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| 16:16 Uhr

die besten Plinsen
Bis der Teig alle ist

Monika Schötzigk serviert Plinse.
Monika Schötzigk serviert Plinse. FOTO: LR / Steven Wiesner
Alt Zauche. Die „Alt Zaucher Plinsebäcker“ sind eine kleine Spreewälder Attraktion. Am Dienstag servieren sie die letzten Eierkuchen für dieses Jahr. Von Steven Wiesner

Wenn die „Alt Zaucher Plinsebäcker“ zu Tisch bitten, sind Kurt Schäpe und Hans-Jürgen Moschütz nicht weit. Seit Jahren folgen die beiden Freunde aus Lübben dem Ruf der Plinse und takten ihre dienstägliche Radtour durch den Spreewald genau so, dass sie spätestens um 16 Uhr im Hanschkow-Haus sitzen. „Das gehört zu unserem Dienstag dazu“, sagt Kurt Schäpe. „Wir kommen immer wieder hierher, weil es die besten Plinse sind, die es im Spreewald gibt.“

Alt Zaucher Plinse, da kann man kaum widerstehen.
Alt Zaucher Plinse, da kann man kaum widerstehen. FOTO: LR / Steven Wiesner

Seit nunmehr 20 Jahren gehören die Plinse zum Angebot des Alt Zaucher Traditionsvereins, das weit über Tanz und Trachten hinausgeht. Exakt 50 Mitglieder zählt der Verein. Und je drei von ihnen schmeißen von Mai bis September jeden Dienstag ab 14 Uhr den Laden und verwandeln das Hanschkow-Haus im Dorfzentrum in eine kleine Bäckerei, deren Duft nicht nur Einwohner aus Alt Zauche, sondern auch Besucher aus Lübben, Lübbenau, Burg oder sogar Urlauber anzieht.

„Manche Leute kommen sogar mit dem Atlas her und finden uns“, sagt Gabi Orbanz vom Traditionsverein. „Und manche komme jede Woche.“ Keine Frage: Die „Alt Zaucher Plinsebäcker“, die auch bei jedem Spreewaldfest oder dem Gurkentag mit einem Stand Präsenz zeigen, sind eine kleine Spreewälder Attraktion.

Im Hanschkow-Haus sind die Alt Zaucher Plinsebäcker zu Hause.
Im Hanschkow-Haus sind die Alt Zaucher Plinsebäcker zu Hause. FOTO: LR / Steven Wiesner

Und seit diesem Jahr verfügen ihre Eierkuchen auch über ein zertifiziertes Gütesiegel. Denn die Alt Zaucher haben sich für das „Spreewälder Kulinarium“ beworben, das seit 1996 vom Spreewaldverein vergeben wird.

Mehr als 1600 Artikel von 128 Unternehmen sind schon unter der Dachmarke gelistet, die den hiesigen Wirtschaftsraum prominenter machen soll. Seit Juni gehören auch die Originale aus der Alt Zaucher Pfanne zu diesem elitären Kreis an Produkten, die sich dadurch auszeichnen, regionale Zutaten zu verwenden und im Wirtschaftsraum Spreewald ansässig zu sein.

Kriterien, auf die auch die „Alt Zaucher Plinsebäcker“ Acht geben. „Wir könnten auch sagen, wir kaufen nur die preiswertesten Zutaten“, sagt Gabi Orbanz. „Aber man muss ja auch ein bisschen weiter und nachhaltiger denken.“ Deswegen beziehen sie die Milch aus Münchehofe, die Eier aus Roggosen, den Apfelmus aus Golßen und weitere Fruchtaufstriche aus lokalem Aufkommen. Denn wo Spreewald draufsteht, muss auch Spreewald drin sein. Orbanz: „Wir machen das, um die Region zu stärken.“

Bis zu 150 Plinse bereiten die „Alt Zaucher Plinsebäcker“ an einem Nachmittag zu. „Bis der Teig alle ist“, sagt Monika Schötzigk, die das Plinsebacken vereinsintern organisiert. Es vergehen nur wenige Sekunden, bis die Eierplinse aus der Pfanne springen, liebevoll mit Butter, Zucker, Zimt, Apfelmus oder Marmelade bestrichen werden und frisch auf den Teller der Gäste wandern. Rührige Handarbeit, die man schmeckt. „Das Rezept“, zwinkert Monika Schötzigk mit dem Auge, „verraten wir aber nicht.“

Kommende Woche endet nun mit dem letzten Dienstag im September die alljährliche Saison der „Alt Zaucher Plinsebäcker“. Und das wird nicht nur Kurt Schäpe und Hans-Jürgen Moschütz vor so manches Problem stellen, wie sich am vergangenen Dienstag beim vorletzten Plinseessen in Alt Zauche gezeigt hat:
              Auf dem Weg nach draußen hielt ein Mann mit seiner Frau an der Küchentür an und fragte die Plinsefrauen: „Kann man Eure Plinse auch einfrieren? Wir müssen ja jetzt ein paar Wochen ohne Euch auskommen …“