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Lübben
Ab Freitag rollt es wieder auf der Bahnhofstraße

Fertig! Am Freitag wird die sanierte Bahnhofstraße in Lübben für den Verkehr freigegeben. Diese Woche wird letzte Hand angelegt.
Fertig! Am Freitag wird die sanierte Bahnhofstraße in Lübben für den Verkehr freigegeben. Diese Woche wird letzte Hand angelegt. FOTO: Ingvil Schirling / LR
Lübben. Infrastrukturministerin Kathrin Schneider kommt zur Freigabe und bringt Fördermittel für große Pläne mit.

Doppelten Grund zur Freude hat die Stadt Lübben am Freitagnachmittag. Infrastrukturministerin Kathrin Schneider wird um 15 Uhr nicht nur gemeinsam mit Bürgermeister Lars Kolan (beide SPD) die frisch sanierte Bahnhofstraße freigeben — nach siebenmonatiger Bauzeit. Sie bringt auch einen Fördermittelbescheid mit. Aus Lottomitteln soll ein partizipativer Ideenfindungsprozesses für die Entwicklung des Quartiers der ehemaligen Kartonage durchgeführt werden, teilt die Stadt Lübben mit.

Ziel ist es, dort Bauland zu gewinnen. Das Gelände am Lübbener Hain, zwischen Friedensstraße und Schützenplatz, ist überwiegend im Eigentum von Privatleuten. Eine bauliche Entwicklung dieses als allgemeines Wohngebiet angedachten kleinen Viertels setzt Planungsrecht durch einen Bebauungsplan voraus.

Mit dem partizipativen Verfahren will die Stadt der Mitteilung zufolge neue Wege gehen. „Partizipativ“ heißt teilhabend und zielt langfristig darauf ab, die Akzeptanz des Vorhabens zu erhöhen, indem die Akteure frühzeitig und transparent in den Planungsprozess einbezogen werden. Das heißt auch, dass Eigentümer, „die von einer planungsbedingten Wertsteigerung des Grund und Bodens profitieren, künftig an den Planungs- und Entwicklungskosten beteiligt werden“, informiert die Verwaltung weiter. Langwierigen Umsetzungsentscheidungen, die zu Verzögerungen im späteren Vorhabenverlauf führen, soll somit so früh wie möglich entgegengewirkt werden.

Der Ansatz ist ein Modellprojekt. Die Durchführung eines solchen teilhabenden Prozesses in einer Stadt soll am Beispiel des Kartonagengeländes erprobt werden. Dieses wird als Konversionsstandort gesehen, also als einer, der sich ganz grundsätzlich verändern wird.

Aus der schon lange im Dornröschenschlaf liegenden ehemaligen „Pappenfabrik“ könnte damit ein „innerstädtischer Nachverdichtungsbereich in zentraler Lage südlich des Bahnhofs“ werden, heißt es weiter, der auch für Geschosswohnungsbau attraktiv wäre. Gekennzeichnet ist er derzeit auch von komplexen Eigentumsverhältnissen und Flurstückstrukturen. Die Grundstückseigentümer sollen frühzeitig in Einzelgesprächen und  in Workshops einbezogen werden.