ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 14:39 Uhr

Förderbescheid übergeben
Schwachgase werden zu Strom

Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD, vorn re.) und der KAEV-Verbandsvorsteher Bernhard Schindler halten den Zuwendungsbescheid in der Hand. Mit 644 000 Euro fördert das Land Brandenburg innovative Schwachgastechnologie auf der Deponie in Lübben-Ratsvorwerk.
Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD, vorn re.) und der KAEV-Verbandsvorsteher Bernhard Schindler halten den Zuwendungsbescheid in der Hand. Mit 644 000 Euro fördert das Land Brandenburg innovative Schwachgastechnologie auf der Deponie in Lübben-Ratsvorwerk. FOTO: Andreas Staindl
Lübben. 644 000 Euro für innovatives Projekt auf Deponie in Lübben übergeben. Von Andreas Staindl

Der Kommunale Abfallentsorgungsverband (KAEV) „Niederlausitz“ kann sein nächstes innovatives Projekt in Angriff nehmen. Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) überreichte dem KAEV-Verbandsvorsteher Bernhard Schindler in Lübben einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 644 000 Euro.

Mit den Fördermitteln soll die innovative Schwachgastechnologie finanziert werden. Geplant ist der Bau eines Blockheizkraftwerks und eines Gasspeichers auf dem Gelände der Deponie in Lübben-Ratsvorwerk. „Wir sind damit Vorreiter in ganz Deutschland“, sagt Bernhard Schindler nicht ohne Stolz. Er verweist darauf, dass im Verbandsgebiet schon früher innovative Projekte realisiert und die gewonnenen Erfahrungen später von anderen Abfallentsorgungsverbänden bundesweit übernommen wurden.

Jetzt geht der KAEV wieder in die Offensive und wagt sich erneut in Neuland. Auf rund 805 000 Euro werden die Gesamtkosten geschätzt. Mit der innovativen Technologie sollen die anfallenden Deponiegasmengen komplett verstromt werden. Die Deponie in Lübben-Ratsvorwerk gase langsam aus, besitze aber dennoch ein hohes Treibhausgaspotenzial. Diese klimaschädlichen Deponiegase sollen jetzt gezielt erfasst und entsorgt werden. „Das Projekt hat nur Gewinner“, ist Jörg Vogelsänger zuversichtlich. „Die Umweltbelastung wird reduziert, der Strom gewonnen.“

Bernhard Schindler rechnet mit jährlichen Einsparungen von 80 000 Euro, weil der gewonnene Strom für die eigene Anlage zur mechanisch-biologischen Behandlung von Restabfall auf der Deponie genutzt werde. Dass die neue Technologie funktioniert, habe man gesehen. „Wir haben eine kleine Anlage schon in Göritz getestet“, erzählt der Verbandsvorsteher. Der KAEV betreibt im Ortsteil der Stadt Vetschau ebenfalls eine Deponie. Die dort gewonnenen Erfahrungen sollen jetzt für das Projekt in Lübben-Ratsvorwerk genutzt werden. Die Umsetzung der Maßnahme ist im nächsten Jahr geplant.

Auf der Deponie in der Kreis-
stadt wurden in der Vergangenheit Siedlungsabfälle abgelagert. Diese besitzen laut Umweltministerium ein großes Potenzial für die Bildung von schädlichen Klimagasen. Mithilfe von Fördermitteln aus dem Europäischen Fond für regionale Entwicklung konnte die Deponie bereits abgedichtet werden. Die dort entstehenden Schwachgase werden künftig in Strom umgewandelt. Damit trage das Land Brandenburg nicht unerheblich zum Einhalten der UN-Klimaziele bei – insbesondere zur Begrenzung der globalen Erwärmung auf unter zwei Grad Celsius.

20 Millionen Euro stehen Brandenburg dem Ministerium zufolge aus dem Europäischen Fond für regionale Entwicklung zur Förderung von Maßnahmen zur Reduzierung von CO2 und anderen Treibhausgasen auf Deponien während der aktuellen Programmperiode zur Verfügung. Das Geld kann für innovative Anlagen wie die geplante in Lübben verwendet werden.

Bernhard Schindler ist „dankbar für die gute Zusammenarbeit mit dem Agrar- und Umweltministerium“. Er dankt zudem den Vertretern der Verbandsversammlung sowie den technischen Fachberatern, „die uns während des innovativen Projekts mutig unterstützen“.

Der KAEV „Niederlausitz“ betreibt Deponien in den Landkreisen Dahme-Spreewald und Oberspreewald-Lausitz. Er ist auch verantwortlich für die Sicherung, Rekultivierung und Nachsorge. Mit dem neuesten innovativen Projekt stellt sich der Verband seiner Verantwortung. Er ist nicht nur in diesem Bereich Spitze. „Mit unseren niedrigen Entsorgungsgebühren im Land Brandenburg setzen wir bundesweit Maßstäbe“, sagt Minister Vogelsänger.