unserer Gesellschaft wider. Es geht mal um krachende Börsenkurse (Zick-Zack-Skulpturen), mal um die Vergänglichkeit des Lebens (Ton-Ei). Das Ei wird sich durch die Witterung stark verändern, wie der Kurator erläutert. Mit einer Kamera wolle man Fotos vom Verlauf aufnehmen und veröffentlichen.

Schilder mit Erklärungen direkt neben den Installationen gibt es nicht - Flyer und Infos liegen am Hafen. Dort können Besucher auch in Kähne steigen, die spezielle Fahrten zu den Kunstwerken anbieten. Das Motto des Kunstfestivals ist "Glaube - Liebe - Hoffnung" und schlägt damit auch eine Brücke zum Lutherjubiläum.

Der Landkreis Dahme-Spreewald ist Veranstalter des Kunstfestivals, das es seit 2005 gibt. Innerhalb des Formats wurde viel ausprobiert. Zum Beispiel waren die Kunstwerke auch schon weiter verstreut an verschiedenen Orten - davon sind die Macher aber abgerückt und wollen es kompakt für das Publikum. Zeitweise sei der Zulauf etwas schlechter gewesen, sagt Projektleiterin Anika Schäfer. Aber zuletzt habe die Aquamediale wieder mehr Besucher angezogen.

Nun habe man sich entschieden, das Spektakel im Wechsel mit einer anderen Kunstausstellung nur noch alle zwei Jahre anzubieten und nicht wie bis 2015 jedes Jahr. Zudem wollen Landkreise und Kommunen auch stärker kooperieren und hatten vor Jahren dazu die Dachmarke "Kunstraum Spreewald" ins Leben gerufen. Die Zeichen stehen also auf gemeinsame Präsentation. Dazu passt auch, dass es ein großes Rahmenprogramm rund um die Aquamediale gibt, unter anderem in Schlepzig, Groß Leuthen, Lübbenau und Burg.