Von Andreas Staindl

Ein neuer Stamm der Spreewälder Pfadfinder ist am Samstag in Krausnick (Unterspreewald) gegründet worden. „Fischotter“ heißt die Ortsgruppe, die zu den Brandenburger Stämmen des Rings der evangelischen Gemeindepfadfinder gehört. Es ist nach Doberlug (Elbe-Elster) der zweite Pfadfinderstamm im Kirchenkreis Niederlausitz.

Zehn Kinder zwischen acht und elf Jahren machen mit. Zudem engagieren sich Helfer, auch Erwachsene. Weitere Interessierte sind herzlich willkommen, sagt Johanna Eilzer. Die Jugendmitarbeiterin des Kirchenkreises leitet den Stamm gemeinsam mit dem Pfarrer Benjamin Liedtke. „Angebote für Jugendliche werden immer weniger in den Dörfern. Unser Pfadfinderstamm kann und wird eine attraktive Alternative sein, die uns gemeinsam viele schöne Erlebnisse bringt.“

Ziel ist ihm zufolge, dass „alle voneinander lernen“. Die Pfadfinderbewegung will junge Menschen in ihrer Entwicklung fördern, damit diese in der Gesellschaft Verantwortung übernehmen können. Pfadfinder lernen, sich in der Natur zu bewegen und länger dort aufzuhalten, diese zu schätzen und achten, andere Mitstreiter zu respektieren und ihnen zu helfen.

„Wir haben schon in einer Angelhütte und in einer Jurte übernachtet“, erzählt die achtjährige Henriette d’Heureuse aus Kuschkow (Märkische Heide). „Wölflinge“ heißen die jungen Mitglieder des Stamms. Gelbe Halstücher sind das sichtbare Zeichen dafür. Erwachsene und andere Helfer haben blaue Halstücher erhalten.

Heinz Brzezinski ist einer von ihnen. „Ich habe Camping-Erfahrungen“, sagt der Golßener (Unterspreewald), „und die kann ich gut in das Pfadfinderleben einbringen. Ich denke, dass ich den Kindern durchaus den einen oder anderen Tipp vermitteln kann.“ Dass der Golßener überhaupt offizieller Helfer des Stamms ist, hat mit seinem Sohn zu tun. Der nämlich wollte unbedingt mitmachen, und sein Vater fuhr ihn regelmäßig nach Krausnick. „Ihn nur hin und her zu fahren, das macht wenig Sinn“, sagt Heinz Brzezinski. „Also mache ich gleich richtig mit.“

Sein Sohn Franz (15) freut sich auf die Zeit bei den Pfadfindern: „Das wird ganz sicher spannend. Ich bin neugierig auf alles, was da kommt.“

Die „Fischotter“ kommen aus dem Unterspreewald und der Märkischen Heide. Johanna Eilzer sagt: „Wir sind offen für alle. Unser Ziel ist es, Jugendarbeit unter dem Dach der Kirche in ländliche Regionen zu bringen.“

Die Pfadfinder singen und spielen gemeinsam, basteln, erlernen Handwerkstechniken, erkunden die Natur, lernen ökologische Zusammenhänge kennen und engagieren sich gesellschaftlich. Werte wie Gemeinschaft, Verantwortung und Nächstenliebe werden vermittelt. Zudem sind Bibelgeschichten im Programm, ebenso Zeltlager und Fahrten. Im Sommer ist eine Fahrt nach Bayern sowie die Teilnahme am Gurkentag in Golßen geplant, sagt Heinz Brzezinski. „Wir haben von der Stiftung ,Kirche im Dorf’ 5000 Euro Startkapital erhalten und dafür Zelte angeschafft“, erzählt Johanna Eilzer.

Der Spreewälder Pfadfinderstamm trifft sich jeweils freitags zwischen 16 und 17.30 Uhr im Garten des evangelischen Gemeindehauses in der Hauptstraße 101 in Krausnick. Wer Lust hat, kann jederzeit einsteigen. Kontakt zu Johanna Eilzer über Tel. 0151 56977789 und Benjamin Liedtke 0160 90306958. Weitere Infos gibt es unter www.kirchenkreis-niederlausitz.de im Internet.