Für Jagd- und Forstbetrieb dürfen sie befahren werden, ansonsten sind sie für Kraftfahrzeuge gesperrt. Zuwiderhandlungen werden als Ordnungswidrigkeiten verfolgt. "Das ist ein unhaltbarer Zustand", so Jatzlau.

Mit diesen neuen Schildern werde auf eine seit Jahren geltende Gesetzeslage hingewiesen, erklärte Revierförster Rainer Neugebauer. Nicht öffentliche Waldwege sind demnach für motorisierte Untersätze tabu. "Die Kommunen haben es nicht geschafft, sich darüber abzustimmen, welche Wege öffentlich sein sollen und welche nicht. Dazu waren sie vor zehn, zwölf Jahren vom Land aufgefordert worden", sagte Neugebauer. Er könne sich den Grund vorstellen: Mit dieser Entscheidung gehe die über den Baulastträger einher, der für die Unterhaltung des Weges verantwortlich ist.

"Ausweisung als öffentliche Wege möglich"

Er sei nach wie vor möglich, fügte der Revierförster an, dass die Gemeinde Waldwege zu öffentlichen Verbindungen erklären kann. Das solle sie sich aber gründlich überlegen. "An öffentliche Wege werden enorme Forderungen gestellt. Auf denen müssen sie mit einem tiefergelegten Mercedes fahren können. Im Schadensfall hat die Kommune als Baulastträger aufzukommen." Weiterhin sei zu bedenken, ob sich die Kommune einen auch für Lkw befahrbaren Weg leisten wolle. Entscheide sie sich für eine Tonnagebegrenzung,"dienen diese Wege nur noch Pilzsuchern, nicht mehr der Forst- und der Landwirtschaft", so Neugebauer.

Er verwies auch darauf, dass die Sperrung der Waldwege im Interesse der vielen Privatwaldbesitzer sei. Denn an öffentlichen Wegen seien sie in der Verantwortung, dafür Sorge zu tragen, dass kein trockener Baum eine Gefahr darstellt. Das gelte nicht im Wald selbst, den jeder auf eigene Gefahr betrete, stellte Neugebauer klar.

Richtig glücklich ist der Revierförster mit der Beschilderung nicht und das nicht nur wegen seiner Befürchtung, die Tafeln könnten zerschlagen werden. Vielmehr "könnten die Leute denken, wo kein Schild steht, ist nicht gesperrt. Das stimmt aber nicht. Es ist allerdings zu aufwendig jeden Waldweg zu beschildern".

Gemeindevertreter wollen Entscheidung prüfen

Der Förster riet der Gemeindevertretung, sich der Entscheidung über den Rechtsstatus der Waldwege anzunehmen. Das will sie tun. "Wir sollten prüfen, was gemacht werden kann", sagte Helmut Jatzlau. Denn er wolle nicht akzeptieren, dass den Menschen Umwege zugemutet werden. Ganz im Gegenteil gehöre seiner Auffassung nach zum Beispiel die Verbindung von Waldow nach Siegadel ausgebaut.

Fördermöglichkeiten für solche Vorhaben, die es beispielsweise seitens der Forstwirtschaft im Rahmen des Waldbrandschutzes gibt, sollten durch die Amtsverwaltung geprüft werden, schlug zudem Bürgermeister Dr. Hellmut Trunschke vor.

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