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| 18:26 Uhr

Wassersport im nördlichen Spreewald
Freie Fahrt zum Neuendorfer See

 Die neuen Tore aus Kiefernholz wurden bereits am vergangenen Freitag in der Schleuse Alt Schadow eingesetzt.
Die neuen Tore aus Kiefernholz wurden bereits am vergangenen Freitag in der Schleuse Alt Schadow eingesetzt. FOTO: Wasser- und Bodenverband Nördlic / Wasser- und Bodenverband "Nördli
Alt Schadow . Früher als geplant ist die Schleuse in Alt Schadow wieder nutzbar. 200 000 Euro wurden investiert. Von Katrin Kunipatz

Eigentlich erst Mitte Juli sollte die Erneuerung der Schleusentore in Alt Schadow abgeschlossen sein. Dieser Zeitplan des Landwirtschaftsministeriums hatte bei Wassersportlern und Tourismusanbietern am Neuendorfer See und der Region Schwielochsee für Kritik gesorgt. Doch schon während der Bauarbeiten deutet Jörg Wiesner, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbands „Nördlicher Spreewald“, an, dass die Arbeiten schneller vorangehen als ursprünglich geplant. Öffentlich sollte der frühere Fertigstellungstermin jedoch nicht genannt werden, weil eben auch Dinge schiefgehen können.

Letztlich lief alles wie am Schnürchen und pünktlich zum Ferienbeginn gibt es die gute Nachricht: Die Schleuse in Alt Schadow ist wieder einsatzbereit. Damit können Motorboote wieder ungehindert vom Schwielochsee über die Spree zum Neuendorfer See fahren. Und auch für Paddelbootfahrer entfällt das anstrengende und lästige Umtragen der Boote.

 Deutlich sichtbar sind große Löcher und verrostete Metalle an den alten Schleusentoren. Ein Austausch war unvermeidlich.
Deutlich sichtbar sind große Löcher und verrostete Metalle an den alten Schleusentoren. Ein Austausch war unvermeidlich. FOTO: Wasser- und Bodenverband Nördlic / Wasser- und Bodenverband "Nördli
 Deutlich sichtbar sind große Löcher und verrostete Metalle an den alten Schleusentoren. Ein Austausch war unvermeidlich.
Deutlich sichtbar sind große Löcher und verrostete Metalle an den alten Schleusentoren. Ein Austausch war unvermeidlich. FOTO: Wasser- und Bodenverband Nördlic / Wasser- und Bodenverband "Nördli

Hell leuchten die neuen Schleusentore seit vergangenem Freitag in der aus Ziegeln gemauerten Schleuse. Aus Stein sind jedoch nur Ober- und Unterhaupt der Schleuse, in denen die Tore befestigt sind und das Torbecken. Die eigentliche Schleusenkammer ähnelt eher einem kleine Teich. Deshalb und natürlich auch wegen ihres Alters ist die 1911 gebaute Kesselschleuse in Alt Schadow ein einmaliges Bauwerk. Bei der Instandsetzung 1995 sei die gesamte Schleuse einschließlich der hölzernen Schleusentore letztmalig saniert worden, erklärt Jörg Wiesner. Damals verwendete man Eichenholz für die Schlagtore, das gegenüber Wasser recht widerstandsfähig ist. Doch in einer Schleuse verändert sich der Wasserstand durch die Benutzung ständig. Und gerade in diesem Bereich waren die alten Tore regelrecht zerbröselt, sodass man hindurchschauen konnte, macht Wiesner mit Fotos deutlich. Die fürs Schleusen nötige Abdichtung war nicht mehr gegeben. Hinzu kamen erhebliche statische Probleme.

„Im Zuge der Reparatur sind offene Risse in den Häuptern verschlossen worden. Die Standsicherheit ist wieder hergestellt“, teilt Hella Scholz, vom Landesamt für Umwelt mit. Um die Belastung zu senken, seien die schweren Eichentore durch leichtere aus Kiefernholz ersetzt worden, erläutert der Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbands. Mit den alten Toren als Vorlage baute die Firma Holzarbeiten Jens Baranowski aus Leibsch die neuen Tore nach. Die Stahlanbauteile wurden bei Mühlenbau Zähr in Bautzen aufgearbeitet und an den Holzkörpern montiert. Genau wie beim Ausbau hob ein Autokran die neuen Schleusentore in die richtige Position. Dafür sei neben der Schleuse eine zusätzlich Stellfläche befestigt worden, so Wiesner. Die Bedienstege waren bereits an Land angebracht worden. Die für das Öffnen und Schließen der Tore nötige Elektrik blieb von der Erneuerung unberührt. Damit ist die Kesselschleuse in Alt Schadow wieder vollständig nutzbar.

Jedoch Kiefernholz verschleißt schneller als Eichenholz. Statt nach zwanzig könnte bereits nach zehn Jahren ein Austausch nötig werden, so Wiesner. Aber eigentlich soll dieser Austausch gar nicht mehr nötig werden. Das Landwirtschaftsministerium plant für die Schleuse in Alt Schadow einen Ersatzneubau. „Die Planungen und Grundlagenuntersuchungen dazu laufen“, teilt Ministeriumssprecher Jens-Uwe Schade mit. Im Zusammenhang mit dem Neubau der Schleuse muss auch das Nadelwehr in Alt Schadow betrachtet werden. Es ist eins von insgesamt vier Wehren im Unterspreewald und zwölf im Oberspreewald, mit denen der Wasserstand in der Kulturlandschaft Spreewald reguliert wird. Außerdem muss es an einem Wehr Fischen möglich sein, gegen den Strom flussaufwärts zu wandern. Dafür braucht es eine Fischtreppe oder etwas Ähnliches. Aufgrund der Komplexität des Vorhabens sei mit einem Baubeginn nicht vor 2021 zu rechnen, so das Ministerium.

 Die neuen Tore aus Kiefernholz wurden bereits am vergangenen Freitag in der Schleuse Alt Schadow eingesetzt.
Die neuen Tore aus Kiefernholz wurden bereits am vergangenen Freitag in der Schleuse Alt Schadow eingesetzt. FOTO: Wasser- und Bodenverband Nördlic / Wasser- und Bodenverband "Nördli