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| 15:07 Uhr

Grundlage für Amtsentwicklungskonzept
Sechs Säulen für den Unterspreewald

Gut besucht war die Ausstellungseröffnung anlässlich des Amtskonvents. Sechs Säulen stellen die ersten Ergebnisse des Projekts „Stadt-Land gestalten“ dar. Auf dieser Basis soll ein Entwicklungskonzept entstehen.
Gut besucht war die Ausstellungseröffnung anlässlich des Amtskonvents. Sechs Säulen stellen die ersten Ergebnisse des Projekts „Stadt-Land gestalten“ dar. Auf dieser Basis soll ein Entwicklungskonzept entstehen. FOTO: LR / Ingvil Schirling
Schönwalde/Golßen. Amtskonvent präsentiert Grundlagen für Entwicklungskonzept. Zahlreiche Einwohner und Gäste kamen. Von Ingvil Schirling

Schlossgeschichten und Kirchengemeinschaft, Amtsentwicklung und Wirtschaftskraft, Stadterneuerung und Naturraum. Am wichtigsten aber: Die Menschen, die Projekte anstoßen, Entstandenes pflegen und sich engagieren. All dieses steht seit Freitag im Zentrum von Schönwalde, rund um Dorfkirche, Amtsverwaltung, Kita und das Dorfgemeinschaftshaus Kulick. Sechs Säulen präsentieren in bunten Farben die Stärken und Schwächen des Amtes Unterspreewald, sortiert nach den genannten Themen. Das Haus Kulick ist ein zusätzlicher Hingucker: Die Balkenzwischenräume des historischen Fachwerkhauses zieren Porträts einer kleinen Auswahl derer, die sich im Unterspreewald engagieren und mit für gute Gemeinschaft sorgen.

Den Amtskonvent 2018 am Freitag hatten die Organisatoren zum Anlass genommen, um die Zwischen-
ergebnisse des Projekts „Stadt-Land gestalten“ zu präsentieren, das seit dem Frühjahr den Unterspreewald bewegt. Gemeinsam mit der Brandenburgischen Architektenkammer, deren Vizepräsident der Lübbener Architekt und Stadtverordnete Andreas Rieger ist, und dem „best“-Projektbüro für Baukultur und Stadt, sind Grundzüge und Eigenschaften, Stärken und Schwächen des Amtes Unterspreewald herausgearbeitet worden, die zur Basis für ein künftiges Amtsentwicklungskonzept werden sollen.

Gruppenbild mit Amtsdirektor: Zum Amtskonvent waren zahlreiche Bürgermeister und Ortsvorsteher des Unterspreewalds gekommen. 
Gruppenbild mit Amtsdirektor: Zum Amtskonvent waren zahlreiche Bürgermeister und Ortsvorsteher des Unterspreewalds gekommen.  FOTO: LR / Ingvil Schirling

Erste Ergebnisse werden nun auf insgesamt sechs Säulen farbig präsentiert. Fünf davon stehen auf dem Platz vor der Schönwalder Dorfkirche, eine weitere vor dem Haus Kulick. Im August ist der Umzug zum Ort des Hauptverwaltungssitzes geplant, nach Golßen. Dort werden die Säulen zunächst vor dem Schloss, ab September auf dem Marktplatz zu sehen sein.

Doch was sind denn nun die Stärken und die Schwächen des Amtes Unterspreewald, das von Glienig bei Sellendorf bis zum Neuendorfer See fast die gesamte Breite des Landkreises Dahme-Spreewald erfasst, von Autobahn und Bahntrasse geteilt wird, in dem neun Gemeinden sowie die Stadt Golßen beheimatet sind und gut 9000 Einwohner auf knapp 380 Quadratkilometer leben? Bei der Auftaktveranstaltung in der Schönwalder Dorfkirche arbeiteten die Projektverantwortlichen dies noch vor der offiziellen Eröffnung und dem eigentlichen Amtskonvent heraus. Andreas Rieger war der erste, der auf die große Unterschiedlichkeit im Amt zu sprechen kam. „Gerade das ist ein Markenzeichen und damit eine große Chance“, sagte er. Jens-Hermann Kleine (CDU), der das Amt ab 2005 bis Februar 2018 geführt hatte, bestätigte dies. „Die Unterschiedlichkeit in den Gemeinden und Ortsteilen ist gerade die Stärke des Amtes. Die wollten wir erhalten und keine Einheitsgemeinde werden“, begründete er die Fusion von Unterspreewald und Golßener Land zum gemeinsamen Amt Unterspreewald im Jahr 2013. „Es ist uns gut gelungen, den Konsens halten zu können, politisch und innerhalb der Gemeinden.“ Nach der „rechtlichen Harmonisierung“, also der Angleichung von Satzungen und Regelungen, folge nun der Punkt: „Wie entwickeln wir uns weiter“, sagte er. Kleine ist seit März Kreisrat im niedersächsischen Diep-
holz, dem Amt aber weiterhin verbunden, wie sein Besuch zeigte.

Landrat Stephan Loge (SPD) überbrachte den Bescheid über 12 000 Euro Förderung für ein barrierefreies Haltestellengebäude an der Kita Neu Lübbenau.
Landrat Stephan Loge (SPD) überbrachte den Bescheid über 12 000 Euro Förderung für ein barrierefreies Haltestellengebäude an der Kita Neu Lübbenau. FOTO: LR / Ingvil Schirling

Die konzeptionelle Arbeit an der Weiterentwicklung konnte mit Beginn der Amtszeit seines Nachfolgers Henri Urchs so richtig losgehen. Zum Projekt der Brandenburgischen Architektenkammer sagte das Amt gerne ja. Gemeinsam mit dem Projektbüro „best“ hatten nicht nur Befahrungen auf der Suche nach Stärken und Schwächen stattgefunden, sondern auch eine intensive Befragung und Einbindung der Einwohner. Die Natur und der Erholungsfaktor gehören deren Meinung nach zu den größten Stärken des Unterspreewalds, gefolgt von Heimatverbundenheit, der Verkehrsanbindung über Auto- und Eisenbahn, das intensive Gemeinschaftsleben und die vielfältigen Orte. Zu den Schwächen zählen das Schloss Golßen, dessen ausstehende, dringend nötige Sanierung ein vordringliches Ziel sei, die noch zu geringe Taktung der Bahn sowie die schlechte Internetversorgung (Breitband).

Die Eröffnung der Ausstellung zum Projekt „Stadt-Land gestalten“ anlässlich des Amtskonvents war Schritt vier von insgesamt sieben. Auf dem Weg zum Amtsentwicklungskonzept, dem eine eigene Säule gewidmet ist, folgt nun unter anderem ein Architekturgespräch am 28. September um 17 Uhr im Rietzneuendorfer Bürgertreff Vier Linden, zu dem alle eingeladen sind.

Bei Bier, Bratwurst und Buffet konnten sich die Gäste des Amtskonvents darauf vorbereiten, aber auch Persönliches austauschen.

Neben dem jetzigen waren auch die ehemaligen Direktoren des heutigen Amtsgebiets in Schönwalde dabei: V.l. Ursula Schadow, Dr. Markus Grünewald, Henri Urchs, Carsten Saß und Jens-Hermann Kleine.
Neben dem jetzigen waren auch die ehemaligen Direktoren des heutigen Amtsgebiets in Schönwalde dabei: V.l. Ursula Schadow, Dr. Markus Grünewald, Henri Urchs, Carsten Saß und Jens-Hermann Kleine. FOTO: LR / Ingvil Schirling