ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:43 Uhr

95 Ballons tragen Wünsche fort

Schnell noch ein Foto, ehe die bunten Ballons in den Lübbener Himmel steigen. Gymnasiasten hatten Lübbener befragt, deren Wünsche und Hoffnungen zusammengetragen und aufgeschrieben. Die Karten sind dann an den Ballons befestigt worden.
Schnell noch ein Foto, ehe die bunten Ballons in den Lübbener Himmel steigen. Gymnasiasten hatten Lübbener befragt, deren Wünsche und Hoffnungen zusammengetragen und aufgeschrieben. Die Karten sind dann an den Ballons befestigt worden. FOTO: Ingrid Hoberg
Lübben. Martin Luther war nie in Brandenburg – und dennoch ist das Reformationsjubiläum allgegenwärtig. So hat das Paul-Gerhardt-Gymnasium die Projekttage zum Abschluss des Schuljahres unter das Thema "500 Jahre Reformation" gestellt. Ingrid Hoberg

In 29 Gruppen haben sich Schüler in verschiedenen Gruppen mit der Zeit und den Lebensumständen der Menschen damals und heute beschäftigt.

Beim Hoffest gestern Nachmittag haben sie ihre Beiträge präsentiert: Spielzeug von Luthers Zeit bis heute, historische Rechenhilfsmittel, physikalische Experimente mit der Sonnenuhr, eine Schulchronik, Gestaltung einer Lutherrose aus Keramik, Brotbacken und Kochen nach alten Rezepten, eine Landkarte mit Orten, an denen sich Martin Luther aufgehalten hat, gehörten unter anderem dazu. Auch Schreibfedern, Papier aus Altpapier und Tinte wurde hergestellt. Eine Gruppe gestaltete ein Wandbild in der Spreewald-Kita, andere entwickelten eine Quiz-App, die von der Homepage des Gymnasiums heruntergeladen werden kann. Die Gegenreformation wurde thematisiert.

Den in der Öffentlichkeit wirksamsten Abschluss für ihr Projekt fand die Gruppe von Steffen Mehlhorn. Der Physik- und Mathematiklehrer hat sich gemeinsam mit 14 Schülern der Klassen 7 bis 11 mit den 95 Thesen beschäftigt, die Luther 1517 in Wittenberg veröffentlichte. Die Gruppe besuchte dort verschiedene Wirkungsstätten des Reformators. "Wir haben einige Thesen besprochen und festgestellt, dass sie zum Diskutieren anregen", sagt der Lehrer. Gegensätzliche Ansichten mit Argumenten zum Ausdruck zu bringen, das sei ja auch gegenwärtig in der Gesellschaft ein Thema.

"Es geht um den Brückenschlag in unsere Zeit", sagt Pfarrer Olaf Beier von der Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde, der das Projekt ebenfalls begleitete. So haben die Lübbener Gymnasiasten an verschiedenen Orten in der Stadt Menschen befragt, welche Wünsche, Hoffnungen und Träume sie haben. Unterstützt hat sie dabei Maxi Herzog (19), im vergangenen Jahr noch Abiturientin am Lübbener Gymnasium und nun im freiwilligen sozialen Jahr in der Gemeinde tätig. "Die Leute waren cool, sie haben offen darüber gesprochen, was sie bewegt", sagt Lena (17). "Viele Menschen haben Träume, aber es fällt ihnen nicht immer leicht, sie zu formulieren", sagt Armin (17). "Kinder waren super, sie hatten viele Ideen", hat er erfahren. "Frieden weltweit", "Mehr Nächstenliebe" oder "Gleichberechtigung für Mann und Frau" - diese Wünsche haben die Schüler auf Karten geschrieben und an die Luftballons gehängt, die in den Lübbener Himmel gestiegen sind. "Das Projekt war interessant, lehrreich und entspannt", stellt Anna (17) fest. Beim Hoffest mit einem Theaterstück zum Thesenanschlag gab es dann den richtigen Ausklang vor dem Start in die Sommerferien.