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| 17:15 Uhr

Geschichte
500 Besucher im Schloss Lieberose

Sehr begehrt waren diesen Sommer die Führungen durch das Schloss Lieberose, die der Förderverein in regelmäßigem Rhythmus ermöglicht. Zeitweise waren in den Räumen auch Bilder und Installationen der Rohkunstbau-Ausstellung „Achtung - Mind the Gap“ zu sehen.
Sehr begehrt waren diesen Sommer die Führungen durch das Schloss Lieberose, die der Förderverein in regelmäßigem Rhythmus ermöglicht. Zeitweise waren in den Räumen auch Bilder und Installationen der Rohkunstbau-Ausstellung „Achtung - Mind the Gap“ zu sehen. FOTO: Ingrid Hoberg
Lieberose. Auch für Kenner des Hauses gibt es in dem imposanten historischen Bauwerk immer wieder Interessantes zu entdecken. Der Förderverein ermöglicht das durch seine Führungen. Von Ingrid Hoberg

Auf eine erfolgreiche Schlossführungs-Saison blickt der Lieberoser Förderverein Verein zurück.  Vom 1. April bis 7. Oktober nahmen rund 300 Besucher an zehn Terminen teil. Dazu kamen 15 Sonderführungen mit rund 200 bis 250 Teilnehmern, resümiert Stefanie Reinke vom Förderverein. Ob Wanderfreunde, Ehemaligentreffen, Geburtstagsrunden oder die Gesellschafterversammlung der TEG Tourismus-Entwicklungsgesellschaft Lieberose/Oberspreewald: Es gab viele Anlässe für einen Besuch in dem eng mit der Familie von der Schulenburg verbundenen barocken Schlossensemble. Auch für Hobby-Fotografen und Heimatforscher ist das auf eine neue Nutzung wartende Gebäude ein interessantes Objekt.

„Zum Anfang der Saison war der Zuspruch nicht so groß, doch ab Mai ging es richtig gut los“,  sagt Stefanie Reinke. Als Ansprechpartnerin beim Förderverein koordiniert sie die geführten Rundgänge. Jeweils zwei Vereinsmitglieder übernehmen einen Termin gemeinsam. So können die Gruppen, meist 30 bis 40 Gäste, übersichtlich gehalten werden. Als Architektin legt Stefanie Reinke, unterstützt von Christoph Dahlitz, ihren Schwerpunkt auf bauliche Aspekte und architektonische Besonderheiten.

Peter Ewald und Kerstin Domrös sind zum ersten Mal die ganze Saison dabei gewesen.  „Beide sind ein großer Gewinn“, sagt Stefanie Reinke. Ein weiteres Team sind Axel Friedrich und Annemarie Gottschald. Die Spezialität der 90-Jährigen sind Anekdoten aus der Familiengeschichte, verknüpft mit Schloss und Stadt. Ihr Großvater war ab 1900 Gärtner bei Dietrich von der Schulenburg, auch ihre Großmutter arbeitete für die gräfliche Familie. Axel Friedrich kennt sich wiederum gut in der DDR-Zeit aus, als das Schloss ein Internat war. „Jeder hat sein eigenes Konzept für die Schlossführung, erzählt auf seine Art und Weise“, hebt Stefanie Reinke hervor.

Und selbst für die ehrenamtlichen Schlossführer gibt es immer wieder Neues zu erfahren.  „Im April waren Ofenbauer, die drei Generationen angehören,  hier und haben uns Spannendes über die Öfen im Schloss erzählt“, sagt Stefanie Reinke. Auch für sie seien die Führungen keine Routine, es gebe immer wieder Interessantes zu entdecken, beispielsweise an den Stuckdecken. Deshalb soll der Winter für weitere Recherchen genutzt werden. Gearbeitet wird auch am Konzept, das zwar im Wesentlichen beibehalten bleibt. Doch die Sonderführungen sollen besser gesteuert werden. „Ende Februar, Anfang März werden wir die neuen Termine bekanntgeben. Wer einen Sonderwunsch hat, sollte sich frühzeitig melden“, sagt Stefanie Reinke.

Alle Schlossführer arbeiten ehrenamtlich in ihrer Freizeit. Die Spenden fließen in die Recherche und die Präsentation. So soll es im nächsten Jahr Info-Tafeln im Schloss geben. „Und wir überlegen, ob wir eine Führung speziell für Kinder machen“, sagt sie. Es könnten beispielsweise mehr Geschichten und Legenden erzählt werden.

Unterstützt werden die Schlossführer von einem „harten Kern“ von Helfern, die jedes Jahr im Frühjahr vor dem Saisonstart zum großen Putzen anrücken, wie auch von der Schlossgärtnerei sowie Mädchen und Jungen der Comenius-Grundschule. Schüler pflanzen an der Auffahrt zum Schloss Blumen aus der Gärtnerei,  Mitarbeiter der Oberförsterei kümmern sich dann um das regelmäßige Gießen.

Und manchmal werden die Schlossführer selbst überrascht. „Ein Ehepaar hat dem Förderverein ein Bild mit der Ansicht des Südflügels vom Park aus überreicht“, erzählt Stefanie Reinke. „Die Radierung des Jamlitzer Künstlers  Walter Kühne haben wir in die Sammlung des Fördervereins übernommen. Sie  soll zu thematischen Ausstellungen gezeigt werden“, sagt Dieter Klaue vom Vereinsvorstand.