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| 01:24 Uhr

Als die Planung auf der Streichholzschachtel entstand

Die Idole Lübbener Fußball-Geschichte trafen sich auf Initative von Hans-Joachim Jank (2. v.l.). Mit dabei waren auch Willi Balting (3. v.r., hinten) und Hellmuth Franzka (rechts) sowie Mannschaftskapitän und Projektant des Sozialkomplexes „Völkerfreundschaft“ , Dr. Ulrich Lehnigk (2. v.r.).
Die Idole Lübbener Fußball-Geschichte trafen sich auf Initative von Hans-Joachim Jank (2. v.l.). Mit dabei waren auch Willi Balting (3. v.r., hinten) und Hellmuth Franzka (rechts) sowie Mannschaftskapitän und Projektant des Sozialkomplexes „Völkerfreundschaft“ , Dr. Ulrich Lehnigk (2. v.r.). FOTO: Frank Selbitz
Lübben.. Es war wie ein kleines Schultreffen, als sich die Fußballer von Dynamo Lübben in der Gaststätte der Sportstätte „Völkerfreundschaft“ trafen. Die Ältesten von ihnen, Willi Balting und Hellmuth Franzka, sind weit über 80 Jahre alt. Frank Selbitz

Selbst die Jüngsten der ehemaligen DDR-Liga-Elf haben ihren 50. Geburtstag schon längst hinter sich.
Hans-Joachim Jank, unterstützt von Rainer Pohle, hatte die Idee zu dem Treffen. Er hatte über 60 ehemalige Fußballer, die das Dress der Lübbener Dynamos trugen, eingeladen. Dieter Ryffert war extra aus Leverkusen gekommen. Auch die „Ur-Lübbener“ Jürgen Hertzfeld und Dr. Ulrich Lehnigk waren dabei.
„Fußball ist unser Leben, denn König Fußball regiert die Welt“ , mit diesen Worten begrüßte „Hänschen“ Jank die Gäste „zum Probelauf einer großen Fußballer-Party“ . Generationsübergreifend haben sie Lübbener Fußball-Geschichte geschrieben. Gern erinnerten sie sich an die „großen Jahre“ . Ulrich Lehnigk hatte ein kleines Foto mitgebracht: „Das dürfte das berühmteste Foto der Lübbener Fußball-Geschichte sein.“ Im Jahr 1955 spielten nämlich unter anderem Horst Fiedler, Klaus Schade, Günter Ziemainz und Wolfgang Höhne als DDR-Meister mit der Sportvereinigung Dynamo im Dresdner Heinz-Steyer-Stadion vor 15 000 Zuschauern im Vorspiel der Partie SC Einheit Dresden gegen Hertha BSC.
Gleichzeitig freuten sich die Fußballer auch, „das der Lübbener Fußball mit Grün-Weiß wieder in der höchsten Bran-denburger Spielklasse vertreten ist und wir wieder ein Aushängeschild des Fußballs in der Region geworden sind.“ Doch nicht mehr alle der Väter des Lübbener Fußball-Erfolgs konnten dabei sein. Daher wurde der „Trainerlegenden“ Karl Falk, Herbert Vogt und Horst Tempel gedacht. „Sie haben viel zu dem Erfolg in den 50er und 60er Jahren beigetragen“ , so Hans-Joachim Jank.
„Erinnert ihr euch noch, wie ihr mich damals aus der Kabine geholt und erklärt habt, dass hier der Sozialkomplex auf dem Sportplatz entstehen soll?“ , fragte Ulrich Lehnigk den damaligen stellvertretenden Vorsitzenden des Rates des Kreises und Chef der staatlichen Plankommission sowie späteren Lübbener Bürgermeister Hellmuth Franzka und den ehemaligen Kassenwart Willi Balting. „Natürlich“ , war deren einhellige Antwort, „und du wolltest eine Streichholzschachtel und hast uns das heutige Gebäude darauf skizziert. Das war die Geburtsstunde der Völkerfreundschaft.“

Erst schippen, dann spielen
Viele Fußballer hätten damals mitgebaut, „denn in der ersten Stunde des Trainings galt es immer Sand zu schippen und Beton mit der Karre zu fahren. Das ist unser Krafttraining, sagte Karl Falk immer“ , erinnerten sich die Anwesenden.
„Kämpferisch starke Partie“ , „Trotz Überlegenheit verloren“ und „Punkteteilung war möglich“ titelte einst die Lokalseite der RUNDSCHAU über die DDR-Liga-Spiele der Lübbener Dynamos gegen Mannschaften wie Dynamo Eisleben, Motor Werdau oder Energie Cottbus. Spielberichte, Fotos und Plakate von damals schmückten die Gaststätte und gingen von Hand zu Hand.

Mit der Nationalelf gefiebert
Während die Fußballer bei ihrem Treffen das Tanzbein schwangen, lief der Fernseher mit dem Länderspiel der Nationalelf gegen Irland. „Wie soll es bei Fußballern auch anders sein, denn einmal in den Fußball verliebt, dann immer verliebt“ , so Dieter „Kiepe“ Weihrauch. „Wenn sich Fußballkumpels treffen, dann herrscht immer gute Stimmung. Alte Zeiten werden lebendig“ , resümierte der ehemalige Ersatz-Torwart Wolfgang Jünigk. Seit über 30 Jahren hätten sie sich oftmals nicht gesehen. Die „alten Lübbener Haudegen“ freuten sich umso mehr, dass Hans-Joachim Jank die Initative zum Treffen ergriffen hatte. Aufgrund der begrenzten Raumkapazität in der Gaststätte des Sportkomplexes „Völkerfreundschaft“ konnten jedoch nicht alle dabei sein. Daher stand bald fest, dass mittelfristig eine große Zusammenkunft der Lübbener Fußball-Generationen organisiert werden soll. „Denn Lübbens Fußball war und ist regionale Spitzenklasse“ erklärte der heutige Straupitzer Sportlehrer und einstige Mittelfeldspieler Gerd Mörl.