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Angebote aus dem Netzwerk für junge Eltern

Ein Aktionstag für junge Eltern fand im Lübbener Rathaus statt.
Ein Aktionstag für junge Eltern fand im Lübbener Rathaus statt. FOTO: asd1
Lübben. Familie und Arbeit unter einen Hut zu bekommen, ist nicht einfach. Wenn dann noch kleine Kinder da sind, wird das Ganze zum Spagat. asd1

Behörden, Verbände und verschiedene Bündnisse helfen, die Herausforderung zu meistern. Sie haben sich zu einem Netzwerk zusammengeschlossen. Kürzlich hatten sie gemeinsam zu einem Aktionstag für junge Eltern mit Kindern unter drei Jahren in das Lübbener Rathaus eingeladen. "Es gibt Beratungsbedarf", sagt Sylvia Ott vom Jobcenter LDS. Die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt kennt die Herausforderungen für junge Eltern: "Mobilität ist ein großes Thema vor allem in ländlichen Regionen. Die passende Arbeit gibt es nicht immer vor der Haustür. Zudem wird es für junge Eltern schwieriger, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Viele suchen lange auch nach einem Kita-Platz." Der Kampf fängt oft schon mit Bekanntwerden der Schwangerschaft an, wie Sandra Kempe sagt: "Welche Hebamme nehme ich? Finde ich überhaupt eine? Und wenn das Kind dann da ist, hören die Probleme nicht auf. Einen Kinderarzt zu finden, ist in manchen Regionen schon eine echte Herausforderung." Die Koordinatorin des Netzwerkes "Gesunde Kinder" im Landkreis Dahme-Spreewald begleitet junge Eltern während der ersten Lebensjahre der Kinder. Zahlreiche Netzwerkpartner waren auch während des Aktionstags vertreten. Das Interesse junger Eltern hielt sich allerdings in Grenzen. Diejenigen, die kamen, hatten konkrete Fragen, wie Sylvia Ott sagt. "Allein für sie hat sich der Aufwand gelohnt."

Das sieht auch Christian Neumann so. Der Berater der Servicestelle Arbeitswelt und Elternzeit der Wirtschaftsförderung Land Brandenburg GmbH hat etwa "vier, fünf Gespräche" geführt - so wie die meisten anderen Netzwerkpartner auch. "Die Arbeitswelt wird komplexer. Zudem ändern sich ständig die gesetzlichen Grundlagen. Wir verweisen junge Eltern etwa auf Bildungsangebote, damit sie beruflich nicht abgehängt werden und den Einstieg nach der Elternzeit leichter schaffen. Davon profitieren Betroffene ebenso wie Unternehmen." Manchmal sind auch unterschwellige Angebote nötig, etwa wenn es um häusliche Gewalt geht. "Das ist nach wie vor ein Thema", sagt Sylvia Ott. "Wir helfen Betroffenen " Ihr zufolge ist der Landkreis Dahme-Spreewald gut aufgestellt, was die Unterstützung junger Familien betrifft. Das Mehrgenerationenhaus (MGH) des Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) gehört ebenso zu den Netzwerkpartnern wie die Familien-und Erziehungsberatungsstelle der Diakonie in der Kreisstadt. "Der Aktionstag ist eine gute Gelegenheit, andere Partner kennenzulernen und sich auszutauschen", sagt Antje Erler, Leiterin der Beratungsstelle.