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| 16:15 Uhr

Lübbens A-Junioren sind neuer Kreismeister
Die jungen Helden von Grün-Weiß

Sie blicken auf die beste Saison ihrer Laufbahn zurück: A-Junior Jakob Sattler (l.) und Trainer Detlef Ihl. Nun freuen sie sich auf die WM.
Sie blicken auf die beste Saison ihrer Laufbahn zurück: A-Junior Jakob Sattler (l.) und Trainer Detlef Ihl. Nun freuen sie sich auf die WM. FOTO: LR / Steven Wiesner
Lübben. Die A-Junioren-Fußballer aus Lübben haben die beste Saison seit zehn Jahren gespielt. Und sie zeichnet das aus, was auch Deutschland beim WM-Titel vor vier Jahren so stark gemacht hat. Von Steven Wiesner

Noch am Abend des 19. Mai gab es einen Mannschaftsschwur bei den A-Junioren vom SV Grün-Weiß Lübben. Gerade eben hatten sie das Kreispokalfinale gegen den FC Bad Liebenwerda verloren, mit 1:2 in der Verlängerung. Die Stimmung war am Tiefpunkt, doch der Ehrgeiz geweckt. „Wir saßen auf der Rückfahrt im Bus und haben uns gesagt, dass wir in dieser Saison noch ein zweites Finale spielen können und das nicht auch noch verlieren werden“, erinnert sich Jugendsportwart Martin Würfel. „Darauf lag von diesem Moment an der Fokus.“

Lübbens Jungfußballer gewannen ihre restlichen drei Ligaspiele und qualifizierten sich als Staffelsieger auch für das für diesen Sonntag angesetzte Endspiel um die Kreismeisterschaft in Südbrandenburg gegen Großräschen. Nun aber steht fest, dass sie trotzdem kein zweites Finale spielen werden. Der Gegner bekommt nicht genügend Spieler zusammen und nimmt der Mannschaft der Trainer Detlef Ihl, René Teuber und Heiko Kubasch so die Möglichkeit, sich für das verlorene Pokalfinale rehabilitieren zu können. Lübbens A-Jugend ist kampflos Kreismeister, „aber man will ja nichts geschenkt bekommen“, sagt Ihl. „Von daher ist es sehr schade, dass es kein Endspiel gibt. Es wäre ein schöner Abschluss gewesen.“

Eine unvergessliche Spielzeit bleibt es aber auch ohne das große letzte Kapitel. 16 Siege aus 18 Partien, 126:22 Tore – die Saison reiht sich als eine der erfolgreichsten in die grün-weiße Chronik ein. Nur Bad Liebenwerda, das am Ende genauso viele Punkte erspielte und aufgrund der schlechteren Tordifferenz Tabellenzweiter wurde, bewegte sich auf Augenhöhe. „Hätte uns vor der Saison jemand gesagt, dass wir zum ersten Mal seit zehn Jahren ins Pokalfinale kommen und Meister werden, hätten wir den sicher einweisen lassen“, sagt Ihl. Was den Erfolg noch ein Stück besonderer macht, ist die Tatsache, dass Lübbens Meistermannschaft fast ausschließlich aus Spielern des jüngeren Jahrgangs besteht, die im nächsten Jahr also nochmal A-Jugend spielen können. Ihl: „Das ist schon stark.“

Einer der jungen Lübbener Helden ist der 17-jährige Jakob Sattler. Seit er vor drei Jahren aus Lubolz nach Lübben kam, spielt er für Grün-Weiß. Auch er hat eine solche Saison noch nie vorher erlebt. „Dieser Erfolg war schon neu und etwas noch nie Dagewesenes für uns“, sagt Jakob. Für seinen Coach war vor allem das Miteinander der Schlüssel zur triumphalen Serie. „So einen Zusammenhalt habe ich noch nicht erlebt. Das ist Wahnsinn“, sagt Ihl. Ein Maximilian Freitag, der mit 43 Toren Torschützenkönig wurde und 24 Tore mehr schoss als der zweitbeste Lübbener Schütze, wusste sich genauso unterzuordnen wie der erste Ersatzspieler.

Lübbens Meister-Junioren von 2018 – Hinten v.l.: Trainer Rene Teuber, Nico Staudler, Florian Nolten, Justin Schmidt, Jakob Sattler, Maximilian Freitag, Rudolf Iskin, Nico Ihl, Trainer Heiko Kubasch, Trainer Detlef Ihl. Vorne v.l.: Tom Seghert, Jonas Breschke, Phillip Päch, Max Ihl, Hannes Drendel, Tom Wallus. Es fehlen: Felix Raschke und Sebastian Gusan.
Lübbens Meister-Junioren von 2018 – Hinten v.l.: Trainer Rene Teuber, Nico Staudler, Florian Nolten, Justin Schmidt, Jakob Sattler, Maximilian Freitag, Rudolf Iskin, Nico Ihl, Trainer Heiko Kubasch, Trainer Detlef Ihl. Vorne v.l.: Tom Seghert, Jonas Breschke, Phillip Päch, Max Ihl, Hannes Drendel, Tom Wallus. Es fehlen: Felix Raschke und Sebastian Gusan. FOTO: GW Lübben

Eine Eigenschaft, die auch für große Weltmeistermannschaften wie die deutsche von 2014 unabdinglich ist. Doch genau hier sieht Jakob Sattler für die WM in Russland und die Mission Titelverteidigung ein Problem. „Ich glaube, es fehlen Leute wie Podolski, Schweinsteiger und Lahm, die das Team zusammenhalten“, orakelt Jakob. Genau wie sein Trainer hofft er auf ein deutsches Happy End. „Für mich hat Frankreich aber den stärksten Kader. Und ich würde mich auch freuen, wenn mal ein kleineres Team aus Südamerika weit kommt wie Kolumbien oder Peru.“

So oder so freut sich Jakob auf die WM und gemeinsame Fußball-Abende. „Ein Kumpel von mir hat extra einen großen Fernseher gekauft.“ Dort soll am 15. Juli auch das Finale geschaut werden. Und das wird auch ganz sicher nicht ausfallen.