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25 Jahre Dienst am Nächsten

Das goldene Kronenkreuz für 25 Jahre bei der Diakonie: Marion Graßmann (l.) und Birgit Kaselow. Ingrid Lühr (Mitte), Referentin Migrations- und Flüchtlingsschutz beim Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, überbrachte Grußworte des theologischen Vorstandes.
Das goldene Kronenkreuz für 25 Jahre bei der Diakonie: Marion Graßmann (l.) und Birgit Kaselow. Ingrid Lühr (Mitte), Referentin Migrations- und Flüchtlingsschutz beim Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, überbrachte Grußworte des theologischen Vorstandes. FOTO: Franziska Dorn
Lübben. Mit einer Andacht hat die Festveranstaltung zum 25-jährigen Bestehen des Diakonischen Werkes Lübben eröffnet worden. Im Garten des Hauses der Diakonie in der Geschwister-Scholl-Straße hatten sich dazu am Mittwoch etwa 200 Gratulanten und Wegbegleiter eingefunden. red/SvD

Superintendent Thomas Köhler verwies in seiner Predigt auf das Motto des Kirchentages "Du siehst mich". Das könne wie eine Grundhaltung der diakonischen Arbeit betrachtet werden. "Wenn wir Menschen aufrichten wollen, so ist das Entscheidende, dass wir sie ansehen", sagte er.

Mit Birgit Kaselow und Marion Graßmann haben zwei Frauen der ersten Stunde das goldene Kronenkreuz der Diakonie erhalten. Es ist ein Zeichen des Dankes für langjährige Tätigkeit. Am 1. Mai 1991, wenige Monate nach der Gründung der Diakoniestation in Lübben, hat Marion Graßmann als Krankenschwester in der ambulanten Pflege begonnen. Sie gehörte zu den ersten, die sich zur Palliativschwester ausbilden ließen. Ab den 90er-Jahren kümmerte sie sich um Schwerstkranke und Sterbende. "Das ist eine Aufgabe, die viel Leidenschaft, aber auch Leidensfähigkeit erfordert", sagt Ingrid Lühr vom Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz bei der Vergabe des Dankzeichens. Heute ist Marion Graßmann Pflegedienstleiterin in der Tagespflege für Senioren und auch dort sehr angesehen, wie Ursula Lehmann aus Neu-Lübbenau bestätigt. "Ich fühle mich sehr gut aufgenommen. Alle sind dort offenherzig und stets voller Elan", sagt die Rentnerin.

Birgit Kaselow begann ihre Tätigkeit im damaligen Jugendgemeinschaftswerk, wo sie für Jugendliche, damals vorrangig Kinder von Spätaussiedlern, ein Beratungs- und Betreuungsangebot aufgebaut hat. Inzwischen ist sie Leiterin des Jugendmigrationsdienstes mit Außenstellen in Finsterwalde, Lübbenau und Senftenberg. Es sei eine Arbeit, die ihr stets Freude bereitet hat, wenn auch die Rahmenbedingungen sich immer wandeln. Heute freut sie sich, wenn sie jungen Hilfesuchenden Perspektiven im eigenen Haus anbieten kann. "Wir schauen auf die Potenziale junger Geflüchteter und richten unsere Angebote danach aus", erklärt sie. Der 17-jährige Ali Mohamed arbeitet gern mit Menschen. Während seines Praktikums während der Ausbildung ist der junge Syrer im Stadtteilbüro Lübben-Nord tätig.

Das Diakonische Werk ist einst auf Initiative der Kirchengemeinde in Lübben mit viel Pioniergeist und einer Handvoll Mitarbeiterinnen aufgebaut worden. Inzwischen ist es zu einem professionellen Dienstleister mit etwa 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie einer gleichen Zahl an Ehrenamtlichen herangewachsen, "dass sich nicht nur um Bedürftige kümmert, sondern einen wesentlichen Bereich der Daseinsvorsorge abdeckt", wie LDS-Landrat Stephan Loge (SPD) in seinem Grußwort betont. Dies schätzte auch Lübbens Bürgermeister Lars Kolan so ein.

Das Diakonische Werk Lübben bietet Erziehungs- und Familienberatungsstellen in Lübbenau und Lübben, Schuldner- und Insolvenzberatung sowie den Migrationsfachdienst. Es unterhält das Stadtteilbüro Lübben-Nord, eine Tagesgruppe für Kinder in Lübbenau sowie einen Pflegedienst.