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Abwechslung
Adventsstimmung im „Köhler-Haus“ Alt Zauche

Gäste der Tagespflege des ASB in Lübben waren im „Köhler-Haus“ in Alt Zauche zu Besuch. Sie haben gemeinsam gesungen und sich auf den Advent eingestimmt. Petra Köhler (2.von rechts) war die Gastgeberin.
Gäste der Tagespflege des ASB in Lübben waren im „Köhler-Haus“ in Alt Zauche zu Besuch. Sie haben gemeinsam gesungen und sich auf den Advent eingestimmt. Petra Köhler (2.von rechts) war die Gastgeberin. FOTO: Andreas Staindl
Alt Zauche. Tagespflege-Gäste wagen Neues und lassen sich von Petra Köhler einladen.

Die Idee hatte Charme. Doch dass sie so gut aufging hat dann selbst Peter Mularczyk überrascht. Der Leiter der neuen Tagespflege des Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) an der Berste in Lübben wagte ein Experiment. Er war mit Gästen der Einrichtung kürzlich in das „Köhler-Haus“ in Alt Zauche (Lieberose-Oberspreewald) gefahren: „Wir wollten mal etwas Neues probieren, einen schönen Tag im Advent außerhalb unserer Einrichtung verbringen und uns gemeinsam an die Kindheit erinnern.“

Petra Köhler, die Frau des verstorbenen Schriftstellers und Philosophen, hatte die Gruppe eingeladen. Der große Raum auf dem Hof am Waldrand war gemütlich eingerichtet und dekoriert. Das offene Feuer im Ofen knisterte und sorgte für angenehme Wärme. Die perfekte Atmosphäre, um sich wohlzufühlen.

Und, um in Erinnerungen zu kramen. Zum Ort allgemein, zum Haus und dem Schriftsteller im speziellen. Erich Köhler, Jahrgang 1928 und ein bekannter Schriftsteller in der DDR, hat zahlreiche Romane, Erzählungen, Kinderbücher und andere Werke geschrieben. Eine Stiftung bewahrt seinen persönlichen und geistigen Nachlass. Petra Köhler ist die Stifterin. Sie hält die Erinnerung an ihren Mann wach.

Sein altes Arbeitszimmer im Haus am Waldrand in Alt Zauche gibt es noch immer. Regale bis hoch zur Decke und voller Bücher. Der alte Schreibtisch, an dem Erich Köhler geistig gearbeitet hat. Das Sofa, auf dem er neue Kraft geschöpft hatte. Fast scheint es, der Schriftsteller kommt gleich zur Tür herein. Kaum etwas im Arbeitszimmer deutet darauf hin, dass er schon 2003 verstorben und im Oberspreewalddorf beigesetzt ist.

Wer möchte, darf sich das Zimmer anschauen. „Es steht Interessierten offen“, sagt Petra Köhler. Einige Tagesgäste des ASB nutzten diese Möglichkeit. Es war der Abschluss einer Veranstaltung, „die uns wunderbar auf den Advent eingestimmt hat“, sagt Peter Mularczyk. Edda Flessner hatte Anteil daran. Die musikalische Wußwerkerin (Lieberose-Oberspreewald) brachte ihre Gitarre mit und sang mit den Gästen Weihnachtslieder im „Köhler-Haus“.

Das hat so viel Spaß, dass man künftig öfters gemeinsam singen möchte. Peter Mularczyk und Edda Flessner wollen in Kontakt bleiben. Und Petra Köhler wäre sicherlich gern wieder einmal Gastgeberin. Dann könnte sie ein weiteres Kapitel ihres Kinderbuchs vorlesen. Eine ihrer Drachengeschichten-Coco und der Frühlingspunsch- haben die Tagesgäste jetzt gehört. Es war die erste öffentliche Lesung der Autorin, die ihr Kinderbuch demnächst einem Verlag anbieten möchte.

Die Gäste aus Lübben hat sie schon überzeugt. Einen Herzenswunsch erfüllte sich Petra Köhler selbst. Sie las zum Abschluss des Besuchs der ASB-Tagesgäste das „schönste Gedicht“ ihres verstorbenen Manns vor.