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Hilfe für Nepal
4600 Euro für die Ärmsten der Armen im Gepäck

Nancy Beule (r.) zeigt Interessierten auf einer Karte, wohin ihre nächste Nepal-Reise sie führen wird. Am 24.Februar dieses Jahres macht sie sich auf den Weg.
Nancy Beule (r.) zeigt Interessierten auf einer Karte, wohin ihre nächste Nepal-Reise sie führen wird. Am 24.Februar dieses Jahres macht sie sich auf den Weg. FOTO: Andreas Staindl
Lübben. Lübbenerin reist zum siebten Mal nach Nepal. Von Andreas Staindl

Nancy Beule hat ihr Herz an Nepal verloren. Die 46-Jährige mag die Landschaft im kleinen Land im Himalaya. Doch vor allem haben es ihr die Menschen dort angetan. „Sie sind so herzlich, und das, obwohl sie selbst kaum etwas haben.“ Sechs Mal war die Lübbenerin schon im Binnenstaat in Südasien. Derzeit plant sie ihre siebte Reise dorthin. Am 24. Februar geht’s los. Ihr Flug über die Türkei endet diesmal in Kalkutta. „Ich war schon seit zwölf Jahren nicht mehr da und will sehen, wie die Menschen dort leben, Land und Leute kennenlernen.“ Von der Hauptstadt des indischen Bundesstaats Westbengalen aus macht sie sich mit Bus und Bahn auf den Weg nach Nepal.

Die Tour hat sie im Kopf, die Vorbereitungen sind fast abgeschlossen, das Ziel der Reise ist definiert. Nancy Beule hilft auch diesmal den Ärmsten der Armen. Sie kauft spontan warme Kleidung für Menschen, denen sie zufällig begegnet, spendiert Hungernden Essen, geht mit Kranken zum Arzt, den sich diese nicht leisten können. „Ich kann inzwischen ganz gut einschätzen, wer es bitter nötig hat.“

450 Euro beträgt ihr zufolge der Durchschnittsverdienst pro Jahr in Nepal. Doch diejenigen, denen die 46-Jährige hilft, haben gar keine Arbeit. Ohne schützende Kleidung und in dürftigen Häusern kämpfen sie ums Überleben. Die derzeitige Kälte dort hat schon zahlreiche Todesopfer gefordert. Nancy Beule wurde von Goma Dakahl darüber informiert. Die Lübbenerin hat zu der Leiterin eines Kinderheims in Pokhara „fast schon ein schwesterliches Verhältnis aufgebaut. Wir denken gleich.“

Die beiden Frauen wollen gemeinsam in entlegene Dörfer gehen, um die Menschen dort mit dem Nötigsten zu versorgen. Warme Kleidung, Matratzen und Decken gehören dazu. Die Wege hinauf in die Dorfer auf mehreren tausend Metern Höhe sind oft abenteuerlich. Nancy Beule hat schon Bären in unmittelbarer Nähe gehört, ist auf schmalen Pfaden entlang steiler Abhänge gelaufen. Und sie ist mit Fremden unterwegs, mit Leuten, die sie nicht kennt, denen sie aber vertraut.

Bisher ist es immer gut gegangen. „Ich habe offenbar einen Schutzengel. Zudem verlasse ich mich auf meine Menschenkenntnis.“ Die Nächte verbringt die Lübbenerin in Hotels, die außer einem Schlafplatz kaum etwas bieten. Mehr als fünf Euro gibt sie dafür nie aus. Zum Waschen steht ihr meist nur kaltes Wasser zur Verfügung. Speisen isst sie nur, wenn diese frisch zubereitet und gekocht sind. „Bisher ist es immer gut gegangen. Lediglich während meines ersten Nepal-Besuchs hatte ich ein paar Tage lang Bauchkrämpfe.“

Auch diesmal will sie dorthin gehen, wo sich kein Tourist verirrt. Für ihre humanitären Nepal-Reisen sammelt sie Spenden, organisiert Flohmärkte. Etwa 4600 Euro sind diesmal zusammengekommen. Das Geld soll für Kleidung, aber auch nachhaltige Hilfe eingesetzt werden, etwa für den Kauf von einfachen Arbeitsgeräten wie Hacken, mit denen die Ärmsten den Boden bewirtschaften können.Fünf Wochen will sie unterwegs sein. Ein großer Rucksack reicht für ihre persönlichen Dinge. Darin haben sogar noch Kindersachen Platz, die sie in Kalkutta verschenken möchte.