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| 02:42 Uhr

Anschlag auf Sportpark Auftragstat?

Dieser Fahrradergometer ist durch den Brandanschlag komplett zerstört worden. Der gesamte Fitnessbereich im Sportpark in Lübben wurde durch den Ruß und Qualm stark verunreinigt.
Dieser Fahrradergometer ist durch den Brandanschlag komplett zerstört worden. Der gesamte Fitnessbereich im Sportpark in Lübben wurde durch den Ruß und Qualm stark verunreinigt. FOTO: A. Staindl/asd1
Lübben. Der Sportpark in Lübben wurde Heiligabend erneut Opfer eines Anschlags. Der gesamte Fitnessbereich wurde durch einen Brand stark verunreinigt, teilweise beschädigt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen gegen einen Tatverdächtigen des ersten Anschlags vor 14 Monaten. Andreas Staindl / asd1

Erst die Gasexplosion im Oktober 2015, jetzt der Brandanschlag. Der Sportpark in der Majoransheide kommt nicht zur Ruhe. Die Geschäftsführer Thomas und Paul Bliese vermuten, dass für beide Aktionen dieselben Täter infrage kommen, diese aus Lübben und der näheren Region stammen und, dass es sich um Auftragstaten handelt. Ihren Verdacht begründen sie vor allem mit einem etwa 30-minütigen Video, das mithilfe eines Privatermittlers entstanden sein soll.

In dem Video liefert ein junger Mann Informationen zur Gasexplosion vor gut einem Jahr. Ihm zufolge soll der Auftraggeber 20 000 Euro für das Auslöschen des Sportparks in Aussicht gestellt haben. "Er hat den Anschlag detailliert beschrieben und zudem bestätigt, dass für die Ausführung Geld geflossen ist", sagt Paul Bliese.

Die Sportpark-Geschäftsführer haben das Video inzwischen der Polizei übergeben. Sechs Wochen ist das jetzt her. Passiert sei nichts, ärgert sich Thomas Bliese: "Ich kann nicht verstehen, dass uns einige Leute das Leben in Lübben zur Hölle machen, sie aber nicht zur Verantwortung gezogen werden, obwohl sie bekannt sind."

Untätig war die Polizei jedoch offensichtlich nicht. "Ich bin sicher, dass unsere Kollegen alles tun, um den Fall aufzuklären", sagt Ralph Meier von der Pressestelle der Polizeidirektion Süd auf RUNDSCHAU-Nachfrage. "Man muss der Kriminalpolizei zugestehen, dass sie in Ruhe ermittelt." Das hat sie offenbar bezüglich der Gasexplosion vom Oktober 2015 getan. "Die Ermittlungsergebnisse dazu liegen jetzt bei der Staatsanwaltschaft Cottbus", erklärt Ralph Meier.

Wie Oberstaatsanwältin Petra Hertwig mitteilte, füllen die Akten zum Anschlag auf den Sportpark Lübben inzwischen drei dicke Ordner. Die Ermittlungen hätten einen Tatverdächtigen im Blick. Der Verdacht gegen zwei weitere Personen habe sich nicht erhärtet. "Die Akten sind jetzt auf dem Weg zum Rechtsanwalt der Geschädigten", so Hertwig. Der Anwalt des Sportparks kann sich dann selbst ein Bild von den Untersuchungsergebnissen machen.

Zu dem aktuellen Anschlag laufen die Ermittlungen der Polizei noch. Die Höhe des Schadens schätzt Sportpark-Geschäftsführer Thomas Bliese auf etwa 100 000 Euro: "Vor allem der Reinigungsaufwand ist enorm." Die Geschäftsführung des Sportparks hatte deshalb zu einer großen Putzaktion aufgerufen. Die Solidarität war groß. Mehr als 100 Leute haben den Fitnessbereich vom Ruß befreit. Seit dem 30. Dezember des vergangenen Jahres kann der Fitnessbereich wieder genutzt werden. Die Behörden arbeiten weiterhin an der Aufklärung der Anschläge.