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| 09:10 Uhr

Vortrag
Als Seuchen drohten und schwere Krankheiten

Bodo Liebert referierte über das Thema „Das Gesundheitswesen in Lübben nach 1945“.
Bodo Liebert referierte über das Thema „Das Gesundheitswesen in Lübben nach 1945“. FOTO: Jürgen Harnath
Bodo Liebert vom Heimatverein Lübben gab seinen Zuhörern in einem interessanten Vortrag eine Vorstellung davon, wie es unmittelbar nach Kriegsende um das Gesundheitswesen in der Stadt bestellt war.

Lübben (jhh) 25 Jahre gibt es ihn nun schon – den Heimatverein Lübben e.V. Der eng mit Lübben verbundene Berliner, Professor Wefeld, gab schon kurz nach der Wende den Anstoß zu dessen Gründung. Am 2. Dezember.1992 war es soweit, im Lübbener Schloss kam es zur Gründungsversammlung. Erster Vorsitzender wurde Helmut Saß, Stellvertreter Sybille Grunert (seit 2015 Vorsitzende), zum Schriftführer wurde Regina Schulze gewählt, zum Schatzmeister Ursula Ostermann und für die Revision waren Christel Traube und Marga Morgenstern zuständig.

In der Folge bekam der Verein viele neue Mitglieder, vor allem ehemalige Lübbener, auch aus den alten Bundesländern. Heute hat der Lübbener Heimatverein über fünfzig Mitglieder. Er hat sich von Anfang an auf die Fahnen geschrieben, zum Zwecke der Förderung gemeinsamer Arbeit der Mitglieder auf dem Gebiet der Heimatkunde der Stadt Lübben tätig zu werden.

Das geschieht vor allem durch öffentliche Vorträge, Studienfahrten und Besichtigungen; durch Anregung und Förderung heimatkundlicher Arbeiten, besonders durch Schüler oder andere Personen (Forschungsarbeiten); durch Mitarbeit bei der Schaffung heimatkundlicher Sammlungen und durch Mitarbeit bei Ausstellungen zur Heimatgeschichte.
Neben der Herausgabe des jährlichen Lübbener Heimatkalenders sind es vor allem  die Vorträge zu den unterschiedlichsten geschichtlichen Themen der Stadt Lübben, die die Vereinsarbeit  ausmachen. So war es auch am vergangenen Samstag. Man lud zu einem Vortrag von Vereinsmitglied Bodo Liebert in den Lübbener „Spreeblick“ ein. Thema war: „ Das Gesundheitswesen in Lübben nach 1945“.

„Ich hatte mir vorgenommen, die Geschichte Lübbens nach der Zerstörung 1945 aufzuarbeiten und  habe unter anderem  schon Vorträge zu den Themen Wiederaufbau, Verpflegung und Ernährung der Lübbener Bevölkerung gehalten. Aus Anlass des 125. Bestehens des Lübbener Krankenhauses habe ich mir in diesem Jahr das Thema Gesundheitswesen ausgewählt. Darum wird es in dem heutigen Vortrag gehen.“ erläuterte Bodo Liebert. Nach dieser Einführung konnten die Besucher des Vortrages, sichtlich beeindruckt, viel Wissenswertes aus jenen schwierigen Jahren erfahren.

So unter anderem auch, dass mit Beendigung der Kampfhandlungen am 27. April 1945  Lübbens Innenstadt vollständig zerstört war und die kommunale Infrastruktur de Facto nicht mehr existierte. 

Dass der Krieg nicht nur Trümmer und Zerstörung hinterlassen hatte, sondern auch zunehmend auch den Gesundheitszustand der Lübbener Bevölkerung und der steigenden Anzahl von Flüchtlingen schwer beeinträchtigte. Es fehlte an allem. Durch Unterernährung, fehlende Medikamente, mangelnde Hygiene und der vorhandenen Wohnungsnot drohten Seuchen und schwere Krankheiten wie zum Beispiel Typhus und Diphterie.

Bodo Liebert machte in seinem Vortrag aber auch eindringlich auf den unbedingten Überlebenswillen der Lübbener Bürger und der Flüchtlinge aufmerksam. Und er verwies darauf, dass es der sowjetischen Militärverwaltung zu danken war, dass Sofortmaßnahmen eingeleitet wurden, um den in den Krankenstationen verbliebenen Ärzten und Krankenschwestern ihre Arbeit zu ermöglichen und so die schlimmsten Folgen zu lindern.

Am Ende waren sich alle Anwesenden einig. Es war ein interessanter, zum Nachdenken anregender und wichtiger Vortag von Bodo Liebert. Wer sich  für die schweren Lübbener Nachkriegsjahre interessiert, kann den Vortrag von Bodo Liebert im 2018er Lübbener Heimatkalender nachlesen.