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| 09:52 Uhr

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Die Altenburger Bauerntracht

 Am opulenten Kopfschmuck der Altenberger Tracht hat die Dame schwer zu tragen.
Am opulenten Kopfschmuck der Altenberger Tracht hat die Dame schwer zu tragen. FOTO: dpa / Hendrik Schmidt
Lübben. Auch eine der ältesten Trachten Deutschlands ist beim Trachtenfest in Lübben präsent.

Die Altenburger Bauerntracht ist eine der ältesten Trachten Deutschlands. Sie geht auf die spanische Hofmode zurück. Denn die wurde an den deutschen Fürstenhöfen auch im Altenburger Land getragen. Das erklärt der Verein Altenburger Bauernhöfe. Die Bauern um Sachsen-Altenburg hielten an diesem Stil fest, als er bei den Bürgern aus der Mode kam.

Die fruchtbaren Böden des Altenburger Landes und fleißige Arbeit haben für wohlhabende und stolze Bauern gesorgt. Davon zeugen bis heute imposante Vierseitenhöfe. Der jüngste Sohn erbte den Hof jeweils. Verstanden es Mann (Malcher) und Frau (Marche) gut zu wirtschaften, zeigten sie ihren Wohlstand in reich verzierten Trachten.

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts trugen die Altenburger Bauern noch alltäglich Tracht. Kniebundhosen aus schwarzem Bockleder, das typische kleine und flache Hütchen und der über dem Hemd getragene Brustlatz gehören zu den Merkmalen der Malchertracht. Malcher geht auf Melchior zurück.

Als Kopfbedeckung trug die Marche, der Name stammt ab von Maria, eine Flügelhaube. Diese Hauben waren je nach Wohlstand reich verziert. Ins Mieder wurde ein Vorstecklatz eingeschnürt. Die gut drei Millimeter starke gewölbte Pappe wurde mit Damast bezogen. Ein kostbar besticktes Brusttuch, ein enger Rock, eine Schürze, ein Spenzer, weiße Strümpfe und kleine ausgeschnittene Schuhe komplettieren die Tracht der Altenburger Bäuerin. Deren Tracht wird übrigens weder als schön noch als bequem beschrieben.

(kw)