ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:30 Uhr

7. Lieberoser Wandertag
„Und wenn sie nicht gestorben sind ...“

Ende gut, alles gut: So wie es sich im Märchen gehört. An der vorletzten Station an der Kapelle bei Schneewittchen und den sieben Zwergen dankten Märchenerzähler und Wanderführer Michael Becker und Christina Schmidt den Akteuren.
Ende gut, alles gut: So wie es sich im Märchen gehört. An der vorletzten Station an der Kapelle bei Schneewittchen und den sieben Zwergen dankten Märchenerzähler und Wanderführer Michael Becker und Christina Schmidt den Akteuren. FOTO: LR / Ingrid Hoberg
Lieberose. Mehr als 130 Gäste sind den märchenhaften Spuren rund um die Stadt gefolgt und freuen sich schon auf den nächsten Lieberoser Wandertag. Von Ingrid Hoberg

„Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute!“ Mit diesem Schlachtruf aus dem Schlafzimmerfenster seiner frühen Kinderjahre und dem jetzigen INA-Büro schwört Michael Becker, Schauspieler und Lieberoser von ganzem Herzen, die versammelte Wandergemeinde auf dem Innenhof am FiZ in der Mühlenstraße ein. Schließlich geht es auf die Tour „Märchenhaftes Lieberose“. 133 Teilnehmer am 7. Wandertag haben sich gerade in den Listen eingetragen und scharren mit den Füßen – so wie die Pferde an den Kremsern, die mit auf die Tour gehen.

Witwe Bolte alias Bürgermeisterin Kerstin Michelchen schwenkt schon den Kochlöffel und stürmt voran an die Feuerstelle. Sie hat mit ihrem Team von Familie und Freunden den „Hexenkessel“ angeheizt und wird wieder für die Verpflegung in der Mittagspause sorgen. Sie verspricht Froschlaichsuppe und Krötenomelett. So schlimm kommt es nicht, das darf schon verraten werden. Das Drei-Gänge-Menü mit Spargelsuppe, Gulasch und Spirellis sowie Kirschen mit Vanillesoße wird die Wanderer begeistern, doch es will verdient sein. Und da achtet Wanderführerin Christina Schmidt drauf – ohne Erwärmung geht es nicht vom Hof – diesmal zu „Klingklang“ von „Keimzeit“.

Sonnenschein und ein frischer Hauch von Frühling lassen die Herzen der Wanderer höher schlagen. Sie schreiten frohen Mutes aus, und schon kommt das erste Märchen ins Blickfeld. Wer beim Quiz mitmacht, schreibt gleich auf: Aschenputtel. Denn die Erbsen und die Tauben, die in die Lüfte steigen, sind eindeutige Hinweise. „Und wenn sie nicht gestorben sind...“, Michael Becker ist unerbittlich und fordert den Schlachtruf ein, um kurze Zeit später am Backofen zu verkünden: „Jetzt kommt Hochkultur!“ Tenor Peter Ewald und Sopranistin Kerstin Domrös sind „Hänsel und Gretel“. Und während die Hexe im Ofen schmort, steigen die Kraniche auf. Mehr Kunst und Natur geht nicht.

Beim Abstecher zum Stockshof und zum Alten Schloss treffen die Wanderer auf den Wassermann, der ihnen Spannendes zur den Sagen, Mythen und Sprichwörtern des Spreewalds erzählen kann. Der Duft der Froschlaichsuppe zieht die Wanderer weiter in Richtung Eichberg. Zwischendurch hatte die Apotheke für eine Erfrischung am Wegesrand gesorgt. Am Eichberg werden nicht nur die Pferde ausgespannt, auch mancher Wanderer ist froh über die Pause. Kerstin Michelchen und ihre Leute geben das Beste, um die Schlange der Hungrigen so schnell wie möglich abzuarbeiten. Schließlich soll noch Zeit für ein Gruppenfoto mit der goldenen Gans sein. Die Mädchen, die eigentlich daran kleben sollten, sind diesmal verlorengegangen.

Doch das trübt die Freude nicht, schließlich stehen noch zwei Überraschungen auf dem Programm – und die wollen erwandert werden. Weiträumig geht es am Schlosspark vorbei bis zur Schulenburgschen Friedhofskapelle. Dort wartet die böse Königin, verkleidet als alte Frau, mit ihren Äpfel. Schneewittchen liegt schon in tiefem Schlaf, der Prinz ist untröstlich. Doch die sieben Zwerge erwecken die schöne Prinzessin wieder zum Leben. „Und der kleinste Zwerg war mal mein Lehrer!“, verkündet Michael Becker, ehe es heißt: „Und wenn...“

Flotten Fußes erreichen die Wanderer dann das nahe gelegene Schloss. Dort erleben sie, wie Lieberose zu seinem Namen gekommen ist. Ein schönes Mädchen lässt eine rote Rose aus dem Fenster in die Hände eines Verehrers fallen. „Liebe Rose!“, ruft er aus. So soll es gewesen sein.

Wer an der Kaffeetafel sein ausgefülltes Quiz abgibt, kommt in die Auslosung. Nils Winterfeld aus Lieberose bei den Kindern sowie Kathrin und Eberhard Lenz aus Beeskow und Hannelore Thulke aus Cottbus bei den Erwachsenen haben die richtigen Antworten gegeben. „Das ist wirklich toll, wo die Ideen herkommen. Und jedes Jahr wird noch eins draufgesetzt“, sagt Kathrin Lenz voller Anerkennung zu Christina Schmidt. „Wir bekommen Unterstützung von vielen Seiten. In diesem Jahr waren 22 Akteure aus Lieberose dabei“, sagt sie.

Der Termin für den 8. Lieberoser Wandertag steht schon fest. Es ist der 4. Mai 2019. Und am Motto wird schon „gebastelt“, heißt es aus märchenhaft eingeweihten Kreisen.

Weiter Fotos unter:

www.lr-online.de/medien

Die Gewinner des Quiz sind von Frau Holle alias Christina Dahlitz märchenhaft belohnt worden. Das Tor ist extra dafür gebaut worden.
Die Gewinner des Quiz sind von Frau Holle alias Christina Dahlitz märchenhaft belohnt worden. Das Tor ist extra dafür gebaut worden. FOTO: LR / Ingrid Hoberg
Die rund 13 Kilometer lange Tour führte zu sechs idyllischen Orten, an denen die Märchenwelt der Brüder Grimm lebendig wurde. Zwei Kremser fuhren mit.
Die rund 13 Kilometer lange Tour führte zu sechs idyllischen Orten, an denen die Märchenwelt der Brüder Grimm lebendig wurde. Zwei Kremser fuhren mit. FOTO: LR / Ingrid Hoberg
Wie Lieberose einst zu seinem Namen kam, darum ging es am Schloss.
Wie Lieberose einst zu seinem Namen kam, darum ging es am Schloss. FOTO: LR / Ingrid Hoberg